Kerstins Bücherreich

„Der Bücherwurm liest sogar die Bücher, die er rezensiert.“ Gabriel Laub (1928-98)

Category: Thriller/Krimi

 todesfrist

Autor:

Andreas Gruber
Verlag: Der Club (Premiere)
Bestell-Nr.: 119246015
Gebundene Ausgabe 416 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Dem Struwwelpeter auf der Spur

Zum Inhalt:

Drei grausam zugerichtete Frauenleichen werden jeweils im Dom von München, Köln und Leipzig gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass dies das Werk eines Serienmörders ist, der sich an den Motiven des Kinderbuches „Struwwelpeter“ orientiert. Kriminalkommissarin Sabine Nemez ist unmittelbar betroffen, denn ihre Mutter ist eines der Opfer und ihr Vater gilt als Verdächtiger. Seine Unschuld zu beweisen und den Mord an ihrer Mutter aufzuklären, ist ihr vordringlichstes Ziel. Dafür ist sie auch bereit mit dem äußerst zynischen und überheblich wirkenden Maarten S. Sneijder vom BKA Wiesbaden zusammenzuarbeiten. Sie kommen dem Täter bald näher, doch er ist ihnen immer einen Schritt voraus …

Meine Meinung:

Der aus Österreich stammende Andreas Gruber legt hier nach „Rachesommer“ mit „Todesfrist“ seinen zweiten Thriller als Club-Premiere vor.

Während anfangs durch Rückblenden und zwei verschiedene Psychotherapeutinnen ein wenig Verwirrung aufkommt, fügt sich doch schon bald ein Puzzleteil ins andere und die Handlung ergibt mit jeder Seite mehr Sinn. Der Täter bleibt nicht bis zum Schluss unbekannt, ist aber intelligent und vorausschauend genug, den Ermittlern bis zum spannenden Finale ein Katz-und-Maus-Spiel zu bieten. Bei seinen Taten geht er äußert brutal und kaltblütig vor, was aber nicht zu detailliert beschrieben wird.

Besonders die Figur des Maarten S. Sneijder ist dem Autor ausnehmend gut gelungen, der durch seine zynische Art und einen ausgeprägten Gotteskomplex auch für einige Schmunzler sorgt, die die ansonsten durch und durch düstere Geschichte ein wenig auflockern. Vor allem die Vor-Ort-Recherche in Wien und speziell Dresden, welches für mich ein Stück Heimat bedeutet, hat mir sehr gut gefallen. Gerade die Erhabenheit, die einem beim Betreten der Frauenkirche überkommt, konnte ich bereits selbst so empfinden.

Die Idee, den Struwwelpeter als Vorlage für Morde zu nehmen, finde ich sehr originell, das Kinderbuch selbst würde ich allerdings nach der Lektüre dieses Thrillers noch kritischer betrachten also ohnehin schon. „Todesfrist“ ist spannende Unterhaltung bis zur letzten Seite, die mit überraschenden Wendungen und psychologischem Tiefgang punktet.

Kerstin at Dienstag, Juni 12th, 2012 | Filed under: Gruber, Andreas,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | 1 Comment

 

Autor:

Marc Raabe
Verlag: Ullstein
ISBN-10:

3548284353

Klappen-broschur 447 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Gnadenlos spannendes Psychothriller-Debüt

Zum Inhalt:

Erst elf Jahre ist Gabriel Naumann alt, als seine Neugier siegt und er in den Keller geht, dessen Betreten ihm sein Vater stets streng verboten hat. Er wird Zeuge eines grausamen Mordes und entkommt mit seinem kleinen Bruder David nur knapp aus dem brennenden Elternhaus. Seine schlimmen Erlebnisse verdrängt er komplett aus seinem Gedächtnis. Nunmehr 40 Jahre alt, lebt er glücklich mit der erfolgreichen Journalistin Liz Anders, die ein Baby von ihm erwartet. Dann wird Liz von einem Psychopathen entführt und die Erinnerung an jene verhängnisvolle Nacht ist seine einzige Chance, sie zu retten.

