Category: Thriller/Krimi
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Autor: |
Christoph Scholder |
| Verlag: | Knaur |
| ISBN-10: | 3426506505 |
| Taschenbuch | 624 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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| ausgelesen am: | 13.10.2010 (HC-Ausgabe) |
Ein Oktoberfest, was man sich nicht wünschen mag
Inhalt:
Tausende Feierwillige strömen auf das berühmteste Volksfest der Welt – das Oktoberfest in München. Keiner ahnt, dass in Kürze durch Terroristen die größte Geiselnahme der deutschen Geschichte erfolgen wird. Politiker ebenso wie Einsatzkräfte stehen machtlos einer Übermacht gegenüber und müssen die brutale Handlungsweise der Täter, die völlig rücksichtslos hunderte Opfer einkalkuliert haben, erst einmal verdauen, bevor sie handlungsfähig werden. Nur ein Mann behält einen klaren Kopf – Kapitän zur See Wolfgang Härter. Ein Wettlauf gegen die Zeit und um das Leben von 70.000 Menschen beginnt.
Meine Meinung:
Christoph Scholder beweist mit seinem Debütroman, dass sich deutsche Thriller schon längst nicht mehr hinter amerikanischen verstecken müssen. Größter Pluspunkt für mich stellte die konstant auf hohem Niveau befindliche Spannung dar. Man erfährt anfangs viel über die Hintergründe und Motivation der Täter, was wichtig für den Verlauf der Handlung ist. Dennoch gibt es einige Überraschungsmomente, die so nicht vorhersehbar waren. Rückblicke in die Vergangenheit und schnell wechselnde Schauplätze geben dem Buch ein enormes Tempo.
Ein klein wenig Detailverliebtheit mag man dem Autor zugestehen, was Beschreibungen von Waffen und anderer Kriegstechnik betrifft. Auch wird der deutsche „James Bond“ ein wenig zu übertrieben dargestellt. Die Hilflosigkeit der gesammelten Politikprominenz kann ich mir wiederum sehr gut vorstellen. Die Risikobereitschaft eines gewissen Bundespräsidenten jedoch nicht. Aber der Roman ist Fiction, zum Glück, und da kann ruhig alles etwas übertrieben zugehen. Die Brutalität der Täter ist schonungslos ebenso wie die Beschreibungen der letzten Sekunden der Opfer. Zu verweichlicht sollte der Leser in diesem Punkt nicht sein.
Alles in allem hat mir das Buch wunderbare, spannende Lesestunden verschafft und ich kann es nur jedem weiterempfehlen. Hoffen wir, dass Scholder weiterschreibt, vielleicht ja wieder mit Wolfgang Härter als großem Held.
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Autor: |
Sebastian Fitzek |
| Verlag: | Knaur |
| ISBN-10: | 3426503743 |
| Taschenbuch | 320 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Grenzenloses Verwirrspiel zwischen Traum und Wirklichkeit
Inhalt:
Leon Nader glaubt sein in der Kindheit diagnostiziertes Schlafwandeln als geheilt. Eines Morgens jedoch verlässt ihn seine Frau Natalie, schwer gezeichnet von Misshandlungen, und die Beweise verdichten sich, dass er damit zu tun haben könnte. Offensichtlich sind seine Schlafstörungen zurückgekehrt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, stattet er sich mit einer bewegungsaktiven Kamera aus, um seine Taten als Nachtwandler nachvollziehen zu können. Er findet eine geheime Tür in seinem Schlafzimmer und der Abstieg in einen Geheimgang ist für ihn ein Schritt in die eigene Psyche, wo die Grenzen zwischen Wahn und Realität verschwimmen.
Meine Meinung:
Als bekennender Fitzek-Fan habe ich mich sehr gefreut, dass so schnell nach „Abgeschnitten“ ein neuer Roman des Autors erhältlich war. Noch schöner, ich konnte das Buch auf der Leipziger Buchmesse erwerben und persönlich signieren lassen.
