Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Archives: August 2012

 

Autor:

James Patterson
Verlag: Blanvalet
ISBN-10: 3442375851
Taschenbuch 384 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-
hörigkeit:
Teil 7 – Womens Murder Club
(Club der Ermittlerinnen)
ausgelesen: 15.10.2009 (HC-Ausgabe)

 

Flott zu lesender Thriller mit überraschendem Ende

Inhalt:

Im siebenten Teil der „Women’s Murder Club“-Reihe haben es Lindsay Boxer und ihre Mitstreiterinnen gleich mit zwei Fällen zu tun. Einerseits ist da der spurlos verschwundene, herzkranke Sohn des ehemaligen Gouverneurs von Kalifornien, Michael Campion. Ein anonymer Anruf bringt endlich eine Spur und führt zur Prostituierten Junie Moon. Der zweite Fall, der Lindsay und ihren Partner Rich Conklin in Atem hält, befasst sich mit ungeklärten Bränden in Häusern reicher Ehepaare. Fast anfänglich nur wie Brandstiftung aussieht, entwickelt sich bald zu einer Mordserie, für die es kein Motiv zu geben scheint.

Meine Meinung:

Durch die kurzen Kapitel und den prägnanten Schreibstil von Patterson fliegt man nur so durch das Buch. Der „Women’s Murder Club“ selbst hat diesmal zwar weniger Ermittlungsarbeit zu leisten, jedoch sind dafür Lindsay Boxer und die Anwältin Yuki Castellano stark eingebunden. Letztere setzt ihre Karriere und fast auch ihr Leben aufs Spiel, um das vermeintliche Verbrechen an Michael Campion aufzuklären. Auch in persönlichen Dingen entwickeln sich die Frauen weiter, Lindsay zweifelt sogar zeitweise an ihrer großen Liebe Joe, der endlich zu ihr gezogen ist. Der Brandstiftungs-Fall, teilweise auch aus der Sicht der Täter und damit umso eindringlicher beschrieben, endet in einem furiosen Finale.

Der einen zufriedenen Gesamteindruck hinterlassende Thriller glänzt mit einem überraschenden Ende und macht neugierig auf weitere Fälle des eingespielten Teams.

Kerstin at Donnerstag, August 30th, 2012 | Filed under: Patterson, James,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Craig Russell
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3404163028
Taschenbuch 416 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-
hörigkeit:
Jan Fabel-Reihe (Band 3)
ausgelesen: 27.07.2009 (HC-Ausgabe)

 

Jeder hat eine Vergangenheit

Inhalt:

Kaum aus dem Urlaub zurückgekehrt erwartet Hauptkommissar Fabel ein grauenhafter Mordschauplatz. Die Besonderheit – das Opfer wurde skalpiert, sein Skalp rot eingefärbt und deutlich zur Schau gestellt. Was will der Mörder damit ausdrücken? Schon sehr bald folgt ein weiteres Opfer und die Lösung der Frage könnte in der gemeinsamen politischen Vergangenheit liegen.

Meine Meinung:

Mit dem 3. Teil der Jan Fabel-Reihe gelingt dem Autor meiner Meinung nach ein schlüssiger Thriller, der das Niveau der Vorgänger halten kann. Neueinsteiger sollten keine Probleme haben, auch wenn Fälle bzw. Figuren aus dem ersten Band der Reihe („Blutadler“) angerissen werden. Dennoch ist es natürlich schöner, der Entwicklung der bereits eingeführten Charaktere, von Fabel selbst und seines Teams folgen zu können.

Man merkt Craig Russell wieder einmal seine Liebe zur Stadt Hamburg an, allerdings werden wohl nur Einheimische die ausführlichen örtlichen Beschreibungen richtig würdigen können. Der Autor wirft Fragen über Reinkarnation auf, die den einzelnen Leser doch nachdenklich machen könnten. Ich persönlich fand den politischen Bezug zur RAF und anderen Terror-Gruppen sehr interessant, ebenso wie das Zwischenspiel mit einem Mumienfund aus dem 2. Weltkrieg, obwohl der ansonsten nichts mit dem Buch zu tun hatte.

