Category: All Age/Jugend
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Autor: |
Anne Freytag |
| Verlag: | Heyne fliegt |
| ISBN-10: | 3453270126 |
| Gebundene Ausgabe | 368 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
(besonders wertvoll) |
Eine Geschichte, die im tiefsten Inneren berührt …
Inhalt:
Die 17-jährige Tessa ist unheilbar krank und wartet seit Wochen nur noch aufs Sterben. Ihre Umwelt stößt sie von sich – bis ihr durch Zufall der eine Junge wiederbegegnet, den sie vor einiger Zeit in der U-Bahn traf und der ihr Herz erschüttert hat. Mit viel Einfühlungsvermögen kommt Oskar hinter ihr Geheimnis und wendet sich dennoch nicht von ihr ab. Im Gegenteil, er lädt sie ein auf einen Roadtrip durch Italien, der zum besten letzten Sommer wird, den sie sich hätte erträumen können.
Meine Meinung:
Vor zwei Tagen habe ich das Buch ausgelesen, und noch immer bin ich dabei, den Stoff zu verarbeiten. Nichts anderes kann momentan mein Leserherz berühren. Aber mal von Anfang an. Ich hatte das Vergnügen, Anne Freytag schon einige Male zu treffen und verfolge ihr Werk seitdem. Daher war es keine Frage, dieses Buch bei Ankündigung sofort vorzubestellen, ohne mich groß mit dem Inhalt zu befassen, denn ich weiß, dass mir gefällt, was Anne schreibt. Als es dann bei mir ankam und ich mir den Klappentext durchlas, vor allem den inneren, kamen mir schon fast die Tränen und ich war nicht sicher, ob ich mich auf diese Gefühlsachterbahn begeben möchte. Ich habe es dann auch ganz ehrlich ein Weilchen vor mir hergeschoben, mir das Buch sogar von Anne in Leipzig signieren lassen, bevor ich anfing zu lesen. Was soll ich sagen? Ich bin so froh, dass ich mich endlich doch darauf eingelassen habe. Was wäre mir für eine seltene Perle entgangen.
Leider fehlt mir das Talent der Autorin, meine Gefühle in derart großartiger Form in Worte zu fassen, wie sie es tut. Ich kann aber mit Fug und Recht behaupten, dass ich bisher höchstens ein- bis zweimal im Leben derart von einem Buch mitgerissen wurde. Es kommt öfter mal vor, dass ich ein besonders schönes Zitat rausschreiben möchte. Das wäre hier nicht möglich gewesen, denn dabei wäre wohl ein kleines Notizbuch voll geworden. Was gibt es da für unfassbar schöne Sätze! Da kann man kaum etwas hervorheben, aber dieser gefiel mir besonders:
„Wenn dich dieser eine Mensch berührt, der dich berührt, bleibt die Welt stehen.“ (Seite 74)
Meinen ersten Taschentucheinsatz hatte ich dann auf Seite 87.
„Ich weiß vielleicht nicht, wie es ist zu sterben, Tessa, aber ich weiß, wie es ist, dem eigenen Kind dabei zuzusehen.“
Diesem sollten noch viele folgen, bei den Briefen an bzw. von Tessa war die Tränenflut dann nicht mehr einzudämmen. Wer nun denkt, hier ein tieftrauriges, deprimierendes Buch vor sich zu haben, der liegt völlig falsch. Es gibt auch unzählige komisch-sarkastische Momente („Früher habe ich mein Leben totorganisiert. Jetzt organisiere ich eben meinen Tod.“), aber vor allem romantische, gefühlvolle, die das Herz erwärmen.
Natürlich kommt Tessa anfangs ziemlich negativ rüber, aber hallo, wer will es ihr verübeln? Sie ist siebzehn, hat nichts erlebt und immer nur nach dem perfekten Augenblick gesucht. Mit Oskar tritt eine Wende in ihr kurzes Leben, ihn lässt sie an sich ran, er sieht mehr in ihr als die äußere, hübsche Schale, er sieht in sie. Sie wird mehr und mehr von der Denkerin zur Genießerin. Sie lebt die wenigen Tage, die ihr bleiben, voller Intensität, saugt jedes Erlebnis förmlich in sich auf.
Ich bin auch wirklich nicht der Fan von Roadtrips, aber auf diese Reise der beiden hätte ich sie gern als das kleine Häschen begleitet. Da wird neben der ganzen Dramatik auch das Fernweh geweckt und die Lust auf einen Italien-Trip angeheizt.