Meine Meinung:

Der in Köln lebende Marc Raabe legt hier mit „Schnitt“ seinen ersten Psychothriller vor und ihm gelingt damit ein sensationelles Debüt. Seine Erfahrungen im Bereich der Fernsehproduktion kann er dabei gekonnt einbringen. Überhaupt läuft der ganze Roman sehr bildhaft wie ein wahnsinnig spannender Film vor dem Auge des Lesers ab und es ist unmöglich das Buch wegzulegen, ist man einmal in der Handlung gefangen. Mit Berlin ist auch ein Schauplatz gewählt, der viel Wiedererkennungswert hat.

Relativ kurze Kapitel, die abwechselnd Einblick in die Situation von Gabriel, Daniel oder Liz bieten und oft mit einem Cliffhanger enden, verschaffen dem Roman ein gehöriges Tempo. Besonders gefallen hat mir, dass der Leser anfangs völlig im Dunklen tappt, was genau Gabriel nun eigentlich gesehen und erlebt hat. Diese Frage löst sich erst ganz zum Schluss. Auch bleibt lange ungewiss, inwieweit Gabriel, der ständig mit einer inneren Stimme in Person von Luke Skywalker, seinem Kindheitsheld, Zwiesprache hält, überhaupt zurechnungsfähig ist.

Polizeiarbeit wird im Roman allenfalls als stümperhaft beschrieben, was aber nicht schlimm ist, denn die Hauptfiguren, vor allem Liz, sind taff genug, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Grausamkeiten sind teilweise recht anschaulich beschrieben, weshalb der Leser hier nicht gar zu empfindsam sein sollte.

Insgesamt kann ich diesen Psychothriller nur wärmstens empfehlen. Endlich hatte ich mal wieder ein Buch in der Hand, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte.

 

Ich danke dem Ullstein-Verlag ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensions-Exemplares!

Kerstin at Sonntag, Mai 27th, 2012 | Filed under: Raabe, Marc,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | 1 Comment

 

Autor:

Stephan Ludwig
Verlag: Fischer
ISBN-10:

3596193052

Taschenbuch 365 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

 

Neue deutsche Krimireihe mit Potenzial

Zum Inhalt:

Ein beschauliches Städtchen in Sachsen-Anhalt, welches nicht genauer definiert wird, bekommt es mit einem brutalen Mord zu tun. Außergewöhnlich dabei ist, dass der Täter sein Opfer offenbar mit Schmerzmitteln betäubt hat. Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Partner Schröder werden mit den Ermittlungen beauftragt. Bald stellt sich heraus, dass auch der zuständige Staatsanwalt Sauer etwas zu verbergen hat. Ein zweites Opfer lässt nicht lange auf sich warten und die Polizei tappt komplett im Dunkeln. Oder sollte doch ein mysteriöser Selbstmord mit den Morden zu tun haben?

Meine Meinung:

Bei „Zorn – Tod und Regen“ handelt es sich um den Debüt-Roman des Hallenser Autors Stephan Ludwig. Der Verlag ist von dieser neuen Krimi-Reihe um Hauptkommissar Claudius Zorn offenbar so überzeugt, dass bereits die Fortsetzung „Zorn – Vom Lieben und Sterben“ für Oktober 2012 angekündigt und mit einer Leseprobe am Ende des Buches, die es wirklich in sich hat, belegt ist. Ich kann diese Entscheidung gut nachvollziehen, denn bei Zorn und Schröder handelt es sich wirklich um ein außergewöhnliches Ermittlerduo.

Zorn ist dabei ein Antagonist wie er im Buche steht. Selten hat man erlebt, wie jemand so unerträglich faul, stur, überheblich, von sich eingenommen und überhaupt mit der Welt im Unreinen ist. Nicht nur einmal kam mir der Gedanke, dass ich im Ernstfall hoffentlich nicht an so einen Ermittler gerate. Zwar unmerklich, aber er macht dann doch eine Entwicklung durch und könnte in den nächsten Bänden Sympathiepunkte gewinnen.

Das genaue Gegenteil und aus welchen Gründen auch immer Claudius Zorn total ergeben, ist der dicke Schröder. Er ist nicht so ein Schönling wie Zorn, kleidet sich unvorteilhaft, ist dafür aber hart im Nehmen, übermäßig intelligent und hat einen tollen Sinn für Humor. Die beiden so gegensätzlichen Charaktere sorgen dann in ihren Dialogen auch für das eine oder andere Schmunzeln.

