Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Thriller/Krimi

 

Obwohl ich wenig Hoffnung habe, den Film in der nahen Zukunft zu sehen und schon mit einer DVD-Ausgabe liebäugele, möchte ich es nicht versäumen, für einen meiner liebsten Thriller-Autoren und seine erste Romanverfilmung Werbung zu machen.

Leider ist die Ausstrahlung bisher nur in ausgewählten Kinos vorgesehen, was für mich persönlich mindestens eine Anfahrt von 200 km bedeuten würde und somit nicht wirklich rentabel ist, so gern ich auch möchte.

Wer die Chance hat, in der Nähe einer der folgenden Kinos zu wohnen, sollte sich das Ereignis auf keinen Fall entgehen lassen:

Aachen, Eden Palast
Berlin, Cinemaxx Potsdamer Platz
Berlin, Kino in der Kulturbrauerei
Berlin, UCI Kinowelt Friedrichshain
Bochum, UCI Kinowelt Ruhr Park
Bremen, Cinespace
Bremen, Cinestar Kristall-Palast
Chemnitz, Cinestar Am Roten Turm
Darmstadt, Helia Kinos
Dortmund, Cinestar
Düsseldorf, UFA Palast
Erlangen, Cinestar
Essen, Cinemaxx
Frankfurt, Berger Kinos
Frankfurt, Cinestar Metropolis
Göppingen, Staufen-Movieplex
Hamburg, Passage Kino
Hamburg, UCI Mundsburg
Hannover, Cinemaxx Nikolaistraße
Kassel, Cinestar
Köln-Hürth, UCI Kinowelt
Leipzig-Günthersdorf, UCI Kinowelt Nova Eventis
Ludwigshafen, Cinestar
Mannheim, Cinemaxx
Marburg, Cineplex
München, Cinemaxx
München, Neues Rottmann
Nürnberg, Cinecitta
Oberhausen, Cinestar
Saarbrücken, Cinestar
Schorndorf, Traumpalast
Schweinfurt, Filmwelt
Stuttgart, UFA-Palast
Wildau, Cinestar

 

Und wer weiß, vielleicht hilft ja die Begeisterung der Fitzek-Fans in den bisher vorhandenen Spielstätten, dass auch andere Kinos nachziehen. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Und wer es gar nicht ins Kino schafft, belohnt sich vielleicht vorerst mal mit der Neuauflage des spannenden Thrillers.

 

 

Kerstin at Mittwoch, Oktober 10th, 2012 | Filed under: Allgemein,Fitzek, Sebastian,Romanverfilmungen,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Sebastian Fitzek / Michael Tsokos
Verlag: Droemer
ISBN-10:

3426199262

Gebundene Ausgabe 393 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Zwei Meister ihres Metiers – Symbiose gelungen

Zum Inhalt:

Der Tag des Rechtsmediziners Prof. Dr. Paul Herzfeld beginnt mit der Obduktion einer furchtbar zugerichteten Leiche eigentlich ganz normal, ist er doch der Spezialist für Gewaltverbrechen beim BKA. Als er jedoch im Kopf der Toten einen Zettel mit einer Telefonnummer und dem Namen seiner Tochter findet, ist dies der Beginn einer perversen Schnitzeljagd. Hannah wurde entführt und der Täter hat auf der Insel Helgoland eine weitere Leiche entsprechend mit Hinweisen präpariert, die zu ihrem Auffinden nötig sind.

Schleunigst macht sich Paul Herzfeld auf den Weg, doch ein Orkan schließt die Insel vom Festland ab und der Rechtsmediziner ist auf die Hilfe der jungen Comic-Zeichnerin Linda Kaminski angewiesen, die sich auf Helgoland vor ihrem stalkenden Ex-Freund Danny versteckt und am Strand über die Leiche stolpert. Sie soll per Telefonanleitung eine Obduktion vornehmen, was sie erst einmal rundweg ablehnt. Doch die Gefahr, in der Hannah schwebt, lässt ihr keine Ruhe, und so wird sie zum verlängerten Arm von Herzfeld, nicht ahnend, dass ihr Leben ebenso auf dem Spiel steht.

