Category: Thriller/Krimi
|
Autor: |
Arno Strobel |
| Verlag: | Fischer |
| ISBN-10: | 3596191033 |
| Taschenbuch | 390 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
![]() |
Wenn Bewunderung zum Wahn wird
Zum Inhalt:
Die Studentin Nina Hartmann erhält ein rätselhaftes Päckchen, der Anfang eines Romans – geschrieben auf Menschenhaut. Kurz darauf wird in einem Waldstück bei Hamburg die grausam verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden und schnell wird klar, ein perfider Mörder stellt die Taten aus dem Roman „Das Skript“ von Thriller-Autor Christoph Jahn nach. Dies geschieht nicht zum ersten Mal bei einem seiner Romane und schnell gilt der Schriftsteller als der Hauptverdächtige. Doch es profitieren auch andere, wenn ein Buch es auf die Bestsellerliste schafft.
Meine Meinung:
Der nahe Trier lebende Arno Strobel legt hier den von seinen vielen Fans sehnsüchtig erwarteten dritten Psychothriller vor. Anders als bei seinen ersten beiden Romanen im Genre („Der Trakt“ und „Das Wesen“) ist diesmal ein Serienmörder am Werk, der mit seinen Opfern keineswegs zimperlich umgeht. Daher sollte auch der Leser nicht ganz so empfindlich sein, was gewisse detaillierte Beschreibungen betrifft.
Mit Hauptkommissarin Matthiessen und Oberkommissar Erdmann hat Arno Strobel zwei Ermittler erschaffen, die beide Altlasten mit sich herumtragen, sowohl privater als auch dienstlicher Natur, und sich dennoch mit ganzer Kraft für die Lösung des Falls einsetzen. Wiederholt weist sein Blick für Details auf eine intensive Vor-Ort-Recherche hin.
Interessante Einblicke ins Verlagswesen werden ebenso geboten wie hervorragend herausgearbeitete Nebencharaktere, die in einer Vielzahl an Verdächtigen münden. Schlussendlich verdichten sich die Hinweise und ein Wettlauf gegen die Zeit und um das Leben mehrerer entführter Frauen beginnt, der dem Leser den Puls in die Höhe treibt. Dabei schafft es Arno Strobel immer wieder falsche Fährten zu legen, die die Spannung keine Sekunde abreißen lassen.
Erneut gelingt Arno Strobel mit „Das Skript“ ein mitreißender Thriller, der vor allem auch durch die Buch-im-Buch-Perspektive fasziniert. Bereits jetzt bin ich auf neue Ideen dieses erstklassigen deutschen Autors gespannt.
|
Autor: |
Kathy Felsing |
| Verlag: | Sieben Verlag |
| ISBN-10: | 3864430321 |
| Taschenbuch | 248 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
![]() |
| Serienzuge-hörigkeit: | Teil 1 der G.E.N. Bloods-Reihe |
Vertrauen bedeutet Überleben
Inhalt:
Die 17jährige Cindy McForest wird bereits seit drei Jahren von einem Stalker verfolgt. Psychisch schon fast am Ende, vertraut sie sich endlich ihrer Schwester Jamie, einer Polizistin, an. Diese erkennt den Ernst der Lage, kann aber bei den Behörden kein Einschreiten gegen Bradly Hurst, einen angesehenen Anwalt, erwirken. Sie sieht ihre einzige Chance in einem völligen Neubeginn in Los Angeles. Zu ihrer komplett neuen Identität fehlt ihr jedoch noch ein Ehemann. Da die Zeit drängt, ist es der umwerfend aussehende Montague Dixon, dem sie ihr unmoralisches Angebot unterbreitet.
Nach kurzer Bedenkzeit lässt sich dieser auf das Abenteuer ein, hat doch Jamie bereits bei der ersten Begegnung großen Eindruck auf ihn gemacht. Dass er zu einer Gruppe genmodifizierter Kämpfer gehört, verschweigt er ihr jedoch vorerst. Die gegenseitige Anziehung zwischen beiden könnte das I-Tüpfelchen auf Jamies neuem Leben sein, doch plötzlich gerät alles außer Kontrolle, denn Bradly Hurst hat ihre Spur erneut aufgenommen, und diesmal sollen seine Pläne tödlich enden.
Meine Meinung:
Obwohl mich Kathy Felsing bereits mit „Blutsvermächtnis“ restlos von ihrem Können überzeugt hat, setzt sie mit dem Auftakt der G.E.N. Bloods (Genetic Extraordinary New Bloods – Genetisch außergewöhnlicher Nachwuchs) noch eins drauf. Diese bunte Mischung aus X-Men, heißer Liebesromanze und gnadenlos spannendem Psychothriller muss man einfach lieben.
