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Autor: |
Douglas Preston/Mario Spezi |
| Verlag: | Knaur |
| ISBN-10: |
3426513463 |
| Taschenbuch | 248 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Hexenjagd auf italienisch
Zum Inhalt:
Kaum ein Tötungsdelikt hat in den letzten Jahren so viel Medieninteresse erweckt, wie der Mord an Meredith Kercher in Perugia und vor allem die Fixierung auf Amanda Knox, auch als „Engel mit den Eisaugen“ bekannt, als skrupellose Täterin. Bestsellerautor Douglas Preston und der Journalist Mario Spezi betrachten den Fall in anderem Licht und bringen katastrophale Pannen des italienischen Justizsystems ans Tageslicht. Die Geschichte eines wahren Verbrechens.
Meine Meinung:
Für den kaum 250 Seiten dicken Roman habe ich zugegebenermaßen extrem lange gebraucht. Natürlich liest sich ein Sachbuch nicht so flüssig und in diesem Fall entgegen der Behauptung im Klappentext wirklich nicht spannend wie ein Thriller. Allein die Vielzahl der herangezogenen Nebenakteure und Verknüpfung mit einem anderen spektakulären Mordfall in Italien sorgt anfangs für Verwirrung.
Was dann allerdings an Ungeheuerlichkeiten die Ermittlungen in dem Fall betreffend zur Sprache kommt, ist wirklich unglaublich, geht man davon aus, dass sie den Tatsachen entsprechen. Man kann sich kaum vorstellen, dass eine derartige Hetzkampagne und Vertuschung in der heutigen Zeit, in einem fortschrittlichen Land wie Italien, noch möglich ist.
Wer sich durch die Mitarbeit von Douglas Preston am Buch veranlasst sieht, dieses zu erwerben, der sei gewarnt, dass diese eher plakativen Charakter hat, was auch die umfangreiche Bibliografie am Buchende zu bestätigen scheint. Dennoch sind seine, auf ca. 50 Seiten, aufgestellten Betrachtungen zum Thema Verbrechen und Strafe im Hinblick auf die Entwicklung des Menschen sehr interessant zu lesen.
Insgesamt ist das Buch für Interessierte am Fall „Amanda Knox“ durchaus lesenswert, aber wohl auch nicht das Non plus Ultra, da doch relativ einseitig betrachtet.
Ich danke dem Knaur-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Hallo, ihr Lieben!
Bevor ich gleich in meinen zweiten sicher wieder sehr langen Arbeitstag hier auf Zypern starte, ein kleiner Gruß von der Insel. Das Wetter ist traumhaft schön, strahlende Sonne, seit wir gelandet sind. Vor Ort wird dies langweilig genannt. 🙂
Erst hier (wann auch sonst) erfolgte eine kleine Aufklärung über Getier, welches unseren Weg kreuzen könnte. Ich sage nur Schlangen, Vogelspinnen und Skorpione. Es ist also Vorsicht geboten. Auch gibt es Mini-Mücken, die unmöglich zu erwischen sind, aber bisher kein Interesse an mir bekundeten.
Im Vordergrund steht natürlich die Arbeit. So habe ich auch schon unheimlich viel gelernt, bezweifle allerdings ob meine Speicherkapazität im Hirn ausreicht. Aber Übung macht den Meister, weshalb ich mich jetzt auch an zwei zu bearbeitende Manuskripte begebe.
Lasst es euch gut gehen im kalten Deutschland, sofern ihr euch dort aufhaltet!
LG Kerstin
Der eine oder andere regelmäßige Leser meines Blogs wird es bereits festgestellt haben. Es ist ruhig geworden in der letzten Zeit. Für mich hat sich ein persönlicher Traum erfüllt und ich darf seit Ende letzten Jahres für den Bookshouse Verlag im Bereich Korrektorat tätig sein. Dies brachte jedoch in den letzten Wochen solch einen enormen Arbeitsaufwand mit sich, dass ich zu einer regelmäßigen Betreuung meines Buchblogs einfach nicht mehr gekommen bin.
Es stehen noch einige Rezensionen aus, Informationen über neue Bücher, aber vor allem auch der Bericht über meinen Besuch bei der diesjährigen 2. LoveLetter-Convention in Berlin, der einfach wieder unvergesslich war. Alles ist nicht mehr vereinbar gewesen, weshalb ich mich dafür entscheiden musste, meine Mitarbeit beim LoveLetter als Rezensent zur Sommerpause zu beenden. Der Blog soll aber auf jeden Fall weitergeführt werden und ich kann mich demnächst dann endlich mal den Büchern widmen, die mir von einigen Autoren und Verlagen großzügig zur Verfügung gestellt wurden.