Meine Meinung:

Noch habe ich nicht alle Thriller von Sebastian Fitzek gelesen (zum Glück, so steht mir sicher noch einiges an Lesevergnügen bevor), aber auf sein neuestes Werk, das in Zusammenarbeit mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos entstand, war ich schon seit Monaten besonders gespannt.

Der Einfluss von Michael Tsokos wird dann auch in der äußerst detaillierten Beschreibung der Obduktionen besonders deutlich. Die hier angewandten Gleichnisse können wohl nur jemandem einfallen, der tagtäglich damit zu tun hat. Leser mit empfindlichen Mägen sollten lieber die Finger vom Buch lassen bzw. diese Stellen schnellstmöglich überlesen.

Die Hauptfiguren waren mir obwohl recht individuell doch sehr sympathisch, vor allem auch im Falle von Herzfeld in Bezug auf seine letzte Handlungsweise. Sehr überraschend auch die charakterliche Entwicklung des reichen Senatssöhnchens Ingolf von Appen, ohne den unser Rechtsmediziner sehr alt ausgesehen hätte.

Das Tempo im Buch steigert sich kontinuierlich und es fällt zunehmend schwer, kurz durchzuatmen oder das Buch zu unterbrechen. Immer öfter enden Kapitel mit Cliffhangern, die den Leser nicht loslassen. Die Geschichte ist gut durchdacht und bietet die ein oder andere überraschende Wendung, allerdings nicht in dem Maße, wie ich es eigentlich von Fitzek gewohnt bin. Bisher habe ich ein Fitzek-Buch immer mit leicht offen stehendem Mund und vielen Fragezeichen in den Augen zugeklappt, um bei längerem Nachdenken, die Genialität des Autors zu bewundern. Dieser „Wow“-Effekt hat mir dieses Mal ein wenig gefehlt.

Nichtsdestotrotz ist dem Autoren-Team hier ein großartiger Pageturner gelungen, der es weder an augenzwinkernden Betrachtungen z. B. in Bezug auf Casting-Shows noch an ernstzunehmender Kritik am deutschen Rechtssystem mangeln lässt. Auch die kleinen von Fitzek schon gewohnten Extras sollten nicht unerwähnt bleiben, wie die auf dem Umschlag abgedruckte Telefonnummer, die man sich nicht entgehen lassen sollte anzurufen, oder auch der tolle mehrteilige Motion-Comic im Internet, der Lindas Stalker-Geschichte erzählt.

Absolut zufrieden mit „Abgeschnitten“ freue ich mich ebenso auf weitere gemeinsame Werke von Fitzek und Tsokos wie auf Einzeltaten des Stars des deutschen Psychothrillers.

 

Ein ganz herzlicher Dank geht an den Droemer-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Kerstin at Mittwoch, Oktober 3rd, 2012 | Filed under: Fitzek, Sebastian,Thriller/Krimi,Tsokos, Michael | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

James Patterson
Verlag: Blanvalet
ISBN-10: 3442375851
Taschenbuch 384 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-
hörigkeit:
Teil 7 – Womens Murder Club
(Club der Ermittlerinnen)
ausgelesen: 15.10.2009 (HC-Ausgabe)

 

Flott zu lesender Thriller mit überraschendem Ende

Inhalt:

Im siebenten Teil der „Women’s Murder Club“-Reihe haben es Lindsay Boxer und ihre Mitstreiterinnen gleich mit zwei Fällen zu tun. Einerseits ist da der spurlos verschwundene, herzkranke Sohn des ehemaligen Gouverneurs von Kalifornien, Michael Campion. Ein anonymer Anruf bringt endlich eine Spur und führt zur Prostituierten Junie Moon. Der zweite Fall, der Lindsay und ihren Partner Rich Conklin in Atem hält, befasst sich mit ungeklärten Bränden in Häusern reicher Ehepaare. Fast anfänglich nur wie Brandstiftung aussieht, entwickelt sich bald zu einer Mordserie, für die es kein Motiv zu geben scheint.