Der Kriminalfall selber ist gut durchdacht und sorgt bis kurz vor Schluss für Überraschungen. Was mich allerdings gestört hat und zu einem Punkt Abzug verleitet ist, dass mal wieder die Ermittler nichts zur Aufklärung beitragen. Und das ist bei all der Genialität von Schröder und einer doch sehr offensichtlichen Verbindung schon verwunderlich. Auch muss ich dem Autor die Sache mit der Katze übelnehmen, weil sie schlicht unnötig ist und mir als Katzenliebhaber einen bösen Stich versetzt hat.

Zusammenfassend betrachtet kann ich aber das Buch guten Gewissens weiterempfehlen. Wenn man von den Marotten des Claudius Zorn absieht, bekommt der Leser hier einen in sich stimmigen Krimi, der sich kontinuierlich in der Spannung steigert und nicht zu viel Detailreichtum bei den Morden bietet, präsentiert.

Kerstin at Donnerstag, Mai 17th, 2012 | Filed under: Ludwig, Stephan,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Stephan M. Rother
Verlag: Rowohlt TB Verlag
ISBN-10:

3499258692

Taschenbuch: 575 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

 

Zentrales Thema Angst als Psychospiel

Inhalt:

Die Ermittler Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs werden zu einem Tatort im Hamburger Rotlichtviertel beordert. Das Opfer ist ein brutal zugerichteter Kollege, der verdeckt ermittelt hat. Kurz darauf wird die Leiche einer im Mutterschutz befindlichen Kollegin gefunden, die ebenfalls grausame Qualen vor ihrem Tod erlitten hat. Hat es ein Serienmörder auf das PK Königstraße abgesehen? Fieberhaft beginnt die Suche nach der Wahrheit. Unterstützung soll Prof. Dr. Hartmut Möllhaus vom Institut für Rechtspsychologie in Braunschweig bieten. Doch er ist das nächste Opfer. Endlich werden Parallelen zu dem 24 Jahre zurückliegenden „Traumfänger“-Fall deutlich. Doch der Täter befindet sich in Sicherheitsverwahrung und kann unmöglich die aktuellen Morde begangen haben. Um den Fall zu lösen, müssen sich die Ermittler auch ihren eigenen Ängsten stellen.

Meine Meinung:

Nach Ausflügen ins Fantasy-, Mystery- und Kirchen-Thriller-Genre legt Stephan M. Rother nun mit „Ich bin der Herr deiner Angst“ seinen ersten reinen Thriller vor. Das Buch ist mit knapp 600 Seiten nicht gerade dünn, aber es kommt beim Lesen keine Minute Langeweile auf. Durch äußerst brutale Morde, aber auch einem glänzend inszenierten Psychospiel a la Hannibal Lecter vs. Clarice Starling werden verschiedene Geschmacksrichtungen bedient. Wer ein wenig empfindlich ist, könnte sich an der Gewalttätigkeit stören, aber ich habe da relativ wenig Probleme, solange es ein Roman ist.

Hauptkommissar Albrecht entspricht natürlich in vollem Maße dem Klischee des überarbeiteten Ermittlers, der von seiner Frau verlassen wird und reflektiert diese Tatsache für meinen Geschmack etwas zu oft. Von ihm wird in der dritten Person erzählt. Selbst zu Wort kommt dagegen Hannah Friedrichs, was dem Roman durch die verschiedenen Sichtweisen erfrischende Abwechslung beschert. Dabei findet der Autor auch für beide Ermittler eine ganz individuelle Sprache, die die Unterscheidung erleichtert. Etwas sauer ist mir aufgestoßen, dass Albrecht sehr häufig als „Herr und Meister“ bezeichnet wird. Dies deutet auf einen Gotteskomplex, welcher noch nicht mal von ihm selbst ausgeht, der seinen beruflichen Leistungen widerspricht. Beide begehen schwerwiegende Fehler in ihren Handlungen, aber das macht sie auch menschlich.