Ein kleines bisschen wird aber auch dies noch dauern, denn kurzfristig werde ich zu einem Intensivlehrgang in Sachen Lektorat nach Zypern reisen und morgen geht es bereits los. Ich bin sicher, all ihr Bücherverrückten habt dafür Verständnis, dass ich diese Chance einfach wahrnehmen muss. Ich werde im Juli alles Gewesene nachtragen und vielleicht, wenn sich die Möglichkeit ergibt, werde ich in den kommenden Tagen, quasi in Form einer kleinen Kolumne, direkt von der Insel berichten.
Macht’s gut und bleibt mir treu, eure Kerstin!
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Autor: |
Marc Raabe |
| Verlag: | Ullstein |
| ISBN-10: |
3548285244 |
| Taschenbuch | 395 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Der Schock – wenn einem die Wahrheit ins Gesicht springt
Inhalt:
Während eines Spontanurlaubs in Südfrankreich wird Laura Bjely entführt, kaum das sie und ihr Jugendfreund Jan Floss sich ein wenig nähergekommen sind. Einzig ihr Handy mit einem verstörenden Film bleibt Jan von ihr. Er kehrt umgehend zurück nach Berlin und begibt sich auf die Suche nach ihr, wobei er als Erstes die Leiche seiner Nachbarin in seinem Gefrierschrank findet und so in den Fokus der Polizei gerät. Verfolgt von dieser, dringt er in Lauras Vergangenheit und kommt einem psychopathischen Täter auf die Spur, der bald schon auch ihm nach dem Leben trachtet.
Meine Meinung:
Nach „Schnitt“, dem Debütroman des Autors, der mich voll überzeugt hatte, ist nun sein zweiter Thriller erschienen. Auch diesmal wieder beginnt der Prolog mit einer Szene aus der qualvollen Kindheit des zukünftigen Täters, was wohl das Markenzeichen von Marc Raabe-Thrillern werden wird.
Das Hauptaugenmerk liegt auf drei Figuren, Laura Bjely, Jan Floss und Froggy, dem Täter, die alle traumatische Erlebnisse aus ihrer Kindheit zu verarbeiten haben und dementsprechend agieren. Die Handlung ist rasant, sodass der Leser kaum je zum Atemholen kommt. In seiner eigenen Welt gefangen, sieht sich der Täter als Übermensch, dem niemand etwas anhaben kann. Völlig skrupellos und teilweise beängstigend irrational sind daher seine Taten. Trotzdem bleibt der Leser von allzu detaillierten Beschreibungen verschont.
Obwohl mit einem Psychologie-Studium vorbelastet, erscheint es etwas unglaubwürdig, wie gut sich Jan in seinen Gegner hineinversetzen kann. Auch kommt ihm der Zufall einmal zu oft zur Hilfe. Die überraschende Wendung bzw. Offenbarung, wer hinter allem steckt, kann als kleiner Geniestreich bezeichnet werden.
Trotz ganz geringfügiger Abstriche hat Marc Raabe wieder gezeigt, dass deutsche Autoren durchaus in der Lage sind, durch eine fesselnde Handlung und einen durchweg flüssigen Schreibstil den Leser unwiderruflich in den Sog der Geschichte ziehen zu können.
Der Besuch der diesjährigen LoveLetter-Convention hat nicht nur wieder genug neuen Lesestoff mit sich gebracht, sondern genauso viele Buch-Wünsche. Und so musste ich auch direkt im Anschluss mal eine größere Bestellung loslassen, die heute eintraf. Da wären als Erstes:
“Luc” – Fesseln der Vergangenheit von Stefanie Ross
Ich erhielt den zweiten Band der DeGrasse-Reihe auf der LLC in Berlin und als Serienfanatiker muss ich natürlich mit dem ersten Band anfangen. Ich bin schon sehr gespannt, ob mich der Schreibstil der netten Stefanie ebenso überzeugen wird, wie der ihrer Genre-Kollegin Michelle Raven.
Womit ich direkt beim Thema bin. Von selbiger habe ich mir den zweiten Band ihrer Turtle-Reihe geholt, auf die ich mich schon sehr freue.
