Category: Thriller/Krimi
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Autor: |
Ursula Poznanski |
| Verlag: | Knaur |
| ISBN-13: | 978-3426568125 |
| Gebundene Ausgabe | 398 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Wem kannst du noch trauen?
Zum Inhalt:
Die Innenarchitektin Viola Decker verliert beim Einsturz ihres alten Weinkellers ein Bein, ist fortan ans Haus gefesselt und sogar aufs Erdgeschoss beschränkt. Ihr Mann Adam kümmert sich rührend um sie und stellt eine Pflegerin ein, die sich jedoch eher als Gefängniswärterin entpuppt. Einige seiner Handlungen sind widersprüchlich, sodass Viola misstrauisch wird. Sie versieht ihn und noch einige weitere Gegenstände mit einem Tracker und ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, denn immer mehr Ungereimtheiten treten auf. War ihr Unfall vielleicht kein Zufall?
Meine Meinung:
Ich habe Bücher von Ursula Poznanski schon immer gern gelesen, obwohl ich längst nicht alle kenne. Da der Roman als Nachfolge von "Die Burg", was ich erst kürzlich las, beworben wurde, bin ich direkt neugierig geworden. Wer jedoch besonders auf die digitale Thematik Wert legt, wird vielleicht enttäuscht sein, denn diese bildet in Form der Tracker nur einen Nebenschauplatz.
Die Protagonistin wurde mir nach und nach immer sympathischer. Der Roman ist auch ausschließlich aus ihrer Sicht erzählt. Nach dem anfänglichen Schock arrangiert sie sich recht schnell mit den Gegebenheiten und geht ihr neues Leben mutig an. Selbst an ihr Zuhause gefesselt, wird die Überwachung ihr tägliches Hauptanliegen neben dem Training, um bald wieder mobiler zu sein. Das hält die Spannung konstant aufrecht und ich konnte manchmal kaum aufhören mit Lesen. Viola entwickelt eine Art schwarzen Humor, der mich richtig begeistert hat. Trotz des ernsten Themas musste ich oft laut auflachen.
Sie selbst ist auch nicht gerade fehlerfrei, wie die spätere Entwicklung zeigt. Überhaupt gibt es einige Wendungen, die man so nicht erwarten konnte und dazu richtig spannende und gefährliche Szenen. Mich hat das Buch durchgehend wahnsinnig gut unterhalten, es ist sogar eines meiner liebsten der Autorin. Wer psychologische Spannung mit einigen Überraschungen und etwas Humor zu schätzen weiß, kann hier nichts falsch machen.
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Autor: |
Annika Strauss, Sebastian Fitzek |
| Verlag: | Droemer |
| ISBN-13: | 978-3426570760 |
| Taschen- buch: |
320 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Wenn Albträume Realität werden
Inhalt:
Mit vier Jahren wird Alysee Zeugin der Ermordung ihres Vaters, was sie nachhaltig beeinflusst. Die Angst vor dem Einschlafen und ihren Albträumen verfolgt sie ein Leben lang. Sie verarbeitet diese bei der Programmierung eines Horror-Spiels, welches der Beginn einer glorreichen Zukunft für sie sein soll. Dann erfährt sie von einer geheimnisvollen Erbschaft, die Licht in das Dunkel ihrer Vergangenheit bringen könnte. Doch damit geht der reale Albtraum erst los.
Meine Meinung:
Mein Lieblingsautor Sebastian Fitzek hat sich mal wieder zu einer Zusammenarbeit entschlossen, diesmal mit der Horror-Autorin Annika Strauss, die mir bisher völlig unbekannt war. Natürlich muss ich alles lesen, wo Fitzek draufsteht, wobei ich den Eindruck hatte, dass dieser hier nur ideengebend und unterstützend beteiligt war.
Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch gut unterhalten und die Spannung durchgehend aufrechterhalten werden. Die Fitzek-typischen Plot-Twiste haben mir ein wenig gefehlt, die Ausrichtung insgesamt glitt mir zu sehr ins Genre Science-Fiction und war damit schon etwas weit hergeholt.
Sehr gut fand ich die kreierte Atmosphäre in dem Horrorhotel, die für die eine oder andere Gänsehaut gesorgt hat. Auch die Erzählungen einiger Nebenfiguren sorgten für Schockmomente ebenso wie die beschriebenen albtraumhaften Tode. Horror war definitiv enthalten, Thriller für mich eher weniger erkennbar. Dafür mehr Phantastik, auf die man sich schon einlassen muss. Die enthaltenen Zeichnungen machten einige Szenen auf grauenvolle Weise noch vorstellbarer.
Wer nicht zu viel Fitzek erwartet und dem Horror-Genre gegenüber aufgeschlossen ist, wird dem Buch sicher einiges abgewinnen können. Ich denke schon, dass ich einer weiteren Zusammenarbeit beider Autoren eine Chance geben würde.
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Autor: |
Ernest Nybørg |
| Verlag: | Verlag Edition AV |
| ISBN-13: | 978-3868413380 |
| Taschen-buch: | 290 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Skrupelloses Handeln beim Milliardengeschäft Energie
Inhalt:
Der als Unfall getarnte Mord an einem dänischen Politiker wird zum neuen Fall für Anne Munk, Kommissarin bei der Kripo Aarhus. Offenbar stand er mit seiner Gegenstimme einem milliardenschweren Geschäft zwischen Dänemark und Finnland zum Bau eines Windparks in der Ostsee im Weg. Als zudem noch eine junge Journalistin spurlos verschwindet, die Unregelmäßigkeiten bei der Entsorgung von Sondermüll bei eben jener finnischen Firma dokumentiert hatte, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Anne Munk stößt auf eine Mauer des Schweigens und muss sich mit den Manipulationen eines windigen Anwalts auseinandersetzen, der ihr immer einen Schritt voraus ist.
Meine Meinung:
Nachdem zuletzt Kommissar Erik Martensen aus Odense in einem brisanten Fall in Dänemark ermitteln durfte, schickt Ernest Nybørg nun Anne Munk in Aarhus in die Spur, wobei sie von ihrem ehemaligen Mentor Martensen sogar Unterstützung bekommt, sodass man sich über ein Wiedersehen freuen kann, wenn man "Martensen und das wehrlose Wasser" gelesen hat.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Die Kommissarin Anne Munk war mir auf ihre Art sehr sympathisch. Anfangs eher unfreiwillig in den Fall geworfen, verbeißt sie sich schnell darin, verfolgt jede Spur und tritt dabei ihren Gegnern und teilweise auch Vorgesetzten durch ihr Engagement gehörig auf die Füße.
Einmal mehr versteht es der Autor hervorragend, aktuelle Themen zu einem spannenden Kriminalfall auszubauen. Die Facts am Ende des Buches zeigen die Brisanz und Realitätsnähe. Genau so könnte es passieren oder schon passiert sein. Denn in Zeiten, wo Profit und Gier über allem stehen, ist ein Menschenleben wenig wert.
Beeindruckt war ich von der detailgenauen Beschreibung der Örtlichkeiten in Aarhus oder auch Helsinki. Es erscheint als ziemlich sicher, dass der Autor hier direkt vor Ort recherchiert hat, damit so ein konkretes Bild entstehen kann.
Die Spannung flaut zu keinem Zeitpunkt ab und auch wenn der gerechtigkeitsliebende Leser sich vielleicht ein etwas anderes Ende gewünscht hätte, so spiegelt es doch in diesem Fall glaubhaft die Realität wider und der Ausgang vermittelt den Eindruck, dass hier noch nicht aller Tage Abend ist und man sich vielleicht auf eine Fortsetzung freuen kann. Ich tue es in jedem Fall.