„Mein bester letzter Sommer“ beschreibt eine unglaublich bittersüße Liebesgeschichte, ist aber gleichzeitig eine Ode an das Leben und die Liebe. Denn manchmal ist Liebe genug. Lieber eine Liebe im Zeitraffermodus erleben, wie es Tessa und Oskar leider müssen, als sein Leben lang unglücklich sein. Klar wünscht man sich für die beiden ein Happy-End, aber das wäre in diesem Fall absolut unrealistisch gewesen. Der Leser ist so nah bei den Protagonisten, fühlt ihren Schmerz, aber auch die Glücksmomente in ganzer Tiefe. Dadurch, dass später im Buch die Perspektive auch zu Oskar wechselt, kann man auch sein Gefühlsleben perfekt nachempfinden.
Wie gesagt, ich kann nicht beschreiben, wie tief mich dieses Buch ergriffen hat. So viele Sätze habe ich mehrmals gelesen, mir richtig auf der Zunge zergehen lassen. Ich bin niemand, der Bücher mehrmals liest, aber ich glaube, bei diesem werde ich nach ein wenig Abstand eine Ausnahme machen. Wer ein Herz hat, kann meinem Empfinden nach von diesem Buch nicht unberührt bleiben.
Ich glaube, das war dann jetzt auch meine längste Rezension ever. Zum Schluss noch die schöne Ausstattung des Buches mit Landkartenskizze der Reise sowie der Playlist zu erwähnen, ist fast ein wenig banal.
Wer keine Angst vor großen Emotionen hat, wer #Teskar auf ihrer kurzen, aber wunderbaren Liebesgeschichte begleiten möchte, der sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen. Es rangiert bei mir auf jeden Fall auf der Liste meiner ewigen Lieblingsbücher ganz weit oben und ich fürchte, in diesem Jahr wird da auch nichts anderes mehr rankommen. Danke, Anne Freytag, für dieses Geschenk.
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Autor: |
M.L. Busch |
| Verlag: | Selfpublishing |
| ASIN: | B01F0A6ZH6 |
| E-Book: | 248 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Zurück auf der Bestmore Academy
Inhalt:
Julian vermisst seine Foxy ganz arg. Diese ist unterwegs, um den Weltmeistertitel im Fechten zu erringen. Ohne sie nervt den jungen Eliteschüler der Bestmore Academy der ganze Schulalltag einfach nur, und nicht mal seine Freunde können ihn aufheitern. Endlich wieder vereint, muss er feststellen, dass Foxys Trainer ein Auge auf sie geworfen hat. Julian kommt aber kaum dazu, das näher zu erforschen, denn die High Skills – eine Gruppe junger Computerfreaks – bekommen ihren ersten offiziellen Auftrag von der Polizei. Dass dieser nicht ganz ungefährlich ist, merken sie spätestens, als eine Leiche gefunden wird, die ihnen wohlbekannt ist.
Meine Meinung:
Endlich geht es weiter mit Julian, Foxy und ihren Freunden von den High Skills. Es handelt sich hier um den zweiten Teil einer auf einem Elite-Internat spielenden Reihe um intelligente junge Menschen, gefährliche Abenteuer und das Kribbeln der ersten Liebe. Er kann auch einzeln gelesen werden, aber um die Entwicklung der Charaktere besser nachzuvollziehen, würde ich schon raten, mit Teil 1 zu beginnen.
Ich muss sagen, dass sich M.L. Busch mit diesem zweiten Teil noch mal gesteigert hat. Die Beziehung zwischen Julian und Foxy intensiviert sich, ohne bis zum Letzten zu gehen, sodass hier noch Raum nach oben ist. Trotzdem sind die beiden als Paar einfach zuckersüß.
Neben einigen äußerst humorvollen Szenen – zu einer Internatsstory gehören einfach auch bitterböse Streiche – geht es diesmal auch spannungsmäßig ordentlich zur Sache. Die Jungs der High Skills geraten gefährlichen Verbrechern ins Visier und das Verbot der Polizei, sich rauszuhalten, wird selbstverständlich umgangen. So wird es regelrecht brenzlig zum Ende hin, was den Puls gehörig in die Höhe treibt.
Mit der neuen Mitschülerin Cassandra kommt eine sehr interessante Figur dazu, die das Gefühlsleben einiger durcheinanderbringt und deren geheime Vergangenheit noch viele Fragen offen lässt. So ist es kein Wunder, dass ich mich schon jetzt auf weitere Abenteuer von der Bestmore Academy freue, die hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lassen.
Der Young-Adult-Roman wird sicher vor allem Teenager begeistern, sollte aber auch von älteren Semestern nicht verpasst werden, denn die perfekte Mischung aus Spannung, Liebe und Humor bietet für jedes Alter einen guten Grund zum Abtauchen.