“Riskantes Manöver” von Michelle Raven
Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, Teil 1 zu lesen. Die Zeit wird einfach immer knapper.
Und schließlich galt es, noch eine Reihe weiterzuverfolgen, deren Autorin ich auf der letzten LLC kennengelernt habe.
“Olivers Versuchung” von Tina Folsom
ist der 7. Band der Scanguards Vampir-Serie, wo mich der erste Band überzeugt hat, die ganze Reihe haben zu müssen.
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Autor: |
Cody McFadyen |
| Verlag: | Bastei-Lübbe |
| ISBN-10: | 3404167759 |
| Taschenbuch | 608 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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| ausgelesen am: | 22.04.2011 (HC-Ausgabe) |
Nicht Smoky Barrett, aber trotzdem gut
Inhalt:
David, Charlie und Allison werden als Kinder von Bob Gray adoptiert. Hinter der Fassade des untadeligen Polizeibeamten, den sie Dad nennen müssen, verbirgt sich ein kranker Psychopath, der die Kinder über Jahre foltert und quält. Er will sogenannte Übermenschen aus ihnen machen, wozu ihm jedes Mittel recht ist. Es kommt der Tag, wo die Kinder nur noch den Ausweg sehen, ihn zu töten. Jahrelang verfolgt sie in ihren Albträumen dieser Mord. Alles wird wieder aufgewühlt, als jeder von ihnen ein Päckchen erhält, in dem ihr Liebstes bedroht wird. Sie müssen nun zusammenhalten, denn die Bedrohung trägt die Unterschrift von Dad.
Meine Meinung:
Zugegeben, was Flüssigkeit und Spannungsniveau betrifft, ist die Smoky Barrett-Reihe des Autors eindeutig im Vorteil. Dennoch legt er mit „Der Menschenmacher“ einen zutiefst verstörenden Roman vor, wo das Durchhalten wirklich belohnt wird. Ich hatte mit dem etwas zähen Einstieg einige Probleme und es gab auch später immer mal wieder Phasen von Langatmigkeit. Jedoch als großes Ganzes betrachtet ist ihm auch in dieser Form ein Haupttreffer geglückt.
McFadyen nimmt sich alle Formen von Grausamkeit und lotet diese bis zur Schmerzgrenze aus. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht nur einmal. Empfindlichen Gemütern sei dieser Roman nicht empfohlen. Die Hauptcharaktere sind sehr intensiv dargestellt, ihre Handlungsweise aufgrund ihrer Kindheit durchaus nachvollziehbar. Immer wieder überraschende Wendungen lassen die Spannung dann zum Ende hin auch nicht mehr abbrechen. Als Leser bleibt man geschockt und ergriffen zurück. Da die Bedrohung nicht endgültig beseitigt werden konnte, ist für Folgeromane mit den Protagonisten durchaus Potenzial vorhanden.
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Autor: |
Nicolas Sparks |
| Verlag: | Heyne |
| ISBN-10: | 3453408470 |
| TB | 560 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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| ausgelesen: | 18.04.2011 (HC-Ausgabe) |
Wenn es zum Verzeihen fast zu spät ist
Inhalt:
Vor drei Jahren verließ der Vater der 17jährigen Ronnie die Familie, was sie ihm nicht verzeihen kann. Seither hat sie kein Wort mit ihm gesprochen. Umso entsetzter ist sie, als sie zusammen mit ihrem Bruder Jonah die kompletten Sommerferien bei ihm in einem langweiligen Küstenort verbringen soll. Sie zeigt ihm offen ihre Verachtung. Erst als sie sich in Will, einen Spross aus wohlhabender Familie, den sie erst gar nicht leiden kann, verliebt, fängt sie an, ihrem Vater zuzuhören und geht langsam auf ihn zu. Gerade noch rechtzeitig, denn das Schicksal schlägt gnadenlos zu.
Meine Meinung:
Wie immer gelingt es Nicolas Sparks sehr gut, den Leser mit seinen Figuren mitfühlen zu lassen. Durch die abwechselnden Perspektiven kann man sich noch besser in sie reinfühlen und ihre Beweggründe verstehen. Das Buch ist ein intensives Zeugnis einer Vater-Tochter-Beziehung, präsentiert aber auch sehr gefühlvoll das Entstehen der ersten Liebe.