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Autor: |
Colleen Hoover |
| Verlag: | dtv |
| ISBN-13: | 978-3423285490 |
| Gebundene Ausgabe | 412 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Musst du erleben, was du schreibst?
Inhalt:
Nach einem Shitstorm zur Verfilmung eines ihrer Romane leidet die erfolgreiche Thriller-Autorin Petra Rose unter einer Schreibblockade, jedoch braucht sie dringend einen neuen Bucherfolg, um ihre Rechnungen bezahlen zu können. Sie zieht sich in eine einsame Hütte am See zurück und hofft auf Inspiration. Diese ereilt sie in Person von Detective Nathaniel Saint. Er entspricht genau ihrer Vorstellung des Cops in ihrem Buch und als er ihr anbietet, sie mit seinem Wissen zu unterstützen, lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein.
Meine Meinung:
Tatsächlich ist dies mein erster Roman von Colleen Hoover gewesen, die derzeit als eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt gilt. Nun ja, vielleicht sollte ich ihr eine weitere Chance geben, denn dieses Buch war jetzt nicht der große Hauptgewinn für mich. Ich bin nur froh, die Kurzgeschichte, auf der der Roman beruht, vorher nicht gekannt zu haben, sonst wäre die Enttäuschung wohl ungleich größer.
Die Autorin versteht es zu schreiben und Spannung aufzubauen, keine Frage. Deshalb konnte man das Buch auch flüssig durchlesen, wurde dabei gut unterhalten und es gab auch einige Spannungsmomente sowie überraschende Wendungen. Das war es dann auch an Positivem.
Ich weiß nicht recht, wo ich das Buch einordnen soll. Für einen Romantic-Thriller fehlte sowohl die Romantik als auch der Thrill. Eine Anziehung zwischen den Protagonisten war klar erkennbar und endete schließlich auch in einigen spicy Szenen. Ich konnte auch die Faszination von Petra gegenüber Saint nachvollziehen, der so anders agierte, als sie es kannte. Aber dass die Beziehung irgendwie mein Herz berührt hätte – nein.
Schlimm fand ich generell das Verhalten der weiblichen Hauptfigur und vor allem ihre extreme Empörung am Ende. Das war für mich nicht nachvollziehbar, nachdem sie doch alles so genossen und das Ganze schließlich auch zum gewünschten Ziel geführt hatte. Ihre Ambivalenz und das Baden in Selbstmitleid machte es mir wirklich schwer, sie zu mögen. Letzten Endes hinterlässt das Buch bei mir keinen guten Nachgeschmack und wird sicher schnell in Vergessenheit geraten.
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Autor: |
J. T. Geissinger |
| Verlag: | Bramble Verlag |
| ISBN-13: | 978-3-426-56631-2 |
| Taschen-buch: | 382 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Spicy Lovestory mit überraschendem Plot-Twist
Zum Inhalt:
Kayla verliert ihren Ehemann und steht plötzlich allein mit dem reparaturbedürftigen Haus da. Zum Handwerker Aidan verspürt sie sehr schnell eine magische Anziehung, was sie doch sehr verwundert so kurz nach Michaels Tod. Im Haus geschehen derweil mehrere unerklärliche Dinge, die Kayla an ihrem Verstand zweifeln lassen. Und dann bekommt sie noch Post vom Gefängnisinsassen Dante, der sie zu kennen scheint. Aus reiner Neugier lässt sie sich auf einen Briefwechsel mit ihm ein und hat keine Ahnung, wohin das Ganze sie führen wird.
Meine Meinung:
Die Cover-Gestaltung inkl. des Farbschnitts war schon mal sehr ansprechend. Den Klappentext sollte man sich nicht zu genau ansehen, denn der führt schlichtweg, ebenso wie der Titel, in die Irre. Schon klar, dass nicht zu viel von der enthaltenen überraschenden Wendung verraten werden soll, aber hier werden regelrecht falsche Informationen gegeben.