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Autor: |
Laura Newman |
| Verlag: | Selfpublishing |
| ISBN-10: | 3739212543 |
| Taschenbuch | 332 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Ein Sommer voller Überraschungen
Inhalt:
Wahrscheinlich zum letzten Mal vor ihrem Collegeantritt verbringt Emily die Ferien im Haus ihrer Großmutter in der Kleingartensiedlung Devlins Hope. Sie hat vor, viel zu lesen und einfach nur die Seele baumeln zu lassen. Einen Strich durch die Rechnung macht ihr jedoch Jonah, der Enkelsohn ihrer Nachbarn von nebenan. Der gut aussehende Typ steckt voller Geheimnisse, die Emily unbedingt ergründen will. Es ergibt sich, dass sie fast ihre gesamte Freizeit miteinander verbringen und sich dabei immer näher kommen. Als Emily hinter Jonahs Geheimnis kommt, macht sie das komplett fassungslos.
Meine Meinung:
Ich habe von Laura Newman bisher nur den ersten Teil der Nachtsonne-Trilogie gelesen, aber die Vorankündigung zu „Jonah“ seit Längerem verfolgt. Da in diesem Roman besonders viel Herzblut der Autorin steckt, was man über diverse YouTube-Videos erfahren konnte, wollte ich es unbedingt lesen.
Besonders das Setting hat mich sofort begeistert, denn diese ländliche Idylle entspricht genau meinen Vorstellungen von einem traumhaften Leseurlaub. Die Beschreibungen waren dabei so plastisch, dass man Laura, die sich selbst oft zum Schreiben an einen ähnlichen Ort zurückzieht, förmlich vor sich sehen konnte.
Beginnt das Ganze noch recht harmlos als nette Liebesgeschichte, nimmt es dann plötzlich eine unerwartete Wendung, die mich etwas zwiegespalten zurückgelassen hat. Denn ein wirklich zufriedenstellendes Happy End war ab diesem Zeitpunkt für mich nicht mehr möglich. Nichtsdestotrotz baut sich ab dieser Stelle eine Spannung auf, die den Leser atemlos mitfiebern lässt. Ohne zu spoilern, kann ich natürlich auf Jonahs Geheimnis nicht näher eingehen, aber es hat es echt in sich.
So gibt es im Buch, während aus Sympathie so langsam Freundschaft und eine zart erblühende Liebe wird, viele romantische Momente, aber ebenso auch schmerzvolle Szenen, die unheimlich ans Herz gehen. Sowohl Jonah als auch Emily sind sehr sympathische Charaktere, denen man ihr Glück wirklich von Herzen gönnen möchte.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und geht einher mit einer gewissen Sogwirkung, der man sich schlecht entziehen kann, ohne auch die letzte Silbe gelesen zu haben. Das bittersüße Ende ist passend und auch nicht anders möglich gewesen, ließ mich jedoch ein wenig traurig zurück.
Insgesamt ein wirklich schönes Leseerlebnis, das ich jüngeren wie älteren, vorrangig weiblichen, Lesern nur empfehlen kann.
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Autor: |
Stefan Steinmetz |
| Verlag: | Selfpublishing |
| ISBN-10: | 1517277221 |
| Taschenbuch: | 248 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Ein etwas anderer Vampirroman
Inhalt:
Der 12jährige Bastian hat es nicht leicht. Vom häufig betrunkenen Vater wird er schikaniert, während die Mutter nur zuschaut. Auch gegen ältere Schulkameraden, die es immer auf die Kleinen abgesehen haben, hilft meist nur die Flucht. So begibt er sich oft aufs Dach des Hochhauses, in dem er lebt und lässt Papierschwalben in den Abendwind segeln. Eines Abends trifft er dort auf die bezaubernd schöne Helga, die mit dem Gedanken spielt, sich umzubringen. Er kann sie ablenken und sie werden Freunde. Jedoch darf er Helga nur am Abend treffen und sie ist meist barfuß unterwegs. Welches Geheimnis verbirgt seine Freundin vor ihm und hat es mit den immer häufiger vorkommenden Morden in der näheren Umgebung zu tun?
Meine Meinung:
Stefan Steinmetz hat hier einen wirklich etwas anderen Vampirroman geschrieben. Dass es einer ist, verrät erst der Klappentext, denn weder Titel noch Cover weisen darauf hin. Obwohl man sich bei dem abgebildeten Hochhaus ganz gut das Setting vorstellen kann, finde ich ansonsten die Gestaltung doch recht nüchtern.
Schön, dass der Roman in heimischen Gefilden spielt, was auch mit einer großen Portion Lokalkolorit deutlich wird. Dies allerdings auch bis hin zu einigen regionaltypischen Ausdrücken, die ich erst mal nachschlagen musste.