Dennoch war ich ein wenig enttäuscht, denn das große Talent des Autors, den Leser unmittelbar an den Emotionen zu packen, kommt erst im letzten Drittel des Romans zum Tragen. Bis dahin wirkt die Geschichte streckenweise etwas lang gezogen, da eben auch nicht wirklich viel passiert. Die Entwicklung von Ronnie vom etwas oberflächlichen Mädchen zur verantwortungsbewussten jungen Frau ist gut dargestellt.
Trotz der tragischen Komponente, ohne die kaum ein Sparks-Roman auskommt, bleibt der Leser aufgrund des rührenden Endes hoffnungsvoll zurück.
Voll bepackt ging es am nächsten Morgen dann wieder Richtung Kulturhaus, nicht ohne vorher am Bahnhof unser Gepäck im Schließfach zu deponieren. Dummerweise konnte man nicht verlängern und so mussten wir nochmals für 24 Stunden zahlen. Den Sonntag sind wir ein wenig entspannter angegangen und haben in der ersten Stunde erst mal ein wenig in den Gängen mit anderen Teilnehmern geschwatzt. Ein äußerst nettes Gespräch hatte ich dabei mit Birte Lilienthal, die, früher Lektorin beim Ubooks-Verlag, inzwischen ihre eigene Agentur gegründet hat. Sie übernimmt dort mit der erfahrenen Übersetzerin Ute-Christine Geiler alle Dienstleistungen rund ums Buch. Eine heiße Adresse für Indie-Autoren.
Im Anschluss besuchten wir das Panel “Schauplatz Deutschland”, u. a. mit Kristina Steffan, Jeanine Krock, Sandra Henke, Susanne Schomann, Aileen P. Roberts, Kerstin Gier und einigen Verlagsmitarbeitern. Sandra Henke berichtete dabei, dass sie sich nie vorstellen konnte, Deutschland als Schauplatz zu wählen und sich bisher immer gern weit weg geträumt hätte mit ihren Figuren, aber sich nun mit ihren Zuckers in Köln doch ganz wohlfühle. Jeanine Krock schwärmte von Recherchereisen nach Schottland und Kerstin Gier fühlt sich in London pudelwohl, weshalb sie auch ihre neue Trilogie dort spielen lässt.
Im Anschluss an das Panel folgten wir Kerstin Gier ins Kino, wo gerade erst die Filmvorführung von “Rubinrot” ihr Ende gefunden hatte, zu ihrer Frage+Antwort-Stunde. Natürlich war auch hier die Verfilmung des ersten Teils ihrer Edelstein-Trilogie ein großes Thema. Extrem sympathisch berichtete sie von ihren Erfahrungen mit dem Filmbusiness, erzählte von ihrem Cameo-Auftritt und wie traurig sie sei, dass es aufgrund zu geringer Zuschauerzahlen wohl leider keine Fortsetzung auf der Leinwand geben würde. Wie ich erst kürzlich erfuhr (zum Zeitpunkt des Berichtes noch in der Zukunft liegend), wird es zu meiner und sicher auch der Freude vieler anderer doch einen Dreh von “Saphirblau” geben.
Da wir vom letzten Jahr her so viel Lustiges zum Spiel “Stadt, Mann, Kuss” gehört hatten, wollten wir in diesem Jahr unbedingt dabei sein. Zudem waren fast alle meine deutschen Lieblingsautorinnen anwesend und hier sind sie auch gleich mal auf einen Blick. Flugs scharte jede Autorin eine Gruppe begeisterter Leser/-innen (ja, es waren sogar auch drei Männer dabei) um sich und schon bald ging es munter los. Wir fanden direkt bei Kristina Günak Unterschlupf und das Raten brachte viel Gelächter und Vergnügen, weil teilweise die abenteuerlichsten Begriffe vorgeschlagen wurden. Sehr oft war unser Begriff identisch mit dem der Nachbargruppe. Da waren wir wohl alle ein wenig zu laut. Die ganze Geräuschkulisse verursachte mir dann doch ein wenig Kopfweh und ich danke Kris herzlich für die Tablette, die mich den Rest des Tages gut überstehen ließ.
Danach war schon wieder eine Signierstunde angesagt und die Galerie entsprechend voll. Besonders begehrt waren hier das Hardcover “Todeskleid” von Karen Rose und “Bitte nicht füttern” von Sarah Harvey.