Da einige Abschnitte aus der Sicht des Täters geschrieben sind, ist man näher am Geschehen dran und versteht seine Motivation, während die Polizei noch lange im Dunkeln tappt. Dennoch versteht es der Autor die Spannung bis zu einem doch überraschenden Ende zu halten und sogar kontinuierlich zu steigern.

Noch lose Fäden aus Teil 1 schreien nach einer Fortsetzung und da es bereits einen weiteren Fabel-Roman gibt, welcher in Köln spielt, ist wohl davon auszugehen, dass Jan Fabel seinen Plan, den Job zu kündigen, doch nicht ausgeführt hat.

Kerstin at Montag, August 27th, 2012 | Filed under: Russell, Craig,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Michelle Raven
Verlag: Lyx
ISBN-10: 3802582225
Taschenbuch 512 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-
hörigkeit:
Ghostwalker – Band 1
ausgelesen: 26.07.2009

 

Auch im paranormalen Genre ein Stern am Horizont

Inhalt:

Nach einem Skandal ist die Journalistin Marisa Perez gezwungen, sich in die Einsamkeit der kalifornischen Berge zurückzuziehen. Eines Nachts findet sie auf ihrer Terrasse einen verletzten und vor allem nackten Mann vor. Sie zögert nicht, ihm zu helfen und als am nächsten Tag die Polizei bei ihr erscheint, weil in der Nachbarschaft ein Mord verübt wurde, verschweigt sie seine Anwesenheit. Kurz darauf ist sie gezwungen mit Coyle zu fliehen und ihr eröffnet sich eine Welt, von der sie nicht zu träumen gewagt hätte.

Meine Meinung:

Die bereits durch ihre mitreißenden Romantic Suspense-Thriller bekannte Autorin begibt sich mit diesem Roman auf neue, paranormale Pfade. Dies gelingt ihr wie erwartet ausnehmend gut. Dass die Autorin Nalini Singh ihr Inspiration und Motivation war, lässt sich nicht ganz verbergen, jedoch schafft Michelle Raven es, eine ganz eigene faszinierende Welt zu erschaffen. Durch gekonnte Landschafts- und Naturbeschreibungen fühlt sich der Leser quasi hineinversetzt in den Lebensraum der Gestaltwandler-Familie.

Die Charaktere aller Figuren sind wunderbar herausgearbeitet. Für mich immer wieder besonders überzeugend ist die Fähigkeit von M. Raven die zwischenmenschlichen Empfindungen darzustellen. Sie findet einfach die richtigen Worte, sodass man mit allen Protagonisten mitfühlt und –leidet. Die erotischen Szenen empfand ich als genau dosiert. Die ersten Erfahrungen so ausführlich und intensiv, dass man nicht umhin konnte, selbst ein wohliges Kribbeln zu verspüren. Der Rest dann nur angedeutet und viel Platz für die eigene Fantasie lassend. Besonders die Massage im Wald wird wohl einigen Lesern längere Zeit in Erinnerung bleiben.

Der zweite Handlungsstrang war für mich ein Muss für die Dynamik des Romans und überhaupt die Motivation und Zerrissenheit des Charakters von Coyle, denn vor allem die Sorge um den entführten Bowen treibt ihn an und lässt ihn immer wieder seine eigenen Gefühle gegenüber Marisa zurückstellen.

Die letzten 100 Seiten fliegen nur so dahin, da die Spannung kontinuierlich seinem Höhepunkt entgegenschreitet. Die anfänglich etwas behutsamere und ausführliche Einführung in die Welt der Berglöwen-Gestaltwandler tut dem Roman gut und eröffnet auch dadurch unzählige Möglichkeiten für Fortsetzungen. Sowohl die weitere Wandler-Spezies der Adler als auch die vielen interessanten Nebenfiguren machen die Spannung fast unerträglich, wer die Hauptfiguren in den folgenden bereits angekündigten Bänden der Reihe sind.

In mir bleibt nur ein Wunsch offen, mögen der Autorin die Ideen für noch viele Fortsetzungen nicht ausgehen. Weiter so, Michelle!