Die Protagonisten sind erst zwölf, sodass auch das große Thema Liebe und Sexualität, ohne die sonst kaum ein Vampirroman auskommt, ausgespart wird. Es geht hier um eine wirklich innige und liebenswerte Freundschaft, gegenseitige Unterstützung und die schmerzliche, dramatische Geschichte eines kleinen Mädchens, das unendliches Leid durchmachen musste.
Das Buch ist zu keiner Zeit langweilig und besonders die Verbindung zur Nazi-Zeit fand ich sehr gelungen. In diesem Zusammenhang, aber auch bei den aktuellen Morden gibt es einige schwer verdauliche Stellen, aber das gehört zu einem guten Vampirroman. Weniger gefallen haben mir allerdings die allzu häufigen Wiederholungen. Da kommt man sich als Leser irgendwann doch ein wenig für dumm verkauft vor. Ein gutes Lektorat hätte hier sicher nicht geschadet. Ebenso sind mir die häufige Fäkalsprache sowie die kruden Wortschöpfungen in Verbindung mit dem Hausmeister sauer aufgestoßen. Es sollte sicher witzig rüberkommen, aber mir war dies definitiv zu viel.
Helga und Bastian sind liebenswerte Charaktere, die der Leser einfach mögen muss. Man gönnt ihnen von Herzen ihr Happy End, wenn es auch in der Ausprägung schon ein wenig konstruiert wirkt, wenn sich alle Träume so haargenau erfüllen.
Insgesamt bietet der Roman eine abwechslungsreiche Vampirgeschichte mit interessantem Hintergrund, die durchaus gut zu unterhalten weiß, wenn man über ein paar kleinere Mängel, die schließlich auch Geschmackssache sind, hinwegsieht.
Ich danke Stefan Steinmetz für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Autor: |
Markus Tillmanns |
| Verlag: | Selfpublishing |
| ASIN: | B0143GWWIO |
| Ebook: | 218 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Vielversprechender Auftakt einer Superhelden-Reihe
Inhalt:
Nick ist ein schüchterner Teenager, der seine Nase am liebsten in Comichefte steckt. Durch seine schmächtige Statur und die extreme Unsportlichkeit gilt er als spinnerter Nerd und wird von seinen Mitschülern permanent gedisst. Erst im neuen Mitschüler Bruce findet er einen Gleichgesinnten. In dessen Garten stürzt zufälligerweise ein Komet und Nick verspeist aus Versehen einen Teil davon. Über Nacht verändert sich sein Leben. Nick wird zum Superheld, der sich auch umgehend gegen einen Superschurken zur Wehr setzen muss. Ein Traum hat sich erfüllt, doch leider gibt es auch ungeahnte Nebenwirkungen, oder wie ist der unbändige Durst nach Blut zu erklären?
Meine Meinung:
Ich muss zugeben, das Lesen dieses Kurzromans war eine Art Experiment für mich, da ich mich immer mal wieder gern mit etwas Neuem befasse. Eigentlich mache ich ja um alles, was mit Superhelden zu tun hat (Batman, Spiderman, Superman) einen großen Bogen, von den X-Men vielleicht mal abgesehen, was aber auch an Wolverine liegen könnte.
Doch Markus Tillmanns gelingt mit „Geburt eines Helden“ ein vielversprechender Auftakt. Er bleibt dabei dem Schema treu, dass ein unscheinbarer Nerd plötzlich zum Superhelden mutiert. Man ist flugs durch und gerade als es so richtig interessant wird, ist das Buch zu Ende, was ich ein wenig schade fand. Aber für Nachschub wurde ja bereits gesorgt.
Die Sympathien fliegen Nick von der ersten Seite an zu, natürlich vor allem, weil man mit einem Mobbing-Opfer von Haus aus Mitleid hat. So unsicher sich Nick nach außen gibt, so clever und abenteuerlustig ist unser Held in seinen Gedanken. Mit Bruce wird ihm ein Partner an die Seite gestellt, von dem man noch nicht viel erfährt.
Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, er fängt die Sprache der Jugend gut ein und weiß auch mit einigen sehr humorvollen Sprüchen zu punkten. Für Fans des Superhelden-Genres, vor allem jüngeren Jahrgangs, ist das Buch definitiv zu empfehlen. Aber auch ältere Semester könnten durchaus ihren Spaß daran finden und wissen wollen, wie es mit dem „Basaltblitz“ weitergeht, denn die großen Abenteuer stehen ihm wohl noch bevor.