Im Anschluss musste wieder eine Mittagspause her, sonst hätten wir die letzte Signierstunde von Lyx, die besonders begehrt war, nicht geschafft. Zwischendurch konnte ich noch alle meine mitgebrachten Bücher von Tina Folsom in der Galerie signieren lassen und dabei einen netten Plausch mit ihr abhalten.
Leider habe ich es einfach nicht auf die Reihe bekommen, mehr als ein paar wenige Worte mit einer der Helferinnen, Carola Karth-Neu, zu wechseln, die mir als eine der Korrekturleserinnen bei bookshouse bereits durch Email-Kontakt bekannt war. Dies haben wir aber inzwischen bei einem gemeinsamen Zypern-Aufenthalt ausgiebig nachgeholt.
Zum letzten Blind-Date in deutsch um 15 Uhr waren wir dann dummerweise auch zu spät, sodass ich auf diese besondere Veranstaltung auch in diesem Jahr verzichten musste. Ich hoffe, es wird auch 2014 diese Möglichkeit wieder geben.
Den krönenden Abschluss bildete dann die Lyx-Signierstunde, bei der wieder großer Andrang herrschte. Da meine Mama sowieso größtenteils von mir empfohlene Bücher liest, haben wir uns auch hier wieder aufgeteilt, um möglichst viele verschiedene Genres abzudecken. Voll bepackt, aber rundherum glücklich machten wir uns schließlich auf den Weg zum Bahnhof.
Fazit: Auch 2013 war die LoveLetter-Convention wieder ein absolutes Highlight für jeden Bücherverrückten. Unvergessliche Momente werden noch lange in der Erinnerung fest verankert sein. Besonders die Herzlichkeit und absolute Nähe zu den Autorinnen macht diese Veranstaltung für mich so erlebenswert. Was gibt es Schöneres, als mit Gleichgesinnten in seinem liebsten Hobby aufzugehen? Dazu noch die Gelegenheit interessante, lustige und manchmal auch traurige Details hinter den Büchern zu erfahren, bietet sich wohl dem Leser sonst nirgendwo. Die Veranstaltung war wieder perfekt organisiert vom LL-Team. Ein kleiner Kritikpunkt war für mich die doch aufgrund der gestiegenen Teilnehmerzahl recht große Enge in den Räumlichkeiten und vor allem auch bei den Signierstunden. Wer hier gesundheitlich nicht so ganz auf dem Damm war oder halt einfach schon etwas älter, hatte echt zu kämpfen. Auch die Möglichkeit zu einem Imbiss, die dieses Mal nicht gegeben war, hat mir gefehlt, da ein Gang in die Stadt viel kostbare Veranstaltungszeit gekostet hat.
Aber dem ersten Kritikpunkt wurde für die auch im nächsten Jahr wieder stattfindende Convention bereits im Vorfeld entgegengesteuert. Denn am 24. und 25. Mai 2014 trifft man sich hoffentlich wieder in der GLS Sprachenschule in Berlin-Prenzlauer Berg, die weitaus bessere Platzverhältnisse bieten sollte. Als Gäste sind bereits fest avisiert: Lara Adrian, Larissa Ione und Nalini Singh, alles Autorinnen vom Lyx-Verlag, der auch wieder seine starke Unterstützung anbietet.
Natürlich möchte ich nicht verhehlen, dass auch besonders die zahlreichen bei den Signierstunden von den Verlagen sowie Indie-Autoren gesponserten Bücher dafür verantwortlich waren, dass das Glücksempfinden nicht abreißen wollte. Daher hier als Abschluss auch ein Überblick über die Ausbeute von mir und meiner Mama gemeinsam.
Seid unbedingt dabei, wenn es 2014 wieder heißt – auf zur LoveLetter Convention!
Lange darauf hingefiebert, war er am 24.05.2013 endlich da, der Tag, an dem es für mich und meine liebe Mama wieder nach Berlin zur LLC gehen sollte. Dieses Mal per Zug unterwegs, vermissten wir spätestens auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel (ca. 15 – 20 Minuten Fußweg) schmerzlich unser Auto. Da relativ zeitig am frühen Nachmittag vor Ort, gönnten wir uns (oder eher ich meiner Mom, mein Fall ist es ja nun nicht wirklich) einen kleinen Einkaufsbummel in den Spandau Arcaden. Ein feines Leckeis genießend, hatten wir dann auch schon die erste nette Begegnung, denn quirlige Sandra Henke lief uns über den Weg und schwärmte von der tollen Überraschung, die sie von Seiten ihres Verlages im Hotel vorgefunden hatte.