Diese Jungs, deren Großeltern während des 2. Weltkriegs Genexperimenten ausgesetzt waren, die erst jetzt in zweiter Generation ihre Wirkung in Form von außergewöhnlichen Fähigkeiten entfalten – oh Mann, die sind alle nicht ohne, ebenso wie ihr Anführer Max, und ich hoffe, ein jeder bekommt sein eigenes Buch.
Aber bleiben wir bei diesem. Bereits mit dem Prolog schafft die Autorin eine beklemmende Atmosphäre, die ihren Höhepunkt erfährt, als zum ersten Mal direkt zu Bradly Hurst geblendet wird, und das Ausmaß seines Irrsinns zu Tage tritt. Die erotische Anziehung spielt im Roman eine große Rolle und bei den leidenschaftlichen Begegnungen der beiden Hauptfiguren kam ich nicht umhin, etwas Neid zu verspüren, nur als Beobachter anwesend zu sein. Dabei gleitet die Autorin jedoch nie ins Vulgäre ab. Vielmehr versteht sie es wunderbar, mit Worten die Gefühle von Jamie und Dix zu transportieren.
Spätestens mit dem Auftauchen von Hurst in L. A. überschlagen sich die Ereignisse und man kann die danach folgenden Seiten gar nicht schnell genug umblättern. Selten habe ich einem Ende so entgegengefiebert und war gleichermaßen traurig, mit dem Zuklappen des Buches die liebenswerten Protagonisten zu verlassen. Es gäbe noch viele Kleinigkeiten lobenswert zu erwähnen, aber ich glaube, ich habe euch schon fast zu viel erzählt. Schließlich sollt ihr das Buch noch lesen. Dabei wünsche ich ganz viel Spaß und freue mich bereits jetzt auf den zweiten Teil der G.E.N. Bloods.
Wer noch mehr Infos zum Buch möchte, dem sei diese Seite – http://www.eisfeuer.com/ – wärmstens empfohlen.
|
Autor: |
Sebastian Fitzek |
| Verlag: | Droemer |
| ISBN-10: | 3426198819 |
| Gebundene Ausgabe | 432 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
![]() |
| Serienzuge- hörigkeit: |
Fortsetzung von “Der Augensammler” |
Wenn eine Fortsetzung mehr hält, als sie verspricht
Inhalt:
Die blinde Physiotherapeutin Alina Gregoriev lässt sich von der Berliner Polizei überreden, an ihrem neuesten Fall mitzuarbeiten. Es fehlt ein Beweis, den in Untersuchungshaft befindlichen berühmten Augenchirurgen Dr. Zarin Suker schrecklicher Verbrechen an Frauen zu überführen, denn die Kronzeugin ist wie vom Erdboden verschwunden. Alle anderen bisherigen Opfer, denen im wahrsten Wortsinn die Augen durch Entfernen der Lider geöffnet wurden, bevor Suker sie brutal vergewaltigt hat, haben nach ihrer Freilassung Selbstmord begangen. Mit ihrer besonderen Gabe – Alina kann in die Zukunft sehen – soll es gelingen, den Psychopathen auf frischer Tat zu stellen. Auf was sich das Medium dabei einlässt, hätte es sich in seinen schrecklichsten Albträumen nicht vorstellen können.
Meine Meinung:
Fitzek höchstselbst stellt seinem neuen Roman „Der Augenjäger“, der nicht nur in der Ähnlichkeit des Namens begründet eine Fortsetzung des davor erschienenen Buches „Der Augensammler“ ist, eine Warnung voran. Dem kann ich nur zustimmen. Solltet ihr irgendwann vorhaben, den Augensammler zu lesen, tut das unbedingt vor der Lektüre des Augenjägers, denn sonst könnt ihr es auch gleich sein lassen. Das werdet ihr spätestens beim Zuklappen des vorliegenden Buches feststellen, aber dann ist es halt zu spät, diesen Fehler zu korrigieren.
Was kann ich nun über den neuen Psychothriller sagen? Zuallererst, er wurde von mir sehnsüchtig erwartet, und ich bin an keiner Stelle enttäuscht worden. Es gibt einige Stimmen, die kritisieren, dass die Hauptfiguren des ersten Buches – Alexander Zorbach und Alina Gregoriev – zu sehr in den Focus rücken und der neue Serientäter fast zur Nebensache gerät, aber das hat mich nicht gestört. Schließlich ist es kein Einzelroman, sondern eine Fortsetzung. Wie sehr wird erst zum Ende deutlich und sorgt für ein echtes Schockerlebnis.