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Autor: |
M. L. Busch |
| Verlag: | Selfpublishing |
| ASIN: | B014Q01ADA |
| E-Book: | ca. 196 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Hochspannung an Eliteschule und die erste Liebe
Inhalt:
Nach dem selbst verschuldeten Rausschmiss an der ersten Eliteschule startet Julian einen erneuten Versuch auf der Bestmore Academy – einer Schule für Hochbegabte. Er ist von dem altehrwürdigen Gemäuer, das wie ein Schloss anmutet, ziemlich beeindruckt. Die strengen dort geltenden Regeln sagen ihm dagegen weniger zu. Als er gleich zu Beginn die Bekanntschaft der rothaarigen Foxy macht, die ihm schon bald nicht mehr aus dem Kopf gehen will, gibt er der Schule eine Chance. Neben seinen verrücktspielenden Gefühlen bekommt er es jedoch schon bald mit einem Geheimnis zu tun. Mitschüler, die mit Verletzungen aus dem Nachsitzen kommen, geben ihm Rätsel auf. Julian wäre nicht Julian, wenn er der Sache nicht auf den Grund gehen würde …
Meine Meinung:
Den Lesern der Glücklich-Trilogie der Autorin ist Julian als Sohn von Lanie bereits bestens bekannt. Er handelt sich hier um ein Spin-off im Young Adult-Genre. Aber auch Neueinsteiger werden den gewitzten Teenager, der gekonnt sämtliche Regeln zu umgehen weiß, schnell ins Herz schließen.
Total süß ist es, wie der gar nicht so unerfahrene Junge sich das erste Mal so richtig verliebt. Denn auch Foxy – seine Auserwählte – ist ein unheimlich sympathischer Charakter. Voller Mut, die eigenen Ängste immer öfter überwindend, passt sie einfach perfekt zu ihm. Da auch sie in eigener Perspektive immer mal zu Wort kommt, kann man ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ein Wiedersehen gibt es mit dem entzückenden Kater Schrödinger, den Julian natürlich nicht zu Hause lassen konnte.
Eine ganze Weile bleibt Julian und damit der Leser im Ungewissen, was es mit dem mysteriösen Nachsitzen auf sich hat. Das erhöht die Spannung ganz enorm. Auch die Aufklärung ist nicht ganz ohne, und es wird sogar zwischenzeitlich richtig gefährlich für die Protagonisten. Insgesamt eine super gelungene Mischung aus ersten romantischen Gefühlen und der Aufdeckung spannender Geheimnisse, die durch den humorvollen und flüssigen Schreibstil von M. L. Busch zu einem wahren Lesevergnügen – auch für ältere Semester – wird.
Da kann der Leser nur hoffen, dass es bald Nachschub von den High Skills der Bestmore Academy gibt.
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Autor: |
Adriana Popescu |
| Verlag: | cbj |
| ISBN-10: | 3570171493 |
| Klappenbroschur: | 315 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Roadtrip durch Italien – erste Liebe inklusive
Zum Inhalt:
Obwohl es nach Italien geht, hat die 16-jährige Paula überhaupt keine Lust auf das Lerncamp in Amalfi, ist es doch nur ein weiterer Meilenstein auf ihrem scheinbar vorgezeichneten Weg zur großen Karriere. Als sie jedoch bei der Abfahrt den attraktiven Lewis kennenlernt, sieht sie das Ganze schon positiver.
An einer Raststätte in Bozen werden die beiden versehentlich vergessen, was Lewis hätte verhindern können. Damit beginnen für Paula die aufregendsten Tage ihres bisherigen Lebens. Gemeinsam mit Lewis, den sie von Stunde zu Stunde hinreißender findet, besucht sie all die bedeutenden Orte, die sie bisher nur von Postkarten her kennt. Ein Abenteuer nimmt seinen Lauf, das beider Leben für immer verändern wird.
Meine Meinung:
Schon seit ihrer ersten Veröffentlichung ist Adriana Popescu eine meiner Lieblingsautorinnen. Da ich die quirlige Autorin auch schon persönlich kennenlernen durfte, war ich natürlich sehr auf ihr erstes Jugendbuch gespannt.
Ich kann ohne Umschweife behaupten, dass Adriana mal wieder einen Haupttreffer gelandet hat. Ihr Buch ist die perfekte Sommerlektüre für alle Teenager, die von der ersten Liebe und dem Abenteuer ihres Lebens träumen, aber auch für jeden junggebliebenen Leser, der sich an diese Zeit gern zurückerinnert. Ich habe beim Lesen tatsächlich an einigen Stellen bedauert, nicht ein wenig später und in einem anderen Teil Deutschlands geboren worden zu sein.