Abends sollte dann bei einem Italiener im Stadtzentrum eine Art Bloggertreffen stattfinden. Da ich zu spät davon erfahren habe, konnten wir nicht reservieren und da auch sonst alles voll war im Restaurant, speisten wir an einem gesonderten Tisch sehr lecker. Am nächsten Morgen ging es dann voller Vorfreude zum Veranstaltungsort, erneut das Kulturhaus in Spandau. Bereits beim Anstehen zur Entgegennahme der Besucherausweise gab es die erste herzliche Umarmung durch Kristina Günak, mit der wir ja erst im März auf der Leipziger Buchmesse einen Kaffee getrunken hatten. Auch ihr Mann konnte sich erstaunlicherweise an uns erinnern, was für mich im umgekehrten Fall nicht galt!
Dummerweise hatte ich meine Reservierungs-Nr. nicht dabei, wurde dann aber doch recht schnell gefunden. Begeistert nahmen wir die dieses Mal in schickem Grün gehaltene und bis obenhin mit diversen Goodies vollgestopfte Convention-Tasche in Empfang und sicherten uns als Erstes ein Schließfach, da wir auch einige Bücher zum Signieren dabeihatten, die wir nicht den ganzen Tag mit rumschleppen wollten. Hier mal ein Überblick zum Tascheninhalt (die Tasche habe ich dummerweise nicht fotografiert).
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Leider ging es direkt um 9 Uhr mit einer Lesung von Kerstin Gier los, die mich sehr interessiert hat, wozu wir dann etwas zu spät gekommen sind. Dennoch wurden wir netterweise noch in den Ballettsaal hineingelassen. Kerstin war wieder so genial, wie ich sie schon vor einigen Jahren in Wiesbaden bei der Booklover Convention kennenlernen durfte. Pointiert und mit verstellten Stimmen las sie herzerfrischend aus ihrem Eselchen-Buch (“Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner”), das ich auch zum Signieren dabeihatte. Die Bilder sind leider sehr schlecht geraten. Beim Foto von Kerstin sieht man ganz rechts Jeanine Krock, die gleich im Anschluss aus ihrem Buch “Feuerschwingen” las. Diese wieder auf ganz andere Art, ruhig, mit verstecktem Humor und herrlich romantisch.
Kurz schauten wir dann beim Panel “Contemporary” mit Susanne Schomann, Erin McCarthy, Kerstin Gier, Kristina Steffan, Sarah Harvey und einigen Verlagsmitarbeitern vorbei. Moderiert wurde wie schon im letzten Jahr bei fast allen Panels von Sandra Schwab auf sehr sympathische Art.
Im Anschluss gönnten wir uns eine kleine Verschnaufpause und trafen Jeanine Krock zu einem netten privaten Plausch in der Galerie, wo sie uns zum Glück, sonst hätten wir das sicher verpasst, erzählte, dass der angekündigte Empfang von Random House um 13 Uhr eigentlich eine Signierstunde darstellte, wo es u. a. ihr Buch und auch das von Kristina Steffan (bisher als Kristina Günak unterwegs), die mir die zwei wichtigsten der ganzen Veranstaltung waren, geben sollte. Natürlich war damit dieser Termin fest eingeplant. ![]()
Als nächstes suchten wir den Workshop: “Military Romance – Liebe in Uniform” von Michelle Raven und Stefanie Ross auf, der zur Überraschung der beiden außerordentlich gut besucht war. Das hatte zur Folge, das keine Sitzplätze mehr vorhanden waren und auch die Luftverhältnisse extrem zu wünschen übrig ließen. Ich musste daher auch vorzeitig raus, weil mir schlicht ziemlich schwummrig war. Bevor es losging, hatte ich mir noch von Stefanie Ross ein Autogramm ins Programmheft des letzten Jahres holen können, denn dort hatte ich sie schlicht verpasst. Michelle war so nett, mir meinen ersten Turtle-Band zu signieren.