Durch die Leseprobe hatte ich bereits eine Ahnung bekommen, dass es einen paranormalen Touch geben wird. Diesen fand ich auch sehr spannend und gerne hätte ich auch mehr Fokus auf der Geschichte mit dem Pen Pal gehabt, aber die verkommt leider zur Nebensache. Erst die letzten ca. 80 Seiten konnten mich dann wieder fesseln und überraschen, auch wenn ich bereits eine leichte Ahnung hatte, wohin es gehen könnte.
Die restlichen Seiten bestehen fast ausschließlich aus Aufeinandertreffen erotischer Natur zwischen Kayla und Aidan. Gefühlt aller 5 Seiten fallen sie übereinander her und einzig daraus scheint ihre Beziehung zu bestehen. Das muss man mögen, ebenso den Schwenk in den SM-Bereich. Mir war das dann stellenweise doch zu viel, daher auch ein Punkt Abzug.
Ansonsten ist der Schreibstil der Autorin, von der ich erstmalig gehört habe, recht angenehm zu lesen. Sie weiß durchaus, den Leser in die Geschichte zu ziehen und an der Lösung des Rätsels um Kayla, Aidan und Dante zu beteiligen. Das ist schon clever gemacht und sorgt für den einen oder anderen Aha-Moment.
Wer dunkle Romanzen mag und auch von paranormalen Effekten nicht abgeschreckt wird, könnte mit dem Buch durchaus sein Vergnügen haben.
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Autor: |
Sebastian Fitzek |
| Verlag: | Droemer |
| ISBN-10: | 978-3426281758 |
| Gebundene Ausgabe | 367 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Drum prüfe deine Nachbarn …
Zum Inhalt:
Durch ein einschneidendes Kindheitserlebnis leidet Sarah Wolff an Monophobie, sie kann nicht allein sein. Nachdem ihr Ehemann sich als psychopathischer Killer herausgestellt hat und seine Haftzeit dem Ende entgegengeht, flieht sie mit ihrer Tochter nach Berlin und versucht in der Anonymität der Großstadt unterzutauchen. Ihre Beziehung zu einem Zahnarzt scheitert, ihre Tochter geht auf Klassenfahrt – plötzlich muss sie sich dem Alleinsein und ihren Dämonen stellen. Doch ist sie wirklich so unbeobachtet, wie sie glaubt?
Meine Meinung:
Es ist Ende Oktober, es ist Fitzek-Zeit. Diesmal habe ich es geschafft, sein neuestes Werk relativ zeitnah zu lesen. Bestellt war es ohnehin schon Monate zuvor.
Auch wenn ich häufiger lese, dass die Qualität seiner Romane immer mehr abnimmt, für mich gilt das bei "Der Nachbar" definitiv nicht. Von der ersten Seite an wird gekonnt Spannung aufgebaut, die durch die kurzen Kapitel, die meist noch mit Cliffhangern enden, und vielen unerwarteten Wendungen auch bis zum Schluss auf hohem Niveau bleibt. Den ganz großen Knall, wo mir am Ende sonst meist der Mund etwas offen stehen bleibt, gab es diesmal nicht, dafür wird aber die Basis für eine mögliche Fortsetzung gelegt. Warten wir mal ab.
Beim "Nachbar" handelt es sich quasi um einen Stalker der fürsorglichen Sorte, was wohl eher selten vorkommt, bis er es dann übertreibt. Das bedrohliche Szenario, in dem sich Sarah wiederfindet, ist sehr gut nachzuvollziehen. Teilweise empfand ich es so beklemmend, dass ich selbst etwas mehr den Fokus auf die Sicherheit im eigenen Zuhause gelegt habe.