„Ein Sommer und vier Tage“ hat eine unglaubliche Leichtigkeit, ist dabei aber so intensiv und bildhaft, dass man sich förmlich in die Geschichte hineinversetzt fühlt. Paula ist zu Anfang ein ziemlich verunsichertes Mädchen, das stets jedem alles recht machen möchte und dabei ihre eigenen Wünsche zurückstellt. Erst Lewis, der Rebell, der nicht grundlos jeden Tag wie seinen letzten leben möchte, zeigt ihr den für sie richtigen Weg. Sie reift in diesen vier Tagen unglaublich, aber auch bei Lewis hinterlässt sie Eindruck. Sie ergänzen sich einfach gegenseitig perfekt, und so sollte es doch sein bei der ersten großen Liebe.
Bei ihrem Roadtrip durch Italien, wo sie unter anderem Kultstätten in Verona, Bologna, Florenz oder auch Rom besuchen, spürt man nahezu die Liebe der Autorin zu diesem Land, was sie selbst oft bereist hat. Die ganz besonderen Gefühle, die Paula und Lewis an den jeweiligen Orten quasi überrollen, fahren dem Leser direkt unter die Haut. Das Buch bietet nicht nur eine bezaubernde Liebesgeschichte, sondern so viel mehr. Tiefgründigkeit, Nachdenklichkeit, Emotionen. Hach, da möchte man sich glatt selbst noch mal neu verlieben. Per sempre! An nicht wenigen Stellen schossen mir die Tränen in die Augen, was wirklich nicht so häufig vorkommt. Es fehlt nicht an Humor, aber auch eine gefährliche Situation gilt es zu meistern.
Mein Lieblingszitat:
„Mein Herzschlag, wenn du bei mir bist, das könnte gerne der Hit meines Lebens werden.“
Fazit:
Für mich war es einfach ein rundum perfektes Lesevergnügen, mein Sommerbuch des Jahres, und ich kann jedem nur dringend raten, sich dieses auf keinen Fall entgehen zu lassen.
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Autor: |
Rose Snow |
| Verlag: | Self-Publishing |
| ASIN: | B010YSEGHK |
| E-Book: | ca. 224 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
,5 |
Auftakt der Fantasy-Trilogie – ein wahrhaft sinnliches Erlebnis
Inhalt:
Nach ihrem Tod erwacht die junge Lee in einer ihr völlig fremden Welt, die in die acht Sinne Wut, Ekel, Trauer, Wachsamkeit, Freude, Erstaunen, Vertrauen und Angst unterteilt ist. Mit sieben weiteren Erweckten muss sie unmittelbar ein Turnier bestreiten, um dann ihrer zugewiesenen Bestimmung zu folgen. Im Gegensatz zu den anderen hat sie nur wenige „geschenkte“ Erinnerungen, sodass ihr die Integration anfangs schwerfällt. Durch einen Regelverstoß wird sie ausgerechnet mit dem Ekelträger Ben durch Magie verbunden, der ihr schon von Beginn an nur negativ aufgefallen ist, mal von seinem guten Aussehen abgesehen.
Sie geraten mitten in eine Verschwörung und müssen die Ermordung eines ihrer Miterweckten ansehen. Da sie einem skrupellosen Geheimbund zu nahe kommen, geraten sie selbst in Gefahr und sind fortan einem großen Geheimnis auf der Spur. Eigentlich ist nur Lee an der Aufklärung interessiert, da sie aber vorerst nicht von Ben loskommt, muss dieser sie gezwungenermaßen begleiten. Eine Reise durch die verschiedenen Sinnes-Länder beginnt. Bleibt zu hoffen, dass die so gegensätzlichen Sinnträger eine gemeinsame Basis finden.
Meine Meinung:
„Acht Sinne: Band 1 der Gefühle“ ist, wie der Name schon sagt, der erste Band einer Fantasy-Trilogie des Autorinnen-Duos Rose Snow. Da ich bereits von ihrer Rache-Reihe sehr begeistert war, wollte ich mir den Ausflug ins neue Genre nicht entgehen lassen, obwohl Fantasy bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nicht zu meinen liebsten Genres gehört. Ich kann aber bereits sagen, dass ich keineswegs enttäuscht wurde.
Der Einstieg in diese Fantasy-Welt erfolgt abrupt und ohne jede Vorwarnung. Der Leser ist genau wie die Protagonistin Lee erst mal völlig überwältigt von all den neuen Eindrücken, denn neben den verschiedenen Sinnen gilt es außerdem noch die einzelnen Begabungen der Neuerweckten auseinanderzuhalten. Das ist nicht so ganz einfach und es braucht einige Zeit, bis man so richtig drin ist.