Meine Meinung:

Durch die kurzen Kapitel und den prägnanten Schreibstil von Patterson fliegt man nur so durch das Buch. Der „Women’s Murder Club“ selbst hat diesmal zwar weniger Ermittlungsarbeit zu leisten, jedoch sind dafür Lindsay Boxer und die Anwältin Yuki Castellano stark eingebunden. Letztere setzt ihre Karriere und fast auch ihr Leben aufs Spiel, um das vermeintliche Verbrechen an Michael Campion aufzuklären. Auch in persönlichen Dingen entwickeln sich die Frauen weiter, Lindsay zweifelt sogar zeitweise an ihrer großen Liebe Joe, der endlich zu ihr gezogen ist. Der Brandstiftungs-Fall, teilweise auch aus der Sicht der Täter und damit umso eindringlicher beschrieben, endet in einem furiosen Finale.

Der einen zufriedenen Gesamteindruck hinterlassende Thriller glänzt mit einem überraschenden Ende und macht neugierig auf weitere Fälle des eingespielten Teams.

Kerstin at Donnerstag, August 30th, 2012 | Filed under: Patterson, James,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Craig Russell
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3404163028
Taschenbuch 416 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-
hörigkeit:
Jan Fabel-Reihe (Band 3)
ausgelesen: 27.07.2009 (HC-Ausgabe)

 

Jeder hat eine Vergangenheit

Inhalt:

Kaum aus dem Urlaub zurückgekehrt erwartet Hauptkommissar Fabel ein grauenhafter Mordschauplatz. Die Besonderheit – das Opfer wurde skalpiert, sein Skalp rot eingefärbt und deutlich zur Schau gestellt. Was will der Mörder damit ausdrücken? Schon sehr bald folgt ein weiteres Opfer und die Lösung der Frage könnte in der gemeinsamen politischen Vergangenheit liegen.

Meine Meinung:

Mit dem 3. Teil der Jan Fabel-Reihe gelingt dem Autor meiner Meinung nach ein schlüssiger Thriller, der das Niveau der Vorgänger halten kann. Neueinsteiger sollten keine Probleme haben, auch wenn Fälle bzw. Figuren aus dem ersten Band der Reihe („Blutadler“) angerissen werden. Dennoch ist es natürlich schöner, der Entwicklung der bereits eingeführten Charaktere, von Fabel selbst und seines Teams folgen zu können.

Man merkt Craig Russell wieder einmal seine Liebe zur Stadt Hamburg an, allerdings werden wohl nur Einheimische die ausführlichen örtlichen Beschreibungen richtig würdigen können. Der Autor wirft Fragen über Reinkarnation auf, die den einzelnen Leser doch nachdenklich machen könnten. Ich persönlich fand den politischen Bezug zur RAF und anderen Terror-Gruppen sehr interessant, ebenso wie das Zwischenspiel mit einem Mumienfund aus dem 2. Weltkrieg, obwohl der ansonsten nichts mit dem Buch zu tun hatte.

Da einige Abschnitte aus der Sicht des Täters geschrieben sind, ist man näher am Geschehen dran und versteht seine Motivation, während die Polizei noch lange im Dunkeln tappt. Dennoch versteht es der Autor die Spannung bis zu einem doch überraschenden Ende zu halten und sogar kontinuierlich zu steigern.

Noch lose Fäden aus Teil 1 schreien nach einer Fortsetzung und da es bereits einen weiteren Fabel-Roman gibt, welcher in Köln spielt, ist wohl davon auszugehen, dass Jan Fabel seinen Plan, den Job zu kündigen, doch nicht ausgeführt hat.