Der Autor präsentiert diesmal fast stakkatoartig neue Verdächtige, sodass es hin und wieder schon schwerfällt, hier auf dem Laufenden zu bleiben bzw. seine Denkweise, wer der Täter sein könnte, wieder anders auszurichten. Auch sollte man sich die von Sarah erdachten und vom Täter dann teilweise ausgeführten Tötungsarten nicht allzu bildhaft vorzustellen. Das könnte empfindlichen Gemütern dann doch etwas zu weit gehen.
Ich bin mit dem Buch wieder sehr gut unterhalten worden. Es löst sich alles nachvollziehbar auf und hinterlässt nur ganz wenige Fragen. Der Stil, Aufbau und Auflösung sind sowieso meins, weshalb Herr Fitzek bei mir einmal mehr einen Treffer gelandet hat.
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Autor: |
Arno Strobel |
| Verlag: | Fischer |
| ISBN-13: | 978-3596711512 |
| Klappen- broschur: |
349 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Der Traum vom eigenen Haus ein Albtraum?
Inhalt:
In einer neu gebauten Siedlung im Spessart machen Ines und Marco Winkler ihren Traum vom eigenen Häuschen wahr. Sie fühlen sich endlich angekommen. Doch schon bald gibt es ungewöhnliche Ereignisse. Ines fühlt sich beobachtet und sieht im leer stehenden Nachbarhaus einen Schatten. Sie zweifelt an ihrer Wahrnehmung, doch am Tag darauf wird dort eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. Und sie bleibt nicht die einzige. Unsicherheit macht sich in der Siedlung breit. Wer ist der Nächste und sollte man besser fortgehen, bis der Killer gefunden ist?
Meine Meinung:
Ich lese die Romane von Arno Strobel schon von Beginn an sehr gern, obwohl ich längst nicht alle geschafft habe. "Welcome Home" gelang es mir diesmal zeitnah nach Erscheinen zu beginnen. Besonders hervorzuheben ist das Cover mit einem lentikularen Wechselbild. Es verlockt dazu, das Buch öfter in die Hand zu nehmen.
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und hält einige Spannungsmomente bereit. Eine nette Idee auch der Lageplan der Siedlung, auch wenn er nicht fehlerfrei ist. Allerdings muss ich sagen, dass mich die Vielzahl der Bewohner etwas überfordert hat und ich sie irgendwann nicht mehr richtig zuordnen konnte. Außer Johanna und Guido, auf die etwas näher eingegangen wird (inklusive des sehr interessanten Phänomens der Synästhesie), kommen ihre Eigenschaften kaum zum Tragen. Sie sind quasi austauschbar. Auch den Hauptfiguren Ines und Marco bin ich nicht wirklich nahegekommen. Man erfährt einfach zu wenig über sie.
Die Ermittler glänzen nicht gerade durch Umsichtigkeit und die sich oft wiederholenden Abläufe bremsen die Spannung dann doch etwas aus. Natürlich wird ein möglicher Täter auf dem Silbertablett präsentiert, der es selbstverständlich nicht sein kann und ich bin auch nicht drauf gekommen, wer wirklich dahintersteckt, allerdings geriet mir die Auflösung auf gerade mal zwei bis drei der letzten Seiten dann doch etwas zu abrupt. Der Schluss hat irgendwie ein unbefriedigendes Gefühl hinterlassen.
Für mich war der neue Strobel ein gut zu lesender Thriller, der ruhig noch etwas spannender hätte sein können und dessen jähes Ende mir nicht ganz so gut gefallen hat. Dennoch wird er Fans des Autors zufriedenstellen und auch ich ihm weiter treu bleiben.
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Autor: |
Zoran Drvenkar |
| Verlag: | Suhrkamp |
| ISBN-13: | 978-3518475119 |
| Gebundene Ausgabe | 695 seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Bist du Jäger oder Beute?