Da ausschließlich aus Lees Sicht erzählt wird, bleiben die Gedanken der anderen natürlich unbekannt, was vor allem in Hinsicht auf Ben sehr schade ist. Obwohl er seinem Sinn entsprechend ein richtiger Ekel-Typ sein kann, so hat er doch das gewisse Etwas, was auch Lee schon bald erkennen muss. Sie ist ein wenig hin- und hergerissen in ihren Gefühlen ihm gegenüber.
Unglaublich fantasievoll haben Rose Snow diese magische Welt aufgebaut, mit einem Detailreichtum, der mir echt große Achtung abverlangt. Sehr oft fühlte ich mich in der Faszination an die Harry Potter-Bücher erinnert, und das nur im positivsten Sinne. Dennoch ist alles ganz anders, einfach in diesem Maße noch nie gelesen, was natürlich auch daran liegen kann, dass ich generell sehr wenig Fantasy lese. Die Autorinnen beschreiben die verschiedenen Welten sehr bildhaft, sodass man auch die ungewöhnlichsten Dinge förmlich vor sich sehen kann.
Neben dem Setting ist es vor allem das Zusammenspiel zwischen Lee und Ben, womit das Buch punktet. Die Wortgefechte, die die beiden sich bieten, haben schon eine besondere Klasse. Mal muss man einfach mit den Augen rollen, mal möchte man lauthals loslachen. Ich bin gespannt, wie sich ihre Verbindung weiterentwickelt in den Folgebänden und ob es vielleicht auch noch andere Kandidaten gibt, die an Lee interessiert sind.
Was mir auch gefallen hätte, wäre eine Verknüpfung zur alten, also unserer Welt, gewesen. Aber dazu könnte es ja durchaus in den Folgebänden weitere Informationen geben, da doch vieles vorerst offen geblieben ist. Das Buch ist in 10 Kapitel unterteilt und enthält bereits eine Leseprobe zum 2. Band, sodass der vorhandene Cliffhanger ein wenig abgemildert wird.
Alles in allem ein wunderbar fantasievoller und interessanter Auftakt der Trilogie, der nach der Fortsetzung schreit, die zum Glück nicht lange auf sich warten lässt, da alle Teile noch diesen Sommer erhältlich sein werden.
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Autor: |
Arno Strobel |
| Verlag: | Loewe |
| ISBN-10: | 3785578652 |
| Klappen-broschur: | 224 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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Mörderisches Casting vor Traumkulisse
Inhalt:
Für Vicky geht ein Traum in Erfüllung. Sie hat es unter die letzten 50 beim Casting für Germanys MegaStar geschafft. Die Show soll alle Rekorde brechen, und um den zukünftigen Star auf das harte Showbusiness vorzubereiten, gilt es, auf einer abgelegenen Insel nicht nur sein Gesangstalent unter Beweis zu stellen, sondern auch mit Persönlichkeit und vor allem Rücksichtslosigkeit zu punkten.
Damit, dass es sogar zu einem Todesfall kommen könnte, hätte wohl keiner der Kandidaten gerechnet. Doch Vickys Mitbewohnerin Carolin wird erschlagen am Strand gefunden, die Insel ist von der Außenwelt abgeschnitten und letzten Endes jeder verdächtig. Trotzdem – The Show Must Go On!
Meine Meinung:
Ich gebe zu, ich habe mich, zumindest in den Anfangsjahren, auch sehr für Castingshows a la DSDS oder Popstars interessiert. Daher war ich bereits bei seiner Ankündigung sehr auf den neuen Jugendthriller von Arno Strobel gespannt. Bei der Leipziger Messe konnte ich das Buch erwerben und gleich noch eine Lesung dazu genießen. Hier erzählte der Autor u. a., dass er zu Recherche-Zwecken die Möglichkeit hatte, mit echten DSDS-Teilnehmern aus den Top-Ten ein Interview zu führen. Dabei durfte er feststellen, dass die von ihm im Buch verarbeiteten Praktiken der Show nur die Spitze des Eisberges in der Realität abbilden.
Gerade dieser Punkt, nämlich wie stark manipuliert und in Szene gesetzt das Ganze ist, hat mir im Buch besonders gut gefallen. Nach der Lektüre nimmt man die momentan wieder rauf und runter laufenden Shows noch mal mit ganz anderen Augen wahr. Das Buch liest sich unglaublich flüssig und interessant, sodass man, wenn man einmal angefangen hat, es kaum zur Seite legen mag. Die Sprache trifft auch den Nerv der Jugend und ist passend eingesetzt.