Kerstin at Samstag, August 25th, 2012 | Filed under: Fantasy/Paranormal,Raven, Michelle | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Val McDermid
Verlag: Knaur
ISBN-10: 3426504464
Taschenbuch: 544 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5
ausgelesen: 09.07.2009 (HC-Ausgabe)

 

Spannender Kriminalfall mit schottischer Geschichte verquickt

Inhalt:

Misha Prentice meldet ihren Vater als vermisst. Das Erstaunliche allerdings ist, dass er bereits seit mehr als 20 Jahren verschwunden ist. Ihr Sohn leidet an Leukämie und eine Knochenmarkspende ihres Vaters scheint seine einzige Hoffnung zu sein. Sofort werden die Ermittlungen aufgenommen, führen jedoch zu immer mehr Fragen.

Gleichzeitig stößt die Reporterin Bel Richmond in Italien auf ein Indiz zu einem spektakulären Entführungsfall. Im Jahr 1985 verstarb bei der Lösegeldübergabe die Tochter eines der reichsten Männer Schottlands. Ihr kleiner Sohn blieb verschwunden. Sir Brodie setzt alles daran, ihn zu finden und finanziert Bel ihre Recherche.

DI Karen Pirie bekommt am Ende beide Fälle auf den Tisch und stürzt sich sofort in die Suche nach der dramatischen Wahrheit.

Meine Meinung:

In diesem spannenden Kriminalpuzzle begibt sich Val McDermid im Gegensatz zu ihren blutrünstigeren Thrillern auf leisen Sohlen in ihre eigene Vergangenheit. So bekommt der Leser eine Menge Informationen zu den schlimmen Bergarbeiterstreiks der 80iger Jahre in Schottland und der daraus resultierenden Armut. Auch mit Kritik an der „Eisernen Lady“, Margaret Thatcher, wird nicht gespart.

Beide Handlungsstränge laufen parallel und werden jeweils durch Rückblenden in die konkrete Vergangenheit lebendig untermalt. Dabei versteht die Autorin es hervorragend, stets die Spannung absolut am Limit zu halten. Wird es gerade so richtig interessant, folgt erneut ein Perspektivenwechsel. Natürlich ahnt der geübte Krimileser schon bald einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen, aber die Aufdeckung der tatsächlichen Hintergründe bleibt bis zum rasanten Schluss offen, da auch meisterhaft immer wieder falsche Spuren gelegt werden.

Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman für Leser, denen psychologische Fallstricke wichtiger sind als Serienmörder mit einer Unzahl von Leichen.

Kerstin at Mittwoch, August 22nd, 2012 | Filed under: McDermid, Val,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Jodi Picoult
Verlag:

Bastei Lübbe

ISBN-10:

3431038573

Gebundene Ausgabe 571 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Brisantes Thema packend umgesetzt

Zum Inhalt:

Max und Zoe Baxter sind nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich dabei, ein Baby zu bekommen. Doch es kommt erneut zu Komplikationen und schließlich einer Totgeburt. Zoe will trotz schwerer gesundheitlicher Probleme ihren Traum nicht aufgeben, Max jedoch entscheidet sich dagegen und reicht die Scheidung ein. Während eines Unfalls unter Alkoholeinfluss hat er eine Erscheinung und findet zu Gott. Zoe stürzt sich dagegen voll in ihre Arbeit als Musiktherapeutin, wo ihr häufig die lebenslustige Vanessa begegnet.

Bald muss sie erkennen, dass sie mehr als Freundschaft für sie empfindet. Beide verlieben sich, heiraten und wollen ihre Beziehung mit einem Baby krönen. Was läge näher, als die noch eingefrorenen Embryonen aus Zoes Ehe mit Max für Vanessa zu verwenden, da sie selbst aufgrund einer Totaloperation nicht mehr schwanger werden kann? Doch Max muss seine Zustimmung geben. Sein neuer Glaube steht dem entgegen. Viel lieber würde er die Embryonen seinem Bruder Reid und dessen Frau Liddy spenden, die ebenfalls schon lange einen Kinderwunsch hegen. Es kommt zum erbitterten Prozess, wobei beide Parteien sich nichts schenken. Kann es überhaupt ein Happy End geben?

Meine Meinung:

In ihrem neuen Roman greift Jodi Picoult wie gewohnt ein vor allen in den USA sehr brisantes Thema auf. Die Rechte homosexueller Paare sind dort wohl noch wesentlich eingeschränkter als hier in Deutschland, wo auch, schon wegen der Verfahrensweise mit Embryonen, ein solcher Prozess wie hier im Buch undenkbar wäre. Um es besonders dramatisch zu machen, stellt sie den zwei liebenden Frauen den Ex-Mann gegenüber, welcher über nicht gerade viel Rückgrat verfügt, und sich deshalb sehr leicht von einer erzkonservativen Glaubensgemeinschaft hat vor den Karren spannen lassen.