Mich fasziniert an Fitzek immer wieder aufs Neue, und ich habe noch nicht mal alle seine Bücher gelesen, das Talent, den Leser komplett in die Irre zu führen. Er legt die Spuren so geschickt und mit doppeltem Boden, dass man immer wieder drauf reinfällt. Nicht erst seit diesem Buch ist bekannt, dass er ein Meister des gemeinen Cliffhangers ist, der auch mich unerbittlich dazu gezwungen hat, immer und immer weiter zu lesen, auch wenn der Körper oder zumindest die Augen nach einer Ruhepause schreien. Die ständig wechselnden Perspektiven, das lauernde Grauen im Hintergrund, die Herzklopfen verursachende Spannung – all das zeichnet auch diesen Fitzek wieder aus.
Einfach nur genial auch sein „letztes Kapitel“ – wer will schon Hollywood? Ihr müsst es lesen, um das zu verstehen. Hier merkt man mal wieder, dass sich Sebastian Fitzek selbst nicht zu ernst nimmt. Dass dieser so sympathische Autor sein Werk durch die Umsetzung als Theaterstück wie in „Der Seelenbrecher“ oder die mit Hollywoodgrößen wie Eric Roberts besetzte Verfilmung von „Das Kind“ krönen darf, hat er mehr als verdient. Ich bin jedenfalls schon jetzt auf sein nächstes Meisterwerk gespannt.
|
Autor: |
Ursula Poznanski |
| Verlag: | Loewe Verlag |
| ISBN-10: | 3785573618 |
| Taschenbuch | 485 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
![]() |
Vorsicht Suchtgefahr
Zum Inhalt:
Der 16jährige Nick Dunmore bekommt endlich Zugang zum Computerspiel Erebos, welches an seiner Schule unter der Hand verteilt wird. Er stürzt sich mit Enthusiasmus darauf und erliegt dabei sehr schnell der süchtig machenden Faszination des Spiels. Sowohl die Schule, sein Basketballteam als auch sein bester Freund Jamie verlieren an Bedeutung. Erebos manipuliert seine Mitspieler und lässt sie auch Aufgaben in der realen Welt ausführen. Und dann soll Nick seinen Lehrer vergiften, weil er als Gegner des Spiels eingestuft wird. Wie weit wird Nick gehen?
Meine Meinung:
Ursula Poznanskis Jugendthriller hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Ähnlich wie die Spieler von Erebos in die sehr fantasievoll kreierte Spielewelt hineingezogen werden, ergeht es dem Leser mit dem Buch. Ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann, auch wenn man bisher nichts mit Rollenspielen zu tun hatte. Nick durchläuft im Laufe des Buches eine schöne charakterliche Wandlung vom rücksichtslosen Spielsüchtigen zum Zweifelnden und schlussendlich entschlossen Kämpfenden gegen die Macht des Spiels und seiner wirklichen Bestimmung. Aber auch der unsterblich verliebte Nick berührt.
Ein großer Teil des Buches spielt in der Fantasywelt von Erebos, wo es Dunkelelfen, Vampire, Barbaren, Zwerge und einige andere Figuren mit den abscheulichsten Ungeheuern zu tun bekommen, wobei es kampftechnisch ordentlich zur Sache geht. Dieser Teil wird nicht jedem Leser liegen, aber spätestens wenn Nick aus dem Spiel fliegt und in der realen Welt mit seinen Freunden die Hintergründe aufzudecken versucht, ist die Spannung kaum auszuhalten.
Die Sprache ist auf den jugendlichen Leserkreis ausgerichtet und findet dabei genau den richtigen Ton. Wie sich die einzelnen Aufgaben der Spieler im realen Leben zu einem Mosaik zusammensetzen, ist einfach nur genial konstruiert. Erebos ist ein Pageturner, den ich jedem Teenager unbedingt empfehlen kann, aber auch Erwachsene sollten keinen Bogen darum machen, könnten sie sich doch durch dieses Buch sehr viel besser in die Gedankenwelt ihrer Zöglinge hineinversetzen. Der nächste Jugendthriller „Saeculum“ wird bereits sehnsüchtig erwartet.
|
Autor: |
Arno Strobel |
| Verlag: | Fischer |
| ISBN-10: | 3596186323 |
| Taschenbuch | 368 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
![]() |
Genial konstruiertes Psychoduell
Zum Inhalt:
Ein kleines Mädchen verschwindet und ein anonymer Anruf führt die ermittelnden Kommissare Menkhoff und Seifert in die Aachener Zeppelinstraße. Dort öffnet ihnen der Psychiater Dr. Joachim Lichner, der bereits über 13 Jahre für den Mord an einem kleinen Mädchen inhaftiert war. Hat er sich erneut verdächtig gemacht? Ein Psychoduell zwischen dem redegewandten Psychiater und dem von seiner Schuld überzeugten Kommissar beginnt, indem die Exgeliebte beider Männer, Nicole Klement, eine große Rolle spielt.