Mir sind ein weiteres Mal, wie auch schon in „Abgründig“, die Protagonisten etwas blass geblieben, selbst die Hauptfigur Vicky. Sie ist sogar schon fast etwas zu gut in ihrem ständigen Bestreben, jedem helfen zu wollen. Allerdings fragt man sich schon, ob es wirklich so wenige Menschen ohne Skrupel gibt.
Die kursiv gehaltenen Zwischenblenden in die Vergangenheit einer anfangs unbekannten Person, sollten sicher Spannung aufbauen, was meiner Meinung nach aber nicht so richtig gelungen ist, zumal das Ganze irgendwie im Sande verläuft. Insgesamt ist die Auflösung aber schlüssig, ebenso wie das weitere Verhalten der anderen Teilnehmer und Crewmitglieder, sodass man das Buch mit einem guten Gefühl zuklappt.
Wer kleine Abstriche in punkto Spannung hinnehmen kann, wird mit „Schlusstakt“ gut unterhalten und bekommt einen interessanten Einblick hinter die Kulissen einer Castingshow.
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Autor: |
Laura Newman |
| Verlag: | Selfpublishing |
| ASIN: | B00JAMKDW4 |
| E-Book: | 255 Seiten |
| Persönliche Wertung: |
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| Serienzuge-hörigkeit: | Band 1 der “Nachtsonne-Chroniken” |
Vielversprechender Auftakt der Nachtsonne-Chroniken
Inhalt:
Mit circa fünftausend anderen Menschen lebt die 17jährige Nova in einem sogenannten HUB, knapp 200 Meter unter der Erde. Die Sonne ist zur Bedrohung für die Erde geworden, ein Leben auf der Erdoberfläche nicht mehr möglich. Ein zufällig aufgeschnapptes Gerücht ändert alles. Sollten sie nicht die letzten Überlebenden sein, gibt es weitere HUBs? Das Wissen wird zur Gefahr und es bleibt Nova und ihren Freunden Jacob, Nume und Marzellus nur die Flucht – hinaus ins Feuerland. Unvorstellbares erwartet sie und neben einer abenteuerlichen Zeit erwartet Nova auch Joaquim, der ihre Gefühle ordentlich durcheinanderbringt.
Meine Meinung:
Ich bin unheimlich froh, durch ein Hangout mit Annika Bühnemann die Autorin Laura Newman kennengelernt zu haben und damit auch ihre Bücher. Denn obwohl ich ein großer Fan von Dystopien bin, schon lange, bevor sie en masse auf den Markt kamen, war sie mir bisher kein Begriff. Im Ergebnis musste ich mir sofort den ersten Band der Nachtsonne-Chroniken besorgen und meine Erwartungen wurden noch übertroffen.
Die Ausgangssituation erinnerte mich ein wenig an „Silo“ von Hugh Howey, wobei ich dort bisher nur die ersten zwei E-Books des gesplitteten ersten Bandes gelesen habe. Unheimlich schnell fand ich mich jedoch in dieser ganz eigenen Geschichte wieder. Die Autorin gelingt es, ohne langes Larifari direkt Spannung aufzubauen, was ich stets sehr begrüße. Diese Spannung bleibt auch das gesamte Buch über auf hohem Niveau, zwischendurch lässt sie den Leser kaum zu Atem kommen aufgrund unerwarteter und schneller Wendungen.
Zwar wird aus Sicht von Nova erzählt, aber auch die Nebenfiguren bekommen durch ihre individuellen Hintergrundgeschichten Format. Ein paar wenige Ungereimtheiten entstanden für mich bei Gefühlen und Empfindungen von Nova, die sie so eigentlich nicht haben dürfte, wenn sie ihr ganzes bisheriges Leben abgeschottet unter der Erde leben musste. Dafür mochte ich die wirklich süße Liebesgeschichte. Da knistert es im wahrsten Sinne des Wortes und es bleibt trotzdem im Rahmen.
Mir gefiel, dass das Szenario mit der sterbenden Sonne durchaus seine Glaubwürdigkeit hat. Andere Sachen, die an X-Men erinnern, worauf ich aber hier vorerst nicht näher eingehen möchte, bedürfen noch einer Erklärung. Ja, es bleiben natürlich einige Fragen offen, aber es ist ja auch der Auftakt einer Trilogie und dies somit ganz normal. Undenkbar, für mich jedenfalls, nun nicht wissen zu wollen, wie es weitergeht.
Eine einfache, flüssige Sprache, die gut zu den Protagonisten passt, die überwiegend im Teenageralter sind, der glaubwürdige dystopische Weltenaufbau sowie die mitreißende Spannung, die einen nicht mehr loslässt, machen das Buch für mich zu einem absoluten Pageturner.
(besonders wertvoll)
,5