Inhalt:
Asa ist in eine Familie hineingeboren, in der Traditionen über alles gehen. Dazu gehört eine Prüfung, die man als Jugendlicher absolvieren muss, wobei jedoch nur die Stärksten überleben und Unschuldige zum Opfer werden. Asa will mit dieser Tradition brechen und zieht ihren Vater auf ihre Seite, was dieser mit seinem Leben bezahlt. Asa wird von der eigenen Familie weggesperrt und auf schlimmste Weise gedrillt. Als sie sich endlich ein eigenes Leben in Norwegen aufgebaut hat und mit ihrem Mann und ihrer Tochter glücklich ist, wird ihr das Liebste genommen, eine Folge der immer noch stattfindenden Prüfung. Asa schwört Rache an allen Verantwortlichen und wenn es ihr Leben kosten sollte.
Meine Meinung:
Bereits durch seine Romane "Sorry" und "Du" kenne ich den außergewöhnlichen Schreibstil von Zoran Drvenkar, sodass dieser keine Überraschung für mich darstellte. Im Gegenteil – als Leser so direkt am Geschehen Anteil zu nehmen, hatte mich bereits bei diesen fasziniert und ließ mich neugierig nach seinem neuen Werk greifen.
Die hier vorliegende Story entwickelt nach und nach einen unglaublichen Sog. Zwar ist es recht anspruchsvoll zu lesen aufgrund der vielen Zeitsprünge und verschiedenen Protagonisten, aber es wird nie langweilig. Einerseits folgen wir Asa auf ihrem Rachefeldzug in der Gegenwart, andererseits wird die mehr als hundertjährige Familiengeschichte aufgerollt.
Die Grundidee und Motivation zur Entstehung der Tradition der Prüfung ist durch die Ereignisse in den beiden Weltkriegen durchaus nachzuvollziehen. Den Heranwachsenden eine gewisse Härte anzutrainieren, sie im Umgang mit natürlichen Ressourcen zu schulen und für die Widrigkeiten des kommenden Lebens stark zu machen, findet durchaus meine Zustimmung. Natürlich läuft all dies aus dem Ruder und die Akzeptanz der ausgeübten Gewalt sowie das Einbeziehen von völlig Unschuldigen bedarf keiner Diskussion. Demzufolge ist Asas Rache auch gerechtfertigt.
Eine etwas weniger ausschweifende Erzählung der Geschichte vor allem im Mittelteil wäre nicht das Schlechteste gewesen, aber das ist nur ein geringer Kritikpunkt. Überwiegend ist dieser Racheroman wirklich durchgehend spannend, teilweise mysteriös und atmosphärisch dicht erzählt, sodass man oft alles um sich herum vergisst. Wer mal wieder richtig in einer außergewöhnlichen Story versinken will, dem sollten die fast 700 Seiten nichts ausmachen.
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Autor: |
Cleo Konrad |
| Verlag: | Lübbe |
| ISBN-13: | 978-3757700829 |
| Taschen-buch: | 528 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Wenn die Sünden der Vergangenheit dich einholen …
Inhalt:
Mira liebt ihren Beruf als Lehrerin, doch ein plötzlich aufgetauchtes Video von ihr scheint in kürzester Zeit alles zu zerstören, was sie sich aufgebaut hat. Das Deep Fake wirkt täuschend echt und verbreitet sich rasend schnell im Netz. Antworten auf die drängenden Fragen findet sie nur im Dorf ihrer Kindheit, welchem sie für immer den Rücken gekehrt hat. Hier muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen, doch sie ist es nicht allein, die Schuld auf sich geladen hat …
Meine Meinung:
Die Autorin war mir bisher völlig unbekannt, aber durch die begeisterte Empfehlung eines Bloggers und auch das ansprechende Thema konnte ich nicht lange an dem Buch vorbeigehen. Und ich habe es keine Minute bereut. So wirklich als Thriller würde ich es nicht bezeichnen, aber es ist ein unglaublich spannender Roman über die Sünden der Vergangenheit, Geheimnisse, zerbrochene Freundschaften und unerwiderte Liebe, der viele Themen aufgreift, wie Mobbing, Homosexualität und Kirche, Übergriffe gegenüber Schutzbefohlenen etc.