Keine Frage, das Buch reißt mit, hat kaum Längen und auch die Auflösung ist annähernd überraschend, was dem Buch drei Sterne rettet. Dennoch, was mir sonst besonders gut gefällt, nämlich wenn ich ein Buch des Autors mit Fragezeichen in den Augen zuklappe und erst nach und nach von der genialen Idee überrollt werde, war mir dieses Mal zu viel des Guten. Schon gegen Mitte des Buches weiß man als Leser schlicht nicht mehr, was ist nun Wahrheit, was Traum. Das ist sicher so gewollt, aber das Unverständnis hat bei mir ein zunehmend unangenehmes Gefühl hinterlassen und mir den Spaß am Lesen verdorben.
Fast hilflos eilt man gemeinsam mit Leon durch die Gänge, stolpert von einer grotesken Situation in die nächste und bleibt doch der Hauptfigur seltsam fern. Sicher eine interessante Idee, allein das Konstrukt verlangt zu viel vom Leser. Der Epilog hat mich dann schlussendlich komplett verwirrt, aber vielleicht war ich auch einfach der Irrungen und Wirrungen überdrüssig. Ich hoffe, Fitzek findet demnächst wieder zu alter Form zurück. Ein bisschen weniger Kraft in Merchandising und Sonderprojekte zu investieren, könnte hilfreich sein.
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Autor: |
Olga A. Krouk |
| Verlag: | LYX |
| ISBN-10: |
3802586409 |
| Taschenbuch: | 352 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Zeig mir, dass du mich liebst …
Inhalt:
Noch vor ihrem großen Durchbruch als Model fällt Céline Winter, das Eismädchen, einem Psychopathen zum Opfer. Während der Beerdigungsfeier bekommt ihre am Boden zerstörte Schwester Leah die letzten Aufnahmen von Céline in die Hände, grausames Zeugnis unendlicher Qualen. Alle Spuren führen zu „Dream Impressions“, der Fotoagentur von Kay Gordon. Leah will dem Mörder auf die Spur kommen und sucht die Nähe zu Kay, dessen charismatischer Ausstrahlung sie sich schon bald kaum entziehen kann. Ein Spiel mit dem Feuer, denn Kay verbirgt ein dunkles Geheimnis.
Meine Meinung:
„Im Visier des Todes“ ist der erste Band einer Romantic-Thrill-Reihe der in St. Petersburg aufgewachsenen Olga A. Krouk, erschienen beim Lyx Verlag.
Bereits mit dem ersten Kapitel, welches aus Sicht des Mörders geschrieben ist, zieht sie den Leser unweigerlich in ihren Bann. Die weiteren im Buch vorhandenen Passagen aus seiner Sicht sind teilweise etwas schwierig zu lesen und zu verstehen, entspringen schließlich ja aber auch einem ziemlich kranken Hirn. Somit hebt sich dieser Teil auch deutlich von der sehr flüssigen Schreibweise im Rest des Buches ab.
Die Beziehung zwischen Leah und Kay wird recht schnell sehr innig und gipfelt in einigen sehr anregenden Erotikszenen, die aber nie überhand nehmen. Der Zwiespalt, in dem sich Kay befindet, weil er einerseits Leah beschützen will und sie deshalb verlassen muss, andererseits aber ohne sie nicht sein kann, ist sehr gut dargestellt, obwohl er ansonsten eine wenig fassbare Figur bleibt. Überhaupt wird mit detaillierteren Beschreibungen der Figuren gespart, sodass der Leser sich überwiegend selbst ein Bild machen muss.
Im Laufe der Handlung wird es die Autorin nicht müde immer mehr potenzielle Täter aufzufahren, schlussendlich zeigt sich aber die Auflösung dermaßen überraschend, wie ich es selten erlebt habe. Vor allem sind die letzten Seiten so spannend gestaltet, dass man förmlich die Luft anhält und mit den Figuren dem guten Ende entgegenzittert.
Die leicht oberflächliche Welt des Modebusiness ist gut eingefangen und wird durch die kurzen Ausflüge nach Venedig und Paris noch besonders in Szene gesetzt. Wo der Roman eigentlich spielt, hat sich mir nicht erschlossen.