Kerstin at Montag, August 27th, 2012 | Filed under: Russell, Craig,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Val McDermid
Verlag: Knaur
ISBN-10: 3426504464
Taschenbuch: 544 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5
ausgelesen: 09.07.2009 (HC-Ausgabe)

 

Spannender Kriminalfall mit schottischer Geschichte verquickt

Inhalt:

Misha Prentice meldet ihren Vater als vermisst. Das Erstaunliche allerdings ist, dass er bereits seit mehr als 20 Jahren verschwunden ist. Ihr Sohn leidet an Leukämie und eine Knochenmarkspende ihres Vaters scheint seine einzige Hoffnung zu sein. Sofort werden die Ermittlungen aufgenommen, führen jedoch zu immer mehr Fragen.

Gleichzeitig stößt die Reporterin Bel Richmond in Italien auf ein Indiz zu einem spektakulären Entführungsfall. Im Jahr 1985 verstarb bei der Lösegeldübergabe die Tochter eines der reichsten Männer Schottlands. Ihr kleiner Sohn blieb verschwunden. Sir Brodie setzt alles daran, ihn zu finden und finanziert Bel ihre Recherche.

DI Karen Pirie bekommt am Ende beide Fälle auf den Tisch und stürzt sich sofort in die Suche nach der dramatischen Wahrheit.

Meine Meinung:

In diesem spannenden Kriminalpuzzle begibt sich Val McDermid im Gegensatz zu ihren blutrünstigeren Thrillern auf leisen Sohlen in ihre eigene Vergangenheit. So bekommt der Leser eine Menge Informationen zu den schlimmen Bergarbeiterstreiks der 80iger Jahre in Schottland und der daraus resultierenden Armut. Auch mit Kritik an der „Eisernen Lady“, Margaret Thatcher, wird nicht gespart.

Beide Handlungsstränge laufen parallel und werden jeweils durch Rückblenden in die konkrete Vergangenheit lebendig untermalt. Dabei versteht die Autorin es hervorragend, stets die Spannung absolut am Limit zu halten. Wird es gerade so richtig interessant, folgt erneut ein Perspektivenwechsel. Natürlich ahnt der geübte Krimileser schon bald einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen, aber die Aufdeckung der tatsächlichen Hintergründe bleibt bis zum rasanten Schluss offen, da auch meisterhaft immer wieder falsche Spuren gelegt werden.

Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman für Leser, denen psychologische Fallstricke wichtiger sind als Serienmörder mit einer Unzahl von Leichen.

Kerstin at Mittwoch, August 22nd, 2012 | Filed under: McDermid, Val,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Martin Krist
Verlag: Ullstein
ISBN-10:

3548283535

Taschenbuch: 412 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Nur dadurch lebt der Mensch …

Inhalt:

Im idyllischen Finkenwerda im Spreewald schleicht eine verrückt vor sich hinbrabbelnde Alte in den Wald und findet eine Mädchenleiche. Sie weiß genau, wer dafür verantwortlich ist und versucht die Tat zu verbergen, indem sie den geschändeten Körper versteckt. Lisa, ein 16-jähriges Mädchen, ist genervt von der Einöde und schleicht sich aus dem Haus, um das Wochenende mit ihrem neuen Freund zu verbringen. Sie kehrt nicht zurück.

Alex Lindner beging als Kommissar einen schwerwiegenden Fehler auf der Jagd nach der „Bestie“, verfiel dem Alkohol und wurde suspendiert. Inzwischen hat er die Kneipe seiner Eltern in Finkenwerda übernommen. Er ist es, der als erstes einen Zusammenhang herstellt, als mehrere junge Mädchen vermisst werden. Offenbar ist die Bestie zurück und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Die Wahrheit ist jedoch schrecklicher, als er sie sich hätte vorstellen können.