Meine Meinung:
Nach seinen ebenso zu empfehlenden Kirchen-Thrillern „Magus – Die Bruderschaft“ und „Castello Cristo“ legt Arno Strobel mit „Das Wesen“ seinen nunmehr zweiten Psychothriller vor. Noch besser als im Roman „Der Trakt“ gelingt es dem Autor mit den Erwartungen der Leser zu spielen. Durch den ständigen Wechsel zwischen den Zeitebenen des fünfzehn Jahre alten und des aktuellen Entführungsfalls wird eine unglaubliche Spannung erzeugt. Man findet sich selber in der Rolle des Ermittlers wieder, versucht Fehler zu entdecken und wird doch immer wieder überrascht.
Bravourös gelingt es Arno Strobel durch kleine Andeutungen die Neugier jeweils so weit zu schüren, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Die jeweils recht kurzen und sehr flüssig zu lesenden Kapitel verführen zu immer noch einem weiteren, bevor die Augen zufallen.
Den Beschreibungen der Stadt Aachen ebenso wie des Polizeiapparates merkt man die intensive Recherche des Autors vor Ort an. Die Charaktere, vor allem der Kommissare, mit all ihren Selbstzweifeln und Schwächen sind sehr gut herausgearbeitet. Am liebsten möchte man sie nach Ende des Buches nicht loslassen und vielleicht gibt es ja mal ein Wiedersehen.
In seinem nächsten Psychothriller wird der Leser jedoch erstmal nach Hamburg entführt, wie man der enthaltenen Leseprobe entnehmen kann, welche bereits extreme Gänsehaut verursacht und die Spannung bis zum Erscheinen des Buches kaum ertragen lässt.
|
Autor: |
P. J. Tracy |
| Verlag: | Wunderlich |
| ISBN-10: | 3805208596 |
| Gebundene Ausgabe | 384 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
![]() |
| Serienzuge-hörigkeit: | 5. Teil der Monkeewrench-Reihe |
Endlich Nachschlag vom Monkeewrench-Team
Zum Inhalt:
Die Spezialisten für Computerkriminalität vom FBI stoßen im Internet auf Snuff-Filme, die live die Tötung von Menschen zeigen. Handelt es sich um nachgestellte Szenen oder echte Morde? Der Ursprung der Videos lässt sich mit ihren Mitteln nicht zurückverfolgen und so bitten sie die Firma Monkeewrench, eine Gruppe von hochspezialisierten Hackern, die bereits in der Vergangenheit an Mordfällen mitgearbeitet hat, um Mithilfe. Als ein Mord in Minneapolis geschieht, werden auch die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth in den Fall involviert. Erste Erfolge des Monkeewrench-Teams weisen auf eine Vielzahl echter Morde hin, die vorher im Internet angekündigt worden sind. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Meine Meinung:
Endlich ist nach „Memento“ (2006) ein neuer Fall der Monkeewrench-Reihe des Mutter-Tochter-Autoren-Duos P. J. Tracy erschienen. Wer die Serie kennt und sich in die außergewöhnlichen Figuren sowohl der Hacker als auch der zwei unverwechselbaren Detectives Leo und Gino verliebt hat, wird auch vom fünften Teil nicht enttäuscht sein. Mit FBI-Agent John Smith kommt ein weiterer sympathischer Charakter hinzu.
Ganz aktuell werden ein weiteres Mal die Gefahren des Internets thematisiert. Eine kleine Unüberlegtheit, aus Wut geboren, weitet sich zu einer drastischen Mordserie aus und ruft jugendliche Nachahmer auf den Plan, die das ganze Land in Angst und Schrecken versetzen. Man merkt der teils sehr jugendgerechten Sprache den Einfluss der Tochter im Autorenteam an. Mit einfachen Worten, die zum Verschlingen des Romans verführen, wird eine konstante Spannung aufgebaut.
Gerade die besonderen Charaktere der Monkeewrench-Crew kommen in diesem Roman jedoch nur wenig zum Tragen und Neuentdeckern der Serie entgeht daher einiges. Auch blieben für mich beim überraschend zügigen Finale einige Fragen offen, sodass ich dem Buch nicht die volle Punktzahl geben kann. Ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer Thriller ist ‚Sieh mir beim Sterben zu’ aber allemal und lässt hoffen, dass die Fortsetzung nicht wieder so lange auf sich warten lässt.