Vor allem der Kontrast zwischen der modernen Welt, in der Deep Fakes an der Tagesordnung sind und immer mehr Einzug in unser Leben halten und einem verschlafenen Dorf in Bayern, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ist faszinierend. Der Aufbau ist auch super gut gelungen. Einerseits erleben wir Miras Perspektive, die alles versucht, um ihren Ruf zu retten. Auf der anderen Seite sind da die Tagebucheinträge von Kat, die ihr Leben ab dem Zuzug in eben jenes Dorf beschreibt. Ist anfangs noch unklar, was das eine mit dem anderen zu tun hat, laufen die Fäden dann doch zusammen und ergeben kongenial ein Ganzes.
Die sehr bildhaft dargestellte düstere Atmosphäre in diesem Dorf, vor allem dann auch zum Ende hin mit der entsprechenden Witterung, sorgt für Gänsehaut. Mit den Charakteren konnte ich mich gut identifizieren, wobei man natürlich den beiden Frauen am nächsten kommt, die aus ihrer jeweiligen Sicht berichten. Auf den letzten 100 Seiten nimmt die Spannung noch mal derart Fahrt auf, dass man das Buch nur unschwer aus den Händen legen kann. Schließlich punktet die Autorin dann noch mit immer wieder überraschenden Wendungen, die man einfach nicht kommen sah. Ich bin von der Story auf jeden Fall super begeistert gewesen und kann sie jedem nur wärmstens an Herz legen.
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Autor: |
Andreas Winkelmann |
| Verlag: | Rowohlt |
| ISBN-13: | 978-3499013317 |
| Taschen-buch: | 380 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Die vermissten Mädchen
Inhalt:
Vor sieben Jahren verschwindet die 17jährige Isabell spurlos. Ihr Vater Jonas tötet, nachdem seine Frau Suizid begangen hat, den Hauptverdächtigen und landet im Gefängnis. Heute wird wieder eine junge Frau vermisst und ihre Großmutter beauftragt die Privatdetektivin Franca mit der Suche nach Silvia. Diese war Isabells Klassenkameradin und scheint zu wissen, was mit ihr geschah. Gemeinsam mit Jonas, der inzwischen wieder auf freiem Fuß ist, versucht Franca Licht ins Dunkel zu bringen und stößt auf einen Pfuhl voller Geheimnisse und Intrigen.
Meine Meinung:
Ich habe mich gefreut, den neuen für sich allein stehenden Thriller von Andreas Winkelmann diesmal zeitnah lesen zu können, wobei die Hauptfiguren durchaus Potential für eine Reihe bieten.
Das Buch hat mich von der ersten Seite an sehr gut unterhalten und gefesselt. Anfangs gibt es zwei Zeitstränge, die Isabells Verschwinden und die Reaktionen ihres Vaters darauf sowie die Suche von Franca nach Silvia beinhalten. Nach immer mehr Verknüpfungen der beiden Fälle laufen diese zusammen und Franca und Jonas bilden ein ungewöhnliches Ermittler-Duo. Ich mochte beide Hauptfiguren und hätte gerade bei Franca gern mehr über ihre Vergangenheit erfahren.
Die Story wartet mit dem ein oder anderen unerwarteten Plot-Twist auf und die Spuren sind so geschickt gelegt, dass das Miträtseln zwar Spaß macht, jedoch kaum zum schlussendlichen Ergebnis führen dürfte. Ein paar Klischees werden zwangsläufig bedient und zwischenrein flaut die Spannung ein wenig ab, weil nicht wirklich viel passiert, aber das ist zu verschmerzen.
Zusammengefasst ein wirklich gut durchdachter, intelligenter Thriller, der eigentlich eher ein Krimi ist und von dem ich mir eine Fortsetzung gut vorstellen könnte.
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