Meine Meinung:

Bei einem neuen Verlag mit neuem Namen startet ein bekannter in Berlin lebender Schriftsteller mit dem Thriller „Die Mädchenwiese“ durch. Er hat erst kürzlich eine interessante Biografie über die Lebensgeschichte von Kurt Cobain veröffentlicht und so kommt seine Vorliebe für Nirwana auch in diesem Buch zum Tragen.

Der Roman verspricht auf seiner Rückseite Hochspannung bis zur letzten Seite und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Für mich persönlich ist „Die Mädchenwiese“ einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe, und das waren nicht wenige.

Aufgrund des Aufbaus ist es fast unmöglich, das Buch zwischendurch wegzulegen, will man doch bei jedem Handlungsstrang, der nicht selten mit einem Cliffhanger endet, unbedingt wissen, wie es weiter geht. An den Wechsel der Handlungsebene zwischen relativ kurzen Abschnitten gewöhnt man sich schnell, jedoch wäre eine etwas deutlichere Kennzeichnung (Sternchen dazwischen oder ähnliches) günstig gewesen, zumal oftmals auch ein Seitenwechsel vorliegt und hier die Unterscheidung nicht einfach ist.

Die Kapitel erzählen abwechselnd das aktuelle Geschehen sowie die Lebensgeschichte der Berta Kutscher. Letztere ist nicht minder spannend und schockiert durch ihre Brutalität. Ein wenig irritiert war ich davon, dass Berta stets als gebrechliche Greisin dargestellt wird, obwohl sie in Bezug auf die Chronologie der Geschichte gerade mal in den 50igern sein dürfte.

Insgesamt fließt das Blut nicht gerade in Strömen im Roman, jedoch sind einige Szenen der Gewalt und Folterung so plastisch beschrieben, dass dem Leser der Atem stockt. Zu empfindlich sollte man hier also nicht sein. Dennoch gehören sie einfach dazu und wirken nicht extra plakativ hervorgehoben.

Das Finale treibt den Puls gehörig nach oben, vorher gelegte falsche Spuren machen die Identität des Täters zu einer Überraschung und es wird mal wieder deutlich, dass viel Leid verhindert werden könnte, wenn man sich einfach mal die Zeit nehmen würde, jemandem richtig zuzuhören. Für mich war „Die Mädchenwiese“ ein Pageturner im besten Wortsinne, den ich jedem Thrillerliebhaber nur wärmstens empfehlen kann.

Kerstin at Samstag, August 11th, 2012 | Filed under: Krist, Martin,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 

Autor:

John Maylynn
Verlag: Bookshouse
ASIN: B008KEBF2K
Kindle-Ebook ca. 386 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Ein satanisch-spannender Lesegenuss

Inhalt:

Im Jahr 2008 vegetiert die 23-jährige Elisa bereits seit 10 Jahren in einem privaten Schweizer Sanatorium dahin. Erst ein geheimnisvoller Brief befreit sie aus ihrer Lethargie. Nach und nach blitzen Erinnerungen auf. Die forensische Traumatologin Dr. Sibylle Bachmann setzt alles daran, Elisas Vergangenheit zu entschlüsseln und stößt dabei auf ein schreckliches Geheimnis.

Vergangenheit: 1974 freut sich der 27-jährige Benni von Felthen, der in Australien lebt, auf die Weihnachtsferien bei seiner Familie. Auf dem Flug lernt er den charismatischen Ahriman kennen und kann kaum glauben, als dieser auf seine Avancen eingeht. Nicht ahnend welche verhängnisvollen Ereignisse er damit im Leben seiner Familie auslöst, lässt er sich auf eine Affäre ein und wird Teil eines Plans, der bereits seit Jahrhunderten auf seine Ausführung wartet.