Im ersten Viertel des Buches wird dem Leser einiges zum Verdauen gegeben und die vielen Schicksalsschläge erscheinen etwas zu geballt. Im weiteren Verlauf bekommt man einen guten Einblick in die Arbeit einer Musiktherapeutin und die Autorin hat dazu sogar einen eigenen Soundtrack zum Buch entwickelt (Texte von ihr und Gesang durch Ellen Wilber), der auf ihrer Homepage anzuhören ist. Die Musik ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber schon eine tolle Idee.

Der Roman findet seinen Höhepunkt mit dem Prozess und dem Kampf um die eingefrorenen Embryonen. Hier glänzen die manchmal ein wenig übertrieben lustig wirkende Anwältin der Frauen und der so typische karrierebewusste Anwalt ohne Skrupel von Max. Von den Hauptfiguren habe ich neben Zoe auch Vanessa ins Herz geschlossen. Als Nebenfigur möchte ich vor allem Zoes Mutter sehr positiv hervorheben, die absolut loyal hinter ihr steht.

Durch die abwechselnde Erzählweise aus der Ich-Perspektive von Zoe, Max und Vanessa bekommt der Leser einen sehr guten Eindruck in deren jeweilige Gefühlswelt, vor allem auch durch Rückblicke in die Vergangenheit. Ich fand auch toll, dass im Prozess beide Parteien ausgiebig zu Wort kamen und ihre Sichtweise darstellen konnten. Der Leser mag nun selber entscheiden, welcher Seite er sich mehr zugehörig fühlt.

Mit bis zum Ende immer wieder überraschenden Wendungen fesselt Jodi Picoult ihre Leser und schafft es gleichzeitig ein Plädoyer für Gerechtigkeit und Toleranz abzugeben. Weil es mir am Ende alles ein bisschen zu schnell ging und für mich wichtige Fragen leider ungeklärt blieben, gebe ich einen halben Punkt Abzug und damit 4,5 Sterne für diesen gelungenen Roman von Jodi Picoult.

Kerstin at Montag, August 20th, 2012 | Filed under: Frauen,Literatur allg.,Picoult, Jodi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

David Safier
Verlag: Rowohlt
ISBN-10: 3499244551
Taschenbuch 288 Seiten
Persönliche
Wertung:
ausgelesen: 20.06.2009

 

Immer fleißig gutes Karma sammeln

Inhalt:

Moderatorin Kim Lange ist am Ziel ihrer Wünsche als sie den Deutschen Fernsehpreis in Händen hält. Zu dumm nur, dass sie noch in derselben Nacht das Zeitliche segnet.

Da sie sich in ihrem bisherigen Leben nicht wirklich durch Güte, Verständnis und vor allem Aufmerksamkeit ihrer Familie gegenüber hervorgetan hat, wird ihr der Weg ins Jenseits verwehrt und sie muss sich fortan als Ameise durchs Leben schlagen. Dass ihre ehemalige Freundin Nina umgehend ihr Netz nach ihrem Mann auswirft, passt ihr jedoch überhaupt nicht. Also heißt es für sie gutes Karma sammeln, um auf der Reinkarnationsleiter wieder nach oben zu steigen und Einfluss auf das Leben ihrer Lieben nehmen zu können.

Meine Meinung:

Der durch Drehbücher zu beliebten TV-Serien wie „Berlin, Berlin“ oder „Mein Leben und ich“ bereits bekannte Autor hat mit seinem Erstlingswerk ein Feuerwerk an witzigen Ideen entzündet. Spätestens als sich Kim als Ameise wiederfindet und dann auch noch auf den schwer gebeutelten Casanova trifft, kommt man aus dem Lachen nicht mehr heraus. Einfach hinreißend komisch, wie sie ihre nächsten Leben in Angriff nimmt, ohne je zu verzagen, weil sie endlich begreift, wie viel sie an ihrer Familie, speziell ihrer Tochter, wieder gutzumachen hat. Schon sehr lange habe ich solch einen Humor nicht mehr genießen können.