Der „Traumfänger“ selbst, der sich für einen reinen Wissenschaftler hält, alsbald tief in die Ermittlungen mit einbezogen wird und dies für sein Psychospiel auf geniale Weise auszunutzen weiß, ist natürlich eine perfide, aber auch faszinierende Persönlichkeit. Ich mag solche intelligenten Täter ja und habe mich auf die oft ins philosophische abgleitende Reise gern mitnehmen lassen.

Überhaupt hat der Autor einen sehr schönen, bildhaften Schreibstil sowie einen außerordentlich großen Wortschatz, der das Lesen zu einem Vergnügen macht. Durch geschickt eingebaute Cliffhanger und vage Andeutungen an den Kapitelenden, bleibt die Spannung durchweg auf hohem Niveau.

Wem meine Darstellung Lust auf das Buch gemacht hat, dem würde ich empfehlen, vorab auch noch die Lesung des sehr sympathischen Autors auf Lovelybooks.de anzusehen, denn er verleiht seinen Protagonisten dort eine ganz eigene Stimme und lässt das Geschehen noch unheimlicher wirken.

Mich hat der vorliegende Thriller auf jeden Fall außerordentlich gut unterhalten und ich freue mich bereits auf weitere knifflige Fälle, die das PK Königstraße zu lösen hat.

Kerstin at Samstag, April 28th, 2012 | Filed under: Rother, Stephan M.,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 

Autor:

C. M. Singer
Verlag:

AAVAA Verlag

ISBN-10:

3845900202

Taschenbuch: 319 Seiten
Persönliche
Wertung:
Serienzuge-hörigkeit:

“… und der Preis ist dein Leben“ – Teil 1

 

Wenn die Liebe den Tod besiegt

Zum Inhalt:

Die junge Elizabeth Parker ist von Oxford nach London gezogen, um erfolgreich ernsthaften Journalismus zu betreiben. Leider sind die Jobs aber dünn gesät und so ist sie vorerst gezwungen, für das Klatschblatt „London Star“ zu arbeiten, was eigentlich gegen ihre Berufsethik verstößt, doch irgendwie muss ja die Miete bezahlt werden. Bei den Recherchen zu einer Reihe von grausamen Teenager-Morden trifft sie auf Detective Daniel Mason. Sie beschließt, ihn als Quelle anzuzapfen und sucht noch am selben Abend den Club auf, wo er als Musiker mit seiner Band spielt.

Nach dem Konzert kommen sie ins Gespräch und entdecken viele Gemeinsamkeiten. In ihrer ersten Verliebtheit verfliegen die Stunden nur so und erst gegen vier in der Früh verlassen sie den Club gemeinsam, nicht ohne sich erneut zu verabreden. Elizabeth schwebt im siebten Himmel, jedoch wird sie umgehend auf den Boden zurückgeholt, als sie von drei Maskierten angegriffen werden, wobei Daniel niedergestochen wird und den Tod findet. Das Unglaubliche geschieht und Daniel kehrt als Geist zu Elizabeth zurück. Gemeinsam mit seinem Kollegen Tony Wood setzen sie alles dran, um den Mord an Daniel und den Teenagern aufzuklären, denn ein Zusammenhang ist unverkennbar. Ob jedoch ihre Liebe den Tod besiegen kann, ist mehr als ungewiss.

Meine Meinung:

Mit „Mächtiger als der Tod“ startet eine wundervolle Romantrilogie, die ich vor allem Lesern von Romantasy und Romantic Thrill ans Herz legen möchte. Man mag kaum glauben, dass es sich hierbei um den Debütroman von C. M. Singer handelt. Von der ersten Seite an nimmt die Handlung den Leser gefangen und lässt ihn erst wieder los, wenn das Buch nach den letzten Zeilen zugeklappt wurde und wahrscheinlich nicht mal dann. Ein Glück, dass ich bereits die Nachfolgebände im Regal stehen habe und jetzt nicht mit Entzugserscheinungen kämpfend der Fortsetzung hinterher jagen muss. Denn bevor diese wunderschöne Geschichte nicht zu Ende erzählt ist, werde ich keine Ruhe finden.

Was macht es nun aus, dieses besondere Lesevergnügen? Einerseits sind da die Charaktere, die einfach nur liebenswert gestaltet sind und dennoch über sehr viele Facetten verfügen. Liz, wie sie von Danny liebevoll genannt wird, wenn er mal nicht einen seiner vielen Kosenamen aus dem Hut zaubert, ist eine starke und mutige Frau, die sich ungern reinreden lässt, dennoch loyal zu ihren Freunden steht und gegen alle Widerstände für ihre Liebe kämpft. Und Danny? Nun, die Frau, die sich nicht in ihn verliebt, ist selbst schuld. Dabei hat er genauso seine Ecken und Kanten und ist keineswegs perfekt. Doch gerade die Mischung macht es und vor allem seine unerschütterliche Liebe zu Liz. Aber auch die Nebenfiguren wissen in ihrer Verschiedenheit zu überzeugen.

Wie geht das überhaupt, die Liebe zu einem Geist, fragt man sich? Die Autorin beschreibt mit unheimlich viel Feingefühl die Annäherung der beiden. Jede neu entdeckte Eigenschaft, die beide enger zusammenführt, wird vom Leser voller Hoffnung mitgetragen, jede Enttäuschung schmerzt im eigenen Leib.

Natürlich hat man Bilder vor Augen, wenn man den Roman liest. Bei mir schlichen sich da sehr oft Patrick Swayze aus „Ghost – Nachricht von Sam“ oder auch einige Fälle der „Ghostwhisperer“ ins Gedächtnis. Trotzdem schafft es C. M. Singer ein ganz einzigartiges Liebespaar zu kreieren. Romantik wird bei den Beschreibungen unheimlich groß geschrieben, aber auch die Spannung ist nicht ohne. Die Jagd nach den Mördern der Teenager erfährt oft neue Wendungen, und obwohl ich so eine leichte Ahnung habe, wo es hingehen könnte, bin ich doch sehr gespannt, was mich noch erwartet.

Was ich nicht vergessen möchte zu erwähnen, ist auch der mal unterschwellige mal offen ausgesprochene Humor. Dieser bildet eine schöne Balance zu den oft bittersüßen Szenen zwischen den Liebenden.

Alles in allem ist „Mächtiger als der Tod“ ein beachtenswertes Debüt, dass sich kein Liebesromanleser entgehen lassen sollte, weil einfach alle Sinne angesprochen werden.

Kerstin at Samstag, April 14th, 2012 | Filed under: Fantasy/Paranormal,Liebesroman,Singer, C. M.,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Jean-Christophe Grangé
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3404162846
Taschenbuch: 784 Seiten
Persönliche
Wertung:
ausgelesen: 26.04.2009

 

In den Fängen Satans

Zum Inhalt:

Mathieu Durey ist tief gläubig und wollte eigentlich Priester werden, doch nach einschneidenden Erlebnissen des Grauens in Ruanda beschließt er, ebenso wie sein Freund und Mentor Luc vor ihm, im Polizeidienst das Böse zu bekämpfen. Fassungslos erfährt er vom misslungenen Selbstmord seines besten Freundes, der nunmehr im Koma liegt. Mathieu kann sich jedoch nicht erklären, wieso Luc diese Todsünde begangen haben soll und begibt sich auf die Spur seiner letzten Ermittlungen.

Er stößt als Erstes auf einen grauenhaften satanistischen Mord. Dieser ist jedoch kein Einzelfall und Mat verstrickt sich immer tiefer in ein Geflecht aus Sekten, negativen Nahtoderfahrungen und einer atemlosen Jagd quer durch Europa bis hin zum Vatikan. Ist wirklich der Teufel höchstselbst verantwortlich für alles? Mathieu kann und will das nicht glauben und wird nicht müde, nach einem realen Täter zu suchen.

Meine Meinung:

Das mit fast 800 Seiten doch sehr umfangreiche Buch vermag es konstant, den Leser bei der Stange zu halten. Der Protagonist folgt unbeirrbar den Spuren eines wahrhaft perfiden Täters. Er geht dabei selbst wenig zimperlich zur Sache und auch die detailgenauen Beschreibungen von Ritualen und Morden sind vielleicht nichts für empfindliche Leser. Jedoch hat der Autor es genial verstanden, immer neue Spuren zu legen, den Zweifel an der Existenz eines Satans zu schüren und die Spannung teilweise ins Unerträgliche zu steigern.

Wer dann noch Gefallen an Verschwörungsthrillern a la Dan Brown hat, wird mit diesem Roman bestens bedient.

Kerstin at Sonntag, Februar 26th, 2012 | Filed under: Grangé, Jean-Christophe,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Linwood Barclay
Verlag: Knaur
ISBN-10:

3426510529

Taschenbuch 527 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Eine Leiche zu viel im Keller

Inhalt:

Sheila, die Mutter der achtjährigen Kelly und Ehefrau von Glen Garber reißt bei einem Unfall in volltrunkenem Zustand zwei weitere Menschen aus ihrem Leben. Kurz darauf stirbt eine sehr gute Freundin von ihr unter mysteriösen Umständen. Glen, dem das Verhalten seiner Frau schleierhaft ist, entdeckt weitere Ungereimtheiten und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Nicht nur einer seiner Freunde und Nachbarn scheint ein Geheimnis vor ihm zu verbergen.

Meine Meinung:

Der neue Thriller vom Autor des internationalen Bestsellers „Ohne ein Wort“ ist solides Machwerk. Durchgängig flüssig zu lesen, bietet er viel Freude am Miträtseln. Den größten Teil der Story erfährt man aus Sicht von Glen Garber, der sehr sympathisch rüberkommt, ebenso wie seine kleine Tochter Kelly, die für ihre acht Jahre allerdings schon sehr reif wirkt.

Die Darstellung, welche weiten Kreise eine vergleichsweise kleine Markenrechtsverletzung ziehen kann, war für mich sehr interessant zu lesen. Irgendwie hat jeder der Protagonisten in der Kleinstadt Milford Dreck am Stecken. Dies bietet natürlich jede Menge Verdächtige und man meint den Hintergründen schnell auf der Spur zu sein. Jedoch gelingt es Linwood Barclay bis ganz zum Schluss, immer noch überraschende Wendungen aus dem Hut zu zaubern.

Hier liegt aber auch der Hund begraben, denn am Ende hat man das Gefühl, dass es alles ein wenig viel war, der Autor sich quasi in der Pflicht fühlte, jetzt alles noch mal toppen zu müssen. Auch ist dem Zufall ein wenig zu oft nachgeholfen worden. Dennoch kommt nach der Lektüre keine Enttäuschung auf, denn „Weil ich euch liebte“ bietet durchgehend spannende Unterhaltung.

Kerstin at Samstag, Februar 25th, 2012 | Filed under: Barclay, Linwood,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Mark Allen Smith
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3785760604
Paperback 352 Seiten
Persönliche
Wertung:
,5

 

Kein Geheimnis ist vor mir sicher

Zum Inhalt:

Geiger übt einen Beruf aus, der ihm gleichzeitig Berufung ist. Er ist professioneller Folterer und in diesem Bereich ein Spezialist, denn obwohl bei seinen Methoden selten Blut fließt und das Opfer nicht stirbt, bekommt er jedes Geheimnis aus ihm heraus. Mit seinem Partner Harry, der die Vorabrecherche übernimmt, bildet er ein eingespieltes Team. Doch Geiger hat auch Grundsätze. So foltert er niemals Menschen über einem bestimmten Alter und vor allem keine Kinder. Als ein Klient genau Letzteres von ihm verlangt, reagiert Geiger unberechenbar und begibt sich auf unbekanntes Terrain.

Meine Meinung:

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde und deshalb über einen Zeitraum von vier Wochen gelesen. Da über die einzelnen Abschnitte ausgiebig diskutiert wurde, sind sie mir noch besonders plastisch in Erinnerung.

Der erste Teil hat sich mir wie ein etwas längerer Prolog dargestellt, wo die Protagonisten und ihre Handlungen vorgestellt werden. So richtig Spannung kommt da noch nicht auf. Jedoch bedient sich der Autor zum Teil einer recht blumigen Ausdrucksweise, die mir als Kontrast zum eher schockierenden Thema sehr gut gefallen hat.

Natürlich fällt es allein vom moralischen Standpunkt her schwer, Sympathien für jemanden zu entwickeln, der berufsmäßig foltert. Nach und nach wird jedoch in Form von Flashbacks, die Geiger hat, seine grausame Kindheit offenbart. Auch dass er sich einem gewissen Kodex unterzieht, registriert der Leser mit Wohlwollen. Letzten Endes ist es aber sein Einsatz für den 12-jährigen Ezra, für den Geiger selbst unter großen Qualen einsteht, der ihn auf die Seite der Guten katapultiert.

Das zweite und dritte Viertel des Buches lesen sich dann auch quasi wie von selbst. Geiger punktet mit Cleverness, Harry mit Fürsorge für seine behinderte Schwester. Die beschriebenen Folterszenen sind zwar heftig, wenn man über genügend Vorstellungskraft verfügt, aber nicht eklig. Bis hierhin ist das Buch ein glatter Volltreffer.

Leider wird dieser Eindruck dann mit dem Ende des Buches etwas revidiert. Eine Actionszene folgt der nächsten, teilweise mit unglaubwürdigem Ausgang. Viele Figuren, die dem Buch interessante Wendungen hätten geben können, verkommen zu austauschbaren Statisten. Man hat das Gefühl, der Roman musste schnell beendet werden. Der Leser wird mit sehr vielen offenen Fragen zurückgelassen. Da der Autor bereits an einer Fortsetzung schreibt, ist das gerade noch zu verzeihen, schmälert jedoch das Gesamtbild enorm.

Dennoch finde ich die Grundidee des Romans sehr gut und mal weit ab vom üblichen Thrillerschema. Daher werde ich mit großer Sicherheit, schon wegen der losen Enden, auch die Fortsetzung lesen.

Kerstin at Mittwoch, Februar 15th, 2012 | Filed under: Smith, Mark Allen,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Simon Toyne
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3404166361
Taschenbuch 560 Seiten
Persönliche
Wertung:

Das Geheimnis des Sakramentes

Zum Inhalt:

Ein geheimer Orden mit nur wenigen Eingeweihten beschützt seit mehr als 3000 Jahren das heilige Sakrament im abgeschiedenen Trapah in einer unheilvoll wirkenden Zitadelle. Es ist der Tag an dem Bruder Samuel in das große Geheimnis eingeweiht und ein Sancti werden soll, einer unter ganz wenig Wissenden. Doch die Wahrheit ist zuviel für den gottesfürchtigen Mönch und er wählt den Freitod. Diesen inszeniert er jedoch kamerawirksam und hinterlässt der Nachwelt geheimnisvolle Botschaften.

Liv Adamsen erfährt durch einen Anruf von Inspektor Arkadian vom Tod ihres Bruders, der seit mehr als 8 Jahren als verschollen galt, und macht sich umgehend auf den Weg nach Trapah. Dort wird sie sofort in den Strudel der Ereignisse gerissen und muss schon bald um ihr Leben bangen, denn das Geheimnis des Sakraments darf auf keinen Fall der Menschheit zugänglich gemacht werden. Dafür geht der Abt des Klosters ohne Skrupel über Leichen und lässt jeden, der auch nur die geringste Information haben könnte, beseitigen.

Meine Meinung:

„Sanctus“ ist der Debütroman von Simon Toyne, was man kaum glauben mag, so ausgefeilt ist die Story. Seine vorherige Tätigkeit beim britischen Fernsehen macht sich positiv bemerkbar, denn das Geschehen läuft geradezu wie ein Film vor dem inneren Auge des Lesers ab. Sehr kurze Kapitel und ständige Szenenwechsel peitschen geradezu durch die Handlung, sodass man überhaupt nicht merkt, wie schnell die 560 Seiten quasi inhaliert sind.

Das Geheimnis des Sakramentes hat es wirklich in sich und würde in der Realität tatsächlich vor allem die christliche Welt auf den Kopf stellen. Bis es zur Offenbarung kommt, jagt der Autor jedoch seine Protagonisten und somit auch den Leser von einer brenzligen Situation in die nächste.

Ich durfte das Buch in einer Leserunde lesen und daher immer nur abschnittsweise. Selten ist es mir so schwer gefallen, ein Buch zwischendurch zu unterbrechen, da die Spannung einfach kaum zu ertragen war. Die Seiten fliegen nur so dahin, was einen echten Pageturner ausmacht, und dieser Roman hat zu Recht diesen Namen verdient. Ein paar Fragen bleiben offen am Ende, was auch der Tatsache geschuldet ist, das „Sanctus“ der Beginn einer Trilogie ist. Ich wäre auch mit dem gegebenen Abschluss zufrieden gewesen, bin allerdings auch nicht abgeneigt, das weitere Schicksal von Liv zu begleiten.

Kerstin at Dienstag, Februar 14th, 2012 | Filed under: Thriller/Krimi,Toyne, Simon | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Autor:

Val McDermid
Verlag: Knaur
ISBN-10: 3426509938
Taschenbuch 567 Seiten
Persönliche
Wertung:

 

Krimi, der nur sehr langsam in Fahrt kommt

Inhalt:

Dr. Charlie Flint liebt ihren Job als Profilerin, ist jedoch in Ungnade gefallen und vom Dienst suspendiert worden, da ein aufgrund ihres Gutachtens freigelassener Angeklagter anschließend vier Frauen ermordet hat. Auch in Gefühlsdingen ist sie verwirrt. Trotzdem sie seit sieben Jahren in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit Maria lebt, hat sie sich in Lisa Kent verliebt. Als ihre ehemalige Dozentin vom College in Oxford sie um Mithilfe bei der Aufklärung des Mordes an ihrem Schwiegersohn bittet, stürzt sie sich daher auf die Ablenkung. Sie dringt tief in die Vergangenheit einer Verdächtigen ein und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Da ich die Einzelromane der Autorin Val McDermid sowie ihre Tony-Hill-Reihe sehr mag, war ich auf ihren neuesten Roman gespannt. Leider blieb dieser hinter meinen Erwartungen zurück.

Für meinen Geschmack hat sich die Autorin ein bisschen zu sehr in der Propaganda für die gleichgeschlechtliche Liebe verloren und dabei den kriminalistischen Aspekt vernachlässigt. So nimmt das Gefühlswirrwarr der Protagonistin einen zu großen Teil der Handlung ein, zumal ihr Agieren eher für einen Teenager spricht als für eine gestandene Frau mit enormer Menschenkenntnis, die sie in ihrem Beruf haben sollte. Auch wird im großen Rahmen Schwarz-Weiß-Malerei betrieben, denn es gibt nur eine ganze Reihe ihre Homosexualität offen auslebende Figuren und dagegengestellt die streng gläubige Partei, die solche Ansichten komplett ablehnt. Ein Dazwischen gibt es nicht.

Die Spannung baut sich nur sehr langsam auf und erst im letzten Drittel des Buches bekommt der Leser den Eindruck nun unbedingt bis zur Auflösung weiterlesen zu müssen. Positiv hervorheben möchte ich die parallel zur Ermittlung von Charlie in Form einer Autobiografie von der Tatverdächtigen eingestreute Sichtweise. Diese ist teilweise geschönt, sodass der Leser nie sicher sein kann, was nun wirklich der Wahrheit entspricht.

Der wahre Täter wird für einen geübten Krimileser ein wenig zu früh offenbart, die große Entdeckung zum Ende des Buches wirkt zumindest sehr konstruiert, wenn nicht gar unglaubwürdig. Wiederrum schön fand ich die Beschreibung der Landschaft in Schottland. Es ist ohnehin ein Traum von mir, diese Region einmal zu besuchen, dieser Wunsch hat sich nur verfestigt.

Abschließend war das Lesevergnügen bei diesem Buch für mich nicht mehr als mittelmäßig. Fans der Autorin sollten lieber bei ihrer Tony-Hill-Reihe bleiben und die Finger von diesem Roman lassen.

Kerstin at Sonntag, Januar 29th, 2012 | Filed under: McDermid, Val,Thriller/Krimi | RSS 2.0 | TB | 2 Comments
Kerstins Bücherreich Besucher: web site traffic statistics