Meine Meinung:

Da ist sie nun, die erste Veröffentlichung des neu gegründeten Bookshouse-Verlages aus der Feder von John Maylynn, den man schon fast als Globetrotter bezeichnen kann, ist er doch in England, der Schweiz und Deutschland gleichermaßen zu Hause. Als Genre wird ein Mix aus Psychothriller und Drama mit einem Hauch Mystery und History angegeben, und das ist wirklich nicht zu viel versprochen, denn der Roman „Satans Erbe“ beinhaltet all diese Elemente und vereint sie zu einem spannenden Leseabenteuer.

Den Schwerpunkt des Buches bilden u. a. auch ein Kelch und ein geheimnisvolles Pergament, welche über die Jahrhunderte zu einem bestimmten Zweck weitergegeben werden. Diesen Weg zu verfolgen, erfordert vom Leser aufgrund der vielfältigen Örtlichkeiten und agierenden Personen erhöhte Aufmerksamkeit. Ebenso gibt es weitere Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen, die immer abwechselnd verfolgt werden und sich schließlich aufeinander zubewegen.

Der Leser wird unweigerlich zum Miträtseln verführt und kommt schließlich an einen Punkt, wo er nicht mehr aufhören kann, ohne die ganze Wahrheit zu erfahren. Die handelnden Figuren sind hervorragend herausgearbeitet und man schwankt zwischen grenzenlosem Mitgefühl und Abscheu. Da Satan seine Finger mit im Spiel hat, kommt es natürlich auch zu entsprechenden Ritualen, und hier sollte der Leser nicht zu empfindlich sein. Dass die fiktiven Ereignisse des Romans teilweise in der Realität ihre Entsprechung finden, ist eine erschütternde Erkenntnis.

Auf einen Nenner gebracht ist „Satans Erbe“ eine perfekt recherchierte Lektüre, die Dramatik, aber auch Hoffnung bietet, einen um den Schlaf bringen kann und noch lange nachwirkt.

Achtung:

Noch bis einschließlich 18.7.2012 um 23:17:12 läuft eine Sonderaktion (genau 666.666 Sekunden), in der das E-Book (.pdf, .mobi oder .epub) statt zum regulären Preis von 8,90 Euro für 3,90 Euro erworben werden kann. Diese Gelegenheit solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen!

Klickt dazu hier, um in den E-Book-Shop von Bookshouse zu gelangen. Und wer sich vorher noch ein wenig auf das Buch einstimmen lassen möchte, kann sich nachfolgend noch den tollen Trailer dazu anschauen.

 

Kerstin at Donnerstag, Juli 12th, 2012 | Filed under: Historisch,Maylynn, John,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Siegfried Langer
Verlag: List
ISBN-10:

3548610919

Taschenbuch 329 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Kein Sterbenswort wird über meine Lippen kommen

Inhalt:

Mit ihrer vierjährigen Tochter Mia lebt die Ärztin Kathrin Voss ein zufriedenes Leben. Vergessen ist der schreckliche Vorfall während ihrer Studienzeit in ihrer WG, über den sie und ihre Mitbewohner nie ein Sterbenswort verloren haben. Doch nun scheint die Vergangenheit sie einzuholen. Winzige Veränderungen in ihrer Wohnung, für die sie erst ihre Tochter verantwortlich macht, bringen die sonst so nervenstarke Kathrin an den Rand der Verzweiflung. Auch ihre ehemaligen Mitbewohner bleiben von ungewöhnlichen Erlebnissen nicht verschont. Dann jedoch wird Mia aus dem Garten der Großeltern entführt und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Meine Meinung:

Nach „Vater, Mutter, Tod“, dem hochgelobten Debütroman von Siegfried Langer, erscheint nunmehr im Juli 2012 sein neuer Roman, dem ich schon länger entgegengefiebert habe. Und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen. Wieder gelingt dem Autor ein Psychogramm des Schreckens, welches erstaunlicherweise fast ganz ohne Blut auskommt, und dennoch spannend wie selten ein Buch für mich war.