Natürlich wird es einige Leser geben, die das Ganze einfach nur hirnrissig finden. Klar, man muss sich auf die Geschichte mit der Reinkarnation einlassen und sollte um Himmels willen nichts davon bitterernst nehmen. Dann steht einem entspannten Leseerlebnis gepaart mit jeder Menge Training für die Lachmuskeln nichts mehr im Wege.

Kerstin at Sonntag, August 19th, 2012 | Filed under: Humor,Safier, David | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Lois Duncan
Verlag: cbt Verlag
ISBN-10:

3570307964

Taschenbuch 254 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Denn deine Schuld wird nie vergessen …

Zum Inhalt:

Nach einem Grillabend mit Alkohol und Drogen überfahren die vier Jugendlichen Julie James, Ray Bronson, Barry Cox und Helen Rivers einen 10-jährigen Jungen und begehen Fahrerflucht. Ein erst viel später erfolgter anonymer Anruf bei der Notrufzentrale kann das Kind nicht mehr retten. Da Barry, der Fahrer, bereits volljährig ist und damit eine hohe Strafe zu erwarten hat, schließen die Vier einen Pakt, über den Vorfall für immer zu schweigen. Daraufhin trennen sich ihre Wege.

Ein Jahr später erhält Julie einen Brief mit nur einem Satz: „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ und begibt sich sofort zu ihren ehemaligen Freunden. Auch Ray, der längere Zeit nicht in der Stadt war, ist zurück und erhält ebenso wie Helen eine rätselhafte Botschaft. Offensichtlich gibt es einen Zeugen für den Unfall und als Barry auf der Sportanlage seiner Uni angeschossen wird, ist klar, dass jemand Rache nehmen will, auf Leben und Tod.

Meine Meinung:

Kaum einem Leser wird die Verfilmung von „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ mit Jennifer Love Hewitt, Sarah Michelle Gellar, Ryan Philippe und Freddie Prinze Jr. unbekannt sein. Als ich erfuhr, dass die bereits 1978 erschienene Vorlage dazu in neuer Überarbeitung erscheint, hat dies sofort mein Interesse geweckt. Lois Duncan gilt damit als Begründerin des Genres Jugendbuch-Thriller.

Anders als bei der Verfilmung, die ja letzten Endes zu einem Slasher-Movie mutierte und damit vor allem Horror-Fans etwas zu bieten hatte, geht es hier im Jugendbuch wesentlich gemäßigter zu und der Roman ist wie angegeben für Jugendliche von 13 bis 16 absolut lesenswert. Ältere Semester könnten allerdings genauso Gefallen an der spannenden Geschichte finden.

Durch die abwechselnde Sichtweise des Geschehens kommen die charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten sehr gut zum Tragen. Während Julie und Ray schon immer die Verantwortungsvolleren waren und während des seit dem Unfall vergangenen Jahres sehr unter der Situation gelitten haben, zeigt sich bei Helen und Barry ihre Oberflächlichkeit und Ichbezogenheit. Die beiden haben sich wirklich verdient.

Der Roman liest sich durchweg flüssig und die Spannungskurve steigt zum Finale hin stark an. Obwohl die Romanvorlage vom Film abweicht, ist die Handlung allerdings recht vorhersehbar und schränkt so das Lesevergnügen ein wenig ein. Deshalb einen Stern Abzug für diesen unterhaltsamen Roman. Um so mehr freue ich mich aber jetzt auf meinen zweiten Jugend-Thriller von Lois Duncan – „Killing Mr Griffin“.

Dem cbt-Verlag danke ich recht herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Kerstin at Mittwoch, August 15th, 2012 | Filed under: All Age/Jugend,Duncan, Lois,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Martin Krist
Verlag: Ullstein
ISBN-10:

3548283535

Taschenbuch: 412 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Nur dadurch lebt der Mensch …

Inhalt:

Im idyllischen Finkenwerda im Spreewald schleicht eine verrückt vor sich hinbrabbelnde Alte in den Wald und findet eine Mädchenleiche. Sie weiß genau, wer dafür verantwortlich ist und versucht die Tat zu verbergen, indem sie den geschändeten Körper versteckt. Lisa, ein 16-jähriges Mädchen, ist genervt von der Einöde und schleicht sich aus dem Haus, um das Wochenende mit ihrem neuen Freund zu verbringen. Sie kehrt nicht zurück.