Gleich darauf war ich hin- und hergerissen zwischen dem Panel “Made in Germany – Deutsche Liebesromane” und der Q&A-Veranstaltung: “Verlagsmitarbeiter stellen sich den Fragen der Buch-Blogger”, habe mich dann aber für Letzteres entschieden. Es war sehr interessant auch mal zu hören, wie die ganze Bloggerwelt so von Verlagsseite wahrgenommen wird. Dort konnte ich auch Patricia Keßler von Droemer-Knaur kurz persönlich sprechen, mit der ich erst ein paar Tage zuvor Email-Kontakt hatte. Danach stand dann die erste Signierstunde an, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Und so sah das in etwa aus:![]()
Vorn im Bild mit den raspelkurzen Haaren im Übrigen auch Sandra Henke. Ich war sehr glücklich endlich meine heißersehnte “Bohne” von Kristina in Empfang nehmen zu können, wovon sie, wie man links sieht, jede Menge im Gepäck hatte. Jeanine war hinter ihrem dicken Stapel “Feuerschwingen” kaum auszumachen. Natürlich gab es noch eine ganze Menge weitere Bücher und die Euphorie hielt dauerhaft an.
Nach diesem doch sehr ereignisreichen Vormittag brauchten wir erst mal eine längere Pause und gingen somit in der Stadt eine Kleinigkeit essen. Das übers ganze Wochenende anhaltende miese Regenwetter machte den Ausflug zu keinem Vergnügen. Bei unserer Rückkehr standen die Ersten, über eine Stunde vor Beginn, bereits zur nächsten Signierstunde, gesponsert von CORA/MIRA, an, dem wir uns dann nach vereinzelten netten Gesprächen im Haus schließlich auch anschlossen. Vorher hatten wir uns noch eine Tasche nachkaufen müssen, weil sich abzeichnete, dass wir alle Bücher nur unter großen Mühen transportiert bekommen würden. Diese haben wir dann auch direkt auf dem Bahnhof, bei dem wir auf dem Rückweg zum Hotel vorbeikamen, deponiert. Highlight bei dieser Signierstunde war der Erhalt von Susanne Schomanns “Eine Spur von Lavendel”, das ich bereits für den LoveLetter rezensiert, wovon ich aber kein Belegexemplar erhalten hatte.
An diesem Abend suchten wir für einen kleinen Happen nur noch den Italiener, direkt neben unserem Hotel gelegen, auf, bei dem wir auch sehr nett bedient wurden. Mehr hätten meine Füße echt nicht mehr mitgemacht. Gegen 9 sanken wir dann auch schon völlig ermattet auf unser Hotelbett. Ja, so eine Convention hat es in sich. Betrachtungen zum Sonntag folgen direkt im Anschluss.
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Autor: |
Sonia Rossi |
| Verlag: | Ullstein |
| ISBN-10: | 3548372643 |
| Taschenbuch | 288 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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| ausgelesen am: | 18.12.2010 |
Interessanter Einblick ins Milieu – aber nicht mehr
Inhalt:
Sonia Rossi kommt aus Italien und möchte in Berlin Mathematik studieren. Allein, es fehlt ihr an Barem. Ihren einzigen Ausweg sieht sie darin, sich zu prostituieren. Ihre ständige Gratwanderung zwischen zwei Welten, dem mit ihren Kommilitonen an der Uni und dem mit ihren Kolleginnen in den verschiedensten Bordells beschreibt sie in diesem Buch.
Meine Meinung:
Einen großen Vorteil hat diese Autobiografie, sie liest sich recht flott weg. Aber große Tiefe sollte man nicht erwarten. Die Handlungen der Figur, die ja nun einer realen Person entspricht, sind meist sehr schwer nachzuvollziehen. Da sie ihr Studium ganz gut hinbekommt, scheint sie ja nicht dumm zu sein, in vielen Situationen wirkt sie jedoch grenzenlos naiv. Völlig unverständlich ist mir, wie sie ihren Loser von Mann über die Jahre durchfüttert. Mag es an ihren italienischen Wurzeln liegen, dass sie sich so wenig zur Wehr setzt? Keine Ahnung, man wird aus dieser Person nicht schlau.
Ihre Berichte aus den verschiedenen Massagesalons und Puffs mögen teilweise interessant sein, einige Storys regen auch zum Lachen an, gehen aber kaum in die Tiefe. Am Ende fragt man sich nur, warum so viele Studenten es wohl mit normalen Jobs schaffen, durch ihr Studium zu kommen, wenn es so ganz und gar unmöglich erscheint, oder ob es letzten Endes für Frau Rossi einfach der bequemste Weg war.

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