Die flüssige Schreibweise und die kurzen Kapitel, die nicht selten mit einem Cliffhanger enden, verleiten geradezu, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Ganz habe ich das nicht geschafft, aber zwei Tage sind auch schon fast rekordverdächtig für mich. Anders als in den meisten Thrillern, und das waren in letzter Zeit nicht wenige, kommt hier nicht ein traumatisierter Serienkiller zum Zuge, sondern die eigene Vergangenheit streckt ihre Klauen nach den Protagonisten aus. Ein perfekt inszeniertes Schuld und Sühne-Szenario nimmt seinen Lauf.

Der Leser wird abwechselnd mit der wenig rühmlichen Vergangenheit und den aktuellen Erlebnissen der Figuren konfrontiert. Etwas später gibt es auch noch eine mit „Neulich“ betitelte Zeitebene, die die jüngere Vergangenheit beleuchtet. So fällt nach und nach ein Puzzleteil nach dem nächsten an die richtige Stelle. Dabei gelingt es Siegfried Langer ausgezeichnet eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Die Angst sitzt permanent im Nacken und der Drang weiterlesen zu müssen, steigert sich von Seite zu Seite. Erst wenn man das packende Finale dann hinter sich gebracht hat, ist man in der Lage, wieder normal durchzuatmen und sich bereits auf eine neue Veröffentlichung des Berliner Autors zu freuen.

Kerstin at Dienstag, Juli 10th, 2012 | Filed under: Langer, Siegfried,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Veit Etzold
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10:

3404166876

Taschenbuch 447 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Berlin-Thriller mit hohem Ekelfaktor

Inhalt:

Hauptkommissarin Clara Vidalis freut sich auf ihren verdienten Urlaub, als ein an sie persönlich adressiertes Snuff-Video sie erreicht. Ein äußerst perfider Killer, der seine Opfer virtuell über Monate weiterleben lässt, hat sie sich als Spielpartnerin bei der Erfüllung seiner Mission auserkoren, denn er weiß von ihrem Trauma in der Vergangenheit. Mit Hilfe des Fallanalytikers Prof. Dr. Martin Friedrich, auch kurz MacDeath aufgrund seiner Vorliebe für Schottland genannt, folgt sie den absichtlich falsch gelegten Spuren. Welche schreckliche Gemeinsamkeit sie mit dem Killer verbindet, kann sie anfangs noch nicht ahnen.

Meine Meinung:

Der Klappentext des Romans „Final Cut“ vom promovierten Bremer Autor Veit Etzold, der inzwischen in Berlin lebt, hatte mich so neugierig gemacht, dass ich das Buch umgehend haben musste und mir deshalb die Ebook-Fassung gekauft habe. Leider erwartete mich hier schon die erste Enttäuschung, denn es wird ein Bezug zu Facebook vorgegaukelt, der so einfach nicht stattfindet. Ich hatte mir hier etwas mehr Cyberthriller erhofft. Zwar nutzt der Killer die neuen Medien ausgiebig, aber Facebook spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Woher er sein Wissen hat, ist auch fraglich, bleibt seine Vergangenheit doch eher vage.

Auch wenn die Story selbst nicht viel Neues bietet (traumatisierte Kommissarin, traumatisierter Killer), so ist sie doch recht flüssig geschrieben und bietet durchaus spannende Momente. Etwas schade ist es, dass dem Leser der Täter relativ früh bekannt ist, so kommt es zu wenig Überraschungseffekten. Ich bin nun wahrlich nicht zimperlich, was harte Thrillerkost angeht, aber in diesem Roman wirken die Perversitäten zu plakativ. Man bekommt den Eindruck, es muss immer noch eins drauf gesetzt werden. Die ominöse Miss Shebay-Show zeigt einmal mehr sehr schön die Abgründe der heutigen Medienlandschaft auf.