Alex Lindner beging als Kommissar einen schwerwiegenden Fehler auf der Jagd nach der „Bestie“, verfiel dem Alkohol und wurde suspendiert. Inzwischen hat er die Kneipe seiner Eltern in Finkenwerda übernommen. Er ist es, der als erstes einen Zusammenhang herstellt, als mehrere junge Mädchen vermisst werden. Offenbar ist die Bestie zurück und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Die Wahrheit ist jedoch schrecklicher, als er sie sich hätte vorstellen können.

Meine Meinung:

Bei einem neuen Verlag mit neuem Namen startet ein bekannter in Berlin lebender Schriftsteller mit dem Thriller „Die Mädchenwiese“ durch. Er hat erst kürzlich eine interessante Biografie über die Lebensgeschichte von Kurt Cobain veröffentlicht und so kommt seine Vorliebe für Nirwana auch in diesem Buch zum Tragen.

Der Roman verspricht auf seiner Rückseite Hochspannung bis zur letzten Seite und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Für mich persönlich ist „Die Mädchenwiese“ einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe, und das waren nicht wenige.

Aufgrund des Aufbaus ist es fast unmöglich, das Buch zwischendurch wegzulegen, will man doch bei jedem Handlungsstrang, der nicht selten mit einem Cliffhanger endet, unbedingt wissen, wie es weiter geht. An den Wechsel der Handlungsebene zwischen relativ kurzen Abschnitten gewöhnt man sich schnell, jedoch wäre eine etwas deutlichere Kennzeichnung (Sternchen dazwischen oder ähnliches) günstig gewesen, zumal oftmals auch ein Seitenwechsel vorliegt und hier die Unterscheidung nicht einfach ist.

Die Kapitel erzählen abwechselnd das aktuelle Geschehen sowie die Lebensgeschichte der Berta Kutscher. Letztere ist nicht minder spannend und schockiert durch ihre Brutalität. Ein wenig irritiert war ich davon, dass Berta stets als gebrechliche Greisin dargestellt wird, obwohl sie in Bezug auf die Chronologie der Geschichte gerade mal in den 50igern sein dürfte.

Insgesamt fließt das Blut nicht gerade in Strömen im Roman, jedoch sind einige Szenen der Gewalt und Folterung so plastisch beschrieben, dass dem Leser der Atem stockt. Zu empfindlich sollte man hier also nicht sein. Dennoch gehören sie einfach dazu und wirken nicht extra plakativ hervorgehoben.

Das Finale treibt den Puls gehörig nach oben, vorher gelegte falsche Spuren machen die Identität des Täters zu einer Überraschung und es wird mal wieder deutlich, dass viel Leid verhindert werden könnte, wenn man sich einfach mal die Zeit nehmen würde, jemandem richtig zuzuhören. Für mich war „Die Mädchenwiese“ ein Pageturner im besten Wortsinne, den ich jedem Thrillerliebhaber nur wärmstens empfehlen kann.

Kerstin at Samstag, August 11th, 2012 | Filed under: Krist, Martin,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 

todesfristGestern war es so weit und meine Facebook-Seite zu “Kerstins Bücherreich” konnte 80 Liker verzeichnen. Diese 80 Personen und dazu noch zwei externe Mitspieler ohne FB-Account standen also zur Auswahl. Ich habe Random.org befragt und dabei die Gewinn-Nr. 77 erhalten.

Damit bekommt – Susanne Dirks – in der nächsten Woche das Buch zugeschickt. Herzlichen Glückwunsch!

Ich danke herzlich allen Beteiligten und bitte nicht traurig sein, es wird schon bald wieder etwas zu verlosen geben. Vielleicht ja bei 100 Likern oder aber auf jeden Fall bei 5000 Besucherzugriffen auf meinem Blog.

Sorry auch, dass es momentan ein wenig ruhig hier auf dem Blog ist, aber ich bin jetzt durch mit meinen September-Büchern für den LoveLetter und so wird es sicher bald wieder etwas zu berichten geben.

Kerstin at Samstag, August 4th, 2012 | Filed under: Gewinnspiel | RSS 2.0 | TB | No Comments
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