Olga A. Krouks erster Romantic-Thriller hält exakt, was das Genre verspricht. Eine explosive Love-Story verpackt in einen aufregenden und völlig überraschend aufgelösten Krimiplot, der ohne viel Blut auskommt, und dennoch für Gänsehaut sorgt.
Auf den zweiten Teil der Reihe, der im März 2013 unter dem Titel „Im Netz des Verbrechens“ erscheint, darf sich also gefreut werden.
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Autor: |
Monika Feth |
| Verlag: | cbt |
| ISBN-10: |
3570160459 |
| Gebundene Ausgabe | 409 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Wenn rigorose Recherche in tödlicher Gefahr endet
Zum Inhalt:
Die 18-jährige Romy Berner hat ihren Traumjob in Form eines Volontariats beim KölnJournal ergattert und brennt darauf, ihre erste große Story zu schreiben. Sie bittet ihren Chef, über vier kürzlich verübte Morde recherchieren zu dürfen. Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern und den Todesarten, aber ihr Instinkt verrät ihr, dass es einen Zusammenhang geben muss. Sie spricht mit Angehörigen und kommt schon bald einer gefährlichen Bruderschaft auf die Spur. Ihre Neugier erweist sich kurz darauf als tödlicher Fehler.
Meine Meinung:
Vorab, ich habe die Jette-Reihe von Monika Feth noch nicht gelesen, kann also keine Vergleiche anstellen. Notwendig ist deren Kenntnis ohnehin für das Verständnis nicht, auch wenn mit Kommissar Bert Melzig offenbar ein alter Bekannter mitmischt.
Mir hat „Teufelsengel“ insgesamt sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es, den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu halten, ja sich sogar mit einem grandiosen Finale zu verabschieden. Das Thema religiöse Sekte ist immer wieder interessant zu lesen und wahrscheinlich aktuell wie eh und je. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, vor allem dem inneren Kreis im Kloster nimmt man den religiösen Wahn sehr gut ab, allen voran dem Führer Vero, der rücksichtslos über Leichen geht. Sehr sympathisch kommen auch der Kommissar Melzig und Calypso rüber. Einzig mit der Hauptfigur Romy hatte ich ein paar Probleme. Sie agiert doch in einigen Fällen für ihre 18 Jahre äußerst naiv. Andererseits muss sie dies wohl, sonst wäre sie in keine so akute Gefahr geraten.
Jedes Kapitel mit einem Eintrag in Romys sogenanntes „Schmuddelbuch“ einzuleiten, fand ich eine tolle Idee, die den Leser noch mehr ins Geschehen involvierte. Alles in allem ist „Teufelsengel“ ein gut konstruierter und packender Jugendthriller, an dem durchaus auch ältere Semester Gefallen finden könnten, auch wenn es keine ausufernden Gewaltbeschreibungen gibt. Ich freue mich nun bereits auf Romys zweites in Erscheinung treten in „Spiegelschatten“.
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Autor: |
Arno Strobel |
| Verlag: | Fischer TB |
| ISBN-10: | 3596191025 |
| Taschenbuch | 352 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Wenn ein Albtraum Wirklichkeit wird
Inhalt:
Die 37-jährige Eva Rossbach, Inhaberin eines großen Maschinenbaubetriebes, wacht nach einem furchtbaren Albtraum in ihrem Bett auf. Beängstigend real fühlte es sich an, in einem Sarg eingeschlossen um sein Leben zu kämpfen. Doch kurz darauf entdeckt sie an ihrem Körper Blutergüsse und Kratzspuren. War wirklich alles nur ein Traum? Zur gleichen Zeit findet die Polizei in Köln die erstickte Frauenleiche von Inge Glöckner, der Halbschwester von Eva. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Mord und Evas Traum? Es gibt weitere Opfer und weitere Träume. Legt es jemand darauf an, Eva in den Wahnsinn zu treiben? Kommissar Menkhoff und seine Mitarbeiter verfolgen fieberhaft jede Spur und stehen doch vor immer mehr Rätseln.
Meine Meinung:
Beim Fischer Verlag erscheint nunmehr im gewohnt einheitlichen Design nach dem Erfolgs-Thriller „Das Skript“ der nächste Streich von Bestseller-Autor Arno Strobel. Mit dem Lebendig-Begraben-Sein hat er sich eine besonders perfide Angstvorstellung seiner Leser zum Thema erkoren und er verursacht durch extrem hohes Einfühlungsvermögen bei diesem ein Wechselbad der Gefühle. Hautnah ist man an Eva dran, während sie im Sarg droht den Verstand zu verlieren, und ist doch gleichzeitig froh, dass man wohlbehütet in seiner gewohnten Umgebung ist und nur ein Buch vor sich hat.
Leser von „Das Wesen“ werden sich freuen, eine bekannte Figur in Gestalt von Bernd Menkhoff wiederzutreffen, der inzwischen von Aachen nach Köln versetzt wurde. Einmal mehr beeindruckt die gründliche Recherche, was den Polizeialltag und die Ermittlungsmethoden betrifft. Dass der Hauptkommissar neben der Jagd nach dem Täter auch immer noch unter den Auswirkungen seines letzten Falles sowie der Trennung von Frau und Kind leidet, macht ihn nur menschlicher. Mit Jutta Reithöfer ist ihm eine taffe Partnerin an die Seite gestellt worden, die durch Intelligenz und Verständnis punktet.
Zum Fall selbst kann ich gar nicht so viel sagen, ohne wichtige und für das Verstehen notwendige Wendungen vorwegzunehmen. Auf jeden Fall treffen einige beschriebene Szenen mitten ins Herz und verursachen Übelkeit ob der Grausamkeit, zu der manche Menschen fähig sind. Abschließend möchte ich Arno Strobel nur beglückwünschen, dass er es wieder geschafft hat, trotzdem ich ihm diesmal ziemlich nah auf der Spur war, für eine faustdicke Überraschung zu sorgen. Der Autor hat sich mit „Der Sarg“ endgültig seinen festen Platz unter den Besten des Thriller-Genres in Deutschland erschrieben.
Hier noch als kleiner Nachtrag ein sehr nettes Interview zum „Sarg“ mit Arno:
http://www.youtube.com/watch?v=kGsXWDRak-o&list=UUksnr61EaL7ovY-y9HXM9HA&index=1
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Autor: |
Elisabeth Herrmann |
| Verlag: | cbt |
| ISBN-10: |
3570161269 |
| broschiert | 411 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Spannender Jugendthriller in frostig-glitzernder Atmosphäre
Zum Inhalt:
Als Kind ist die 17-jährige Nicola Wagner oft in dem kleinen Örtchen Siebenlehen im Harz bei ihrer Tante Kiana gewesen. Nach ihrem Tod soll sie nun deren Haus „Schattengrund“ erben, doch ihre Eltern sind strikt dagegen, und da Nico die Volljährigkeit noch nicht erreicht hat, lehnen sie das Erbe ohne ihr Einverständnis ab. In Unkenntnis der wahren Gründe macht Nico sich heimlich auf, um ihr Erbe wenigstens noch einmal zu sehen. Von der Dorfgemeinschaft schlägt ihr Misstrauen, teilweise sogar Hass entgegen. Was ist in der Vergangenheit geschehen? Während Siebenlehen nach einem Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird, ist es nur der attraktive Leon, der ihr Hilfe anbietet. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass ein schreckliches Verbrechen begangen wurde und bald schon ist auch Nico in Lebensgefahr, denn der Täter weilt immer noch in dem verwunschenen Dorf.
Meine Meinung:
„Schattengrund“ ist der erste Thriller, den ich von Elisabeth Herrmann gelesen habe und es wird ganz sicher nicht der letzte bleiben. Zielgruppe für den Roman sind Leser ab 14 Jahren, aber ich finde auch der erwachsene Thriller-Liebhaber kann sich dem spannenden Sog der Geschichte nur schwer entziehen.
Sehr atmosphärisch beschreibt die Autorin das idyllische Dorf im Harz und bei den häufigen Beschreibungen der klirrenden Kälte ist man heilfroh, wenn man das Buch im wohlig beheizten Raum genießen kann. Für die Einführung und bis zu dem Moment, wo es dann mal richtig zur Sache geht, verrinnt für meinen Geschmack ein wenig zu viel Zeit. Dafür zieht zum Ende hin das Thema dermaßen an, dass es fast unmöglich wird, das Buch vor der Auflösung noch mal wegzulegen. Geschickt legt die Autorin ihre Spuren und durch eine Gemeinsamkeit, die alle als Täter in Frage kommenden Personen gleichermaßen auszeichnet, ist es schier unmöglich, vorfristig vorauszusagen, wohin die Reise geht. Die Identität des Täters ist am Ende zwar schlüssig, für mich dennoch nicht in allen Punkten glaubwürdig.
Neben der packenden Aufklärung des Verbrechens mit einigen mystischen Elementen, ist auch die zart aufblühende Liebesbeziehung zwischen Nico und Leon ein besonderes Highlight, was vor allem wiederum die jüngeren Leser(innen) zu schätzen wissen werden.
Mich hat „Schattengrund“ sehr gut unterhalten, denn der mitreißende Erzählstil von Elisabeth Herrmann weiß über den größten Teil des Buches zu fesseln und neben dem Thrillerelement gibt es auch noch was fürs Herz.
Ich danke dem cbt-Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
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Autor: |
Krystyna Kuhn |
| Verlag: | Arena |
| ISBN-10: |
340106472X |
| Broschierte Ausgabe | 298 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Das geheimnisvolle Tal
Inhalt:
Verspätet kommen Julia und ihr Bruder Robert im abgelegenen Grace College, einem Elitecollege für Hochbegabte, in den kanadischen Rocky Mountains an und haben es daher schwer, sich in die bereits gebildeten Grüppchen einzufügen. Um Abhilfe zu schaffen, nehmen sie an der Einweihungsparty im Bootshaus teil. Doch dort kommt es fast zur Katastrophe. Robert sieht ein Mädchen in den See springen und folgt ihr, um sie zu retten. Er selbst gerät in Lebensgefahr und kann erst in letzter Minute geborgen werden. Am nächsten Tag wird ein Mädchen vermisst, doch niemand glaubt Roberts Geschichte, denn dieses saß im Rollstuhl und hätte es nie auf die Klippe geschafft. Die Geheimnisse im Tal häufen sich und Julia wird ebenso wie ihr Bruder von den Schatten ihrer Vergangenheit verfolgt.
Meine Meinung:
Das Tal von Krystyna Kuhn ist eine spannende Jugendbuchreihe, deren Ende bisher nicht abzusehen ist. Da die Season 1 vier Teile umfasst, stelle ich mal die Vermutung an, dass es insgesamt 16 Bücher werden könnten, jeweils 4 Stück pro Studienjahr am Grace College. Die Romane erscheinen auch im Abstand von 3 Monaten beim Arena Verlag und ich werde versuchen, mich schnellstmöglich an das aktuellste Buch heranzulesen.
Der erste Teil der Season 1 – „Das Tal“ beginnt relativ gemächlich mit dem Ankommen der Geschwister am Grace und Kennenlernen der Mitstudenten. Diese sind so unterschiedlich wie geheimnisvoll. Spätestens jedoch mit dem von Robert beobachteten Sprung des Mädchens ins Wasser und dem kurz darauf entdeckten Todesfall nimmt die Spannung nicht mehr ab.
Besonders die immer nur häppchenweise von der Autorin servierten Bruchstücke der Vergangenheit von Robert und Julia haben es in sich. Der Leser will unbedingt wissen, was die Albträume bedeuten, warum beide so „besonders“ sind und wird geradezu magisch ans Buch gefesselt. Das Tal selbst verbirgt auch viele Geheimnisse, die vorerst nur am Rande berührt werden, aber viel Potential für die Fortsetzungen bieten. Der Cliffhanger am Ende schließlich animiert zum direkten Loslaufen, um den nächsten Teil in seinen Besitz zu bringen und ohne Pause weiterlesen zu können.
Mich hat der Auftakt der Reihe sehr überzeugt und ich bin äußerst gespannt, was mich noch erwartet.
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Autor: |
Cody McFadyen |
| Verlag: | Bastei Lübbe |
| ISBN-10: | 3785723903 |
| Gebundene Ausgabe | 464 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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| Serienzuge- hörigkeit: |
4. Teil der Smoky Barrett-Reihe |
| ausgelesen: | 01.05.2010 |
Einmal mehr beklemmende Serienkiller-Jagd
Inhalt:
Auf der Hochzeit ihrer Kollegin und Freundin Callie erhält FBI-Agent Smoky Barrett ein besonderes Geschenk. Eine kahlgeschorene Frau, die sich als eine sieben Jahre verschollene Polizistin herausstellt, wird aus einem Lieferwagen gestoßen. Die Spur führt schnell zu ihrem einstigen Ehemann, dem bezüglich des Verschwindens seiner Frau nie etwas nachgewiesen werden konnte. Weitere Opfer häufen sich und die Ermittler stoßen auf einen mysteriösen Serientäter, der übers Internet Kontakt zu Männern aufnimmt, die ihre Frauen loswerden wollen. Unvorstellbares Grauen müssen die Frauen in der Gefangenschaft erdulden und Smoky wird bald selbst zum Opfer. Ist ihr Wunsch, den Täter tot zu sehen, so groß, dass sie alle Regeln über den Haufen wirft?
Meine Meinung:
Auch im lang erwarteten vierten Teil der Smoky Barrett-Reihe gelingt es dem Autor, den Leser mit dem Einblick in die Abgründe der Seele eines perfiden Killers zu fesseln. Zwar stehen diesmal keine blutrünstigen Details im Vordergrund, aber gerade die perfiden psychologischen Spielchen des Täters, die Smoky am eigenen Leib erfahren muss, machen das Geschehen so eindringlich, dass man sich dem Bann kaum entziehen kann. In Smokys privaten Leben haben sich einige Änderungen ergeben, die sie nur so und nicht anders handeln lassen können.
Etwas irreführend ist der Klappentext, da an dem ersten aufgetauchten Opfer keineswegs eine Lobotomie durchgeführt wurde. Mit neuen Wunden, aber noch mehr gestärkt und sicher, mit der Jagd auf gewissenlose Monster genau den richtigen Weg zu verfolgen, geht Smoky auch aus diesem Kampf hervor und die Fans der Reihe können nur wieder sehnsüchtig auf den nächsten Band hinfiebern, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lasst.
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Autor: |
Stephan Ludwig |
| Verlag: | Fischer |
| ISBN-10: |
3596195071 |
| Taschenbuch | 366 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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| Serienzuge-hörigkeit: | 2. Band “Zorn und Schröder” |
Zorn und Schröder auf dem Weg zum Kultgespann
Inhalt:
Es ist ein heißer Sommer und die Hauptkommissare Zorn und Schröder haben außer in ein paar Fällen von Einbruchsdiebstahl nichts zu ermitteln. Doch dann wird der Jugendliche Björn Grooth Opfer eines brutalen Mordes. Er war Mitglied einer fünfköpfigen Clique, die seit der Schulzeit eng verbunden ist. Als mit Udo Kempff ein weiterer von ihnen unter höchsten Qualen stirbt, steht fest, dass der Täter aus dem unmittelbaren Umfeld kommen muss. Die Kommissare folgen einer Spur von Kindesmissbrauch, die offensichtlich alle verbindet. Doch der Täter ist ihnen immer einen Schritt voraus, und die Jagd nach ihm wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit und bis an die Grenze der eigenen Psyche.
Meine Meinung:
Bereits den ersten „Zorn“-Roman von Stephan Ludwig habe ich mit Interesse gelesen. Mit dem nunmehr zweiten Fall der Hauptkommissare Zorn und Schröder erfolgt noch mal eine enorme Steigerung und dieses Ermittler-Duo hat für mich jetzt bereits einen Kultstatus erreicht. War Zorn im ersten Band noch fast ständig unausstehlich, arrogant und wenig sympathisch, so hat er dieses Mal mein Herz gewonnen. Er ist zwar immer noch recht faul, aber beginnt sich selbst zu reflektieren und seine eigenwillige Art der Selbstbetrachtung hat mich oftmals zum lauten Auflachen verführt. Auch merkt man ihm immer mehr den guten Kern an, vor allem in seiner Beziehung zu Schröder. Dieser selbst gewinnt an Substanz, setzt Grenzen und durch das Aufdecken seiner schlimmen Vergangenheit, wird seine Figur noch interessanter.
Der Kriminalfall selbst ist gut durchdacht und bleibt lange undurchschaubar. Die Spannung steigert sich zum Ende hin enorm. Lediglich durch die systematische Verkleinerung des Verdächtigenkreises durch äußert perfide geplante Morde, kommt dem Leser schon ein wenig vor dem Ende der richtige Verdacht. Trotzdem hält die Frage nach dem Wie bis zuletzt in Atem. Ein bisschen weniger Anschaulichkeit bei der Beschreibung der Morde wäre nicht schlimm gewesen, hier sollte man nicht zu empfindlich sein, mich stört dies allerdings weniger. Am meisten habe ich, wie auch schon im ersten Band, mit dem unschuldigen Tier gelitten.
Den ersten Band der Reihe muss man nicht unbedingt kennen, aber für die Charakterentwicklung der Hauptfiguren ist er schon wichtig. In jedem Fall kann ich diesen Zorn-Roman „Vom Lieben und Sterben“ guten Gewissens allen Thriller-Lesern wärmstens empfehlen und freue mich bereits jetzt auf eine Fortsetzung.
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Autor: |
Jonas Winner |
| Verlag: | Knaur |
| ISBN-10: |
3426512750 |
| Taschenbuch | 379 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Schwer durchschaubares Psychospiel
Inhalt:
Der Berliner Stararchitekt Julian Götz wird des brutalen Mordes an seiner Frau und seinen beiden kleinen Töchtern angeklagt. Alle Indizien weisen auf ihn als Einzeltäter. Auf den Prozess aufmerksam wird der durch mehrere Misserfolge frustrierte Drehbuchautor Ben Lindenberger. Er beschließt ein Buch über den Fall Götz zu schreiben und bekommt wider Erwarten die Unterstützung des Angeklagten und seiner Familie. Zunehmend gerät er jedoch in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Geheimnissen. Hat er das Heft noch in der Hand oder wird er selbst zum Spielball seiner Begierden?
Meine Meinung:
Der erste Roman des durch seinen siebenteiligen Fortsetzungsthriller „Berlin Gothic“ im Netz bereits bekannten Jonas Winner ist ohne Frage ein raffiniert strukturiertes Psychopuzzle, dass durch seinen Aufbau ständig zum Weiterlesen auffordert und deshalb auch kaum Längen aufweist.
Dennoch hatte ich meine Schwierigkeiten damit. Es gibt zwei Handlungsstränge, die kontinuierlich aufeinander zulaufen. Einmal der bei der Inhaltsbeschreibung bereits erwähnte um den Drehbuchautor Ben und dann einen, in dem eine gewisse Mia sich nichts ahnend auf ein Abenteuer einlässt und schließlich als Sklavin endet. Diese zweite Handlungsebene ist allerdings so unklar und verschwommen beschrieben, dass man sich schlicht keinen Reim drauf machen kann, was da eigentlich abgeht. Auch erfolgt die Auflösung, was beides miteinander zu tun hat, sehr spät.
Die Hauptfigur Ben selbst ist mir auch bis zum Schluss sehr fremd geblieben und ich frage mich, worin seine Attraktivität bestand, dass sich gleich zwei außergewöhnlich schöne Frauen veranlasst sahen, sich mit ihm einlassen zu wollen. Seine Gedankenwelt wird zunehmend wirr, was es schwer macht zu entscheiden, was nun Realität und was Einbildung ist. Aber gut, das war ja der Sinn und das Ergebnis seiner Handlungsweisen.
Am Ende blieben für mich viel zu viele Fragen offen und der Knackpunkt der Geschichte, nämlich inwieweit eine Umgebung einen Menschen beeinflussen und verändern kann, konnte von mir nicht wirklich nachvollzogen werden. Sehr wahrscheinlich fehlt mir hier einfach das, was ein Architekt im Überfluss besitzen muss, nämlich ein ungeheures Vorstellungs- und Einfühlungsvermögen.


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