Etwas störend mögen dem geübten Thrillerleser auch einige sehr oft wiederholte Erklärungen zu Täterprofil und Ermittlungsarbeit anmuten. Jeder halbwegs bekannte Serienkiller wird hier als Beispiel herangezogen. Das wirkt auf den Leser oft sehr belehrend und ist wohl der akademischen Laufbahn des Autors geschuldet. Die gröbsten Fehler, wie etwa allein in den Keller eines verdächtigen Hauses zu gehen, begehen die Ermittelnden trotzdem.

Da ich wahrscheinlich von falschen Erwartungen ausgegangen bin, klingt diese Rezension mehr negativ als positiv. Insgesamt war das Buch für mich eher mittelmäßig, wer eine hohe Toleranzgrenze bei Ekelszenen hat und gern mit ausreichend zusätzlichen Informationen gefüttert wird, könnte an „Final Cut“ dennoch Gefallen finden.

Kerstin at Sonntag, Juli 8th, 2012 | Filed under: Etzold, Veit,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Rainer Löffler
Verlag: Rowohlt TB Verlag
ISBN-10: 3499257270
Taschenbuch 493 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Ein heißer Sommer voller Blut

Inhalt:

In Köln hat ein Serienmörder bereits zum fünften Mal zugeschlagen und das mit äußerster Brutalität. Nicht umsonst wird er der „Metzger“ genannt. Ausgesprochen unwillig bittet die Polizei vor Ort um Unterstützung durch einen Profiler, oder besser Fallanalytiker, wie es in Deutschland heißt. Martin Abel ist einer der Besten seines Fachs, aber auch eine äußerst schwierige Person und ein Einzelgänger. Daher ist er auch wenig begeistert, als er die junge Hannah Christ an seine Seite gestellt bekommt, die von ihm lernen soll. Mittels eines Radiointerviews provoziert Abel den Killer und dieser bezieht die Ermittler daraufhin in seine abartigen Pläne mit ein.

Meine Meinung:

Dass es sich bei „Blutsommer“ um einen Debütroman handelt, ist dem Buch wirklich nicht anzumerken. Es startet mit einem Knallerprolog, der den Leser sofort ins Geschehen zieht. Die anschließende Einführung und Charakterisierung der Hauptfiguren ist ein wenig ausführlich geraten, doch spätestens ab der Mitte nimmt das Buch an Fahrt auf und steigert sich zu einem mörderischen Finale, welches es unmöglich macht, vor der Auflösung aufzuhören.

Natürlich ist der geniale Ermittler, welcher im Privatleben gescheitert ist, eine häufig anzutreffende Figur im Genre, dennoch schafft es Rainer Löffler, seinem Martin Abel eine besondere Note zu verleihen. Trotz seiner oft ruppigen Art und ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, zeigt er an anderer Stelle viel Einfühlungsvermögen. Hannah Christ steht von Beginn an ihre Frau, musste sie sich doch schon immer in der von Männern dominierten Welt ihres Berufsstandes durchsetzen. Dass sie romantische Gefühle für Abel entwickelt, konnte ich nicht so ganz nachvollziehen, allerdings wurde dies, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen männlichen Autor handelt, sehr gefühlvoll beschrieben. Als besonders witzige Nebenfigur sticht der forensische Entomologe Professor Schwartz heraus.

Einige Details der Metzgermorde erfordern einen stabilen Magen und erinnern stark an Hannibal Lecter. Durch Rückblenden in die Kindheit des Mörders bekommt der Leser auch hinsichtlich seiner Motivation einen guten Einblick. Obwohl der Name des Täters schon relativ früh bekannt ist, schafft es der Autor auf geniale Weise falsche Fährten zu legen, sodass mehrere Lösungen möglich sind.

Zusammenfassend kann ich das Thriller-Debüt von Rainer Löffler jedem Fan des Genres empfehlen, der etwas härtere Kost vertragen kann, und packende Spannung sucht.

Kerstin at Dienstag, Juni 19th, 2012 | Filed under: Löffler, Rainer